Flucht und Einwanderung

Dublin-Absprache schwer einzuhalten

jt
Flensburg
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Foto: Martin Ziemer/Flensborg Avis

In Dänemark und Deutschland werden immer mehr Flüchtlinge erfasst, die ihre Erstaufnahme in einem anderen EU-Land hatten. Doch das Zurückschicken ist offenbar nicht so einfach, wie eine Antwort der Bundesregierung zeigt.

Das durch die Dublin-Absprache vereinbarte Zurückschicken von Flüchtlingen gestaltet sich in der Realität als schwierig. Das zeigen neue Zahlen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, wie die Tageszeitung Flensborg Avis berichtet.

Im ersten Quartal von 2018 hat die Bundesrepublik in 385 Fällen Dänemark gebeten, seine Flüchtlinge zurückzunehmen. Davon akzeptierte Dänemark in 302 Fällen die Rückführung, was jedoch nur 79-mal umgesetzt wurde. Umgekehrt wollte der dänische Staat 96 Flüchtlinge nach Deutschland abschieben. 67 davon wurden akzeptiert, wovon letztlich lediglich 39 von Deutschland angenommen wurden.

Dafür gibt es laut Bundesamt mehrere Gründe. „Einige Flüchtlinge sind untergetaucht, können aufgrund ihrer Gesundheit nicht verreisen oder haben Kirchenasyl beantragt. Einige reisen auch freiwillig zurück in ihr Heimatland“, so das Amt an Flensborg Avis.

Die Linke kritisierte in einem Schreiben an die Bundesregierung die Handhabung der Dublin-Absprache. Diese, so die Partei, beanspruche zu viele Mitarbeiter im Amt, die für die Bearbeitung von Asylanträgen hätten gebraucht werden können.

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