Grenzland

Bauboom in Handewitt: 1.000 weitere Wohneinheiten sind geplant

Im Anne-Frank-Ring gibt es nur noch ein Grundstück.

In Handewitt entstehen Arbeitsplätze, aber auch die Wohnbebauung wächst. 450 Einheiten – vom Einfamilienhaus bis zur Wohnung – sind frisch bezogen, bald fertig oder kurz vor dem Baustart. Für rund 1.000 weitere Wohneinheiten setzte der Gemeinderat jetzt den Startschuss.

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Zusammenfassung

  • In Handewitt wurden bereits zahlreiche neue Wohnungen bezogen und weitere Baugebiete wie der Anne-Frank-Ring und „Schöner Wohnen“ entwickelt.
  • Rund 1.000 zusätzliche Wohneinheiten sind in mehreren Bauleitverfahren geplant, die sich auf die größten Dörfer in Schul- und Versorgungsnähe verteilen sollen.
  • Ein Seniorenprojekt mit 32 Wohneinheiten am Mühlenweg stößt in der Kommunalpolitik wegen dichter Bebauung und knapper Parkplätze auf Kritik.

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Es tut sich einiges in Handewitt: Im neuen Anne-Frank-Ring sind schon viele Umzugsautos vorgefahren. Im Frühling wird auf weiteren Bauplätzen Leben einkehren. Nur noch ein kleines Grundstück ist zu haben. Neben der Lidl-Filiale ist das höherpreisige Konzept „Schöner Wohnen“ weit fortgeschritten. Im Kätnerland werden gerade mit zwei Investoren die Kaufverträge für die Grundstücke aufgesetzt. Ab Frühling sollen für eine mehrgeschossige Architektur mit 80 Wohneinheiten die Baumaschinen anrollen.

Rund 1.000 weitere Wohneinheiten befinden sich in der planerischen „Pipeline“. In der Handewitter Kommunalpolitik herrscht das Motto: „Wo viele Menschen arbeiten, da wollen sie auch wohnen.“

Vier Bauverfahren eingeleitet

Mittlerweile haben vier Bauleitverfahren die erste Stufe, den Aufstellungsbeschluss, passiert. Einer stammt schon aus dem Jahr 2019. Das Gebiet westlich von Handewitt in Richtung Timmersiek wurde damals eher taktisch eingesetzt, um den Verlauf einer überregionalen Stromtrasse zu beeinflussen. Das glückte nicht. Die sechs Hektar wurden nun zurück auf die Agenda geholt, zumal in diesem Bereich das neue Handewitter Feuerwehrhaus errichtet werden soll.

250 bis 300 Wohneinheiten – so schätzt man – sind am Mühlenweg drin. Ähnliches Potenzial verspricht die Fläche zwischen Ahrenshöh und Kirche am südlichen Handewitter Ortsrand. Für das Areal an der Flensburger Straße in Weding ist schon ein Kooperationsmodell mit dem nahen Flensburg angedacht. Jarplund soll sich in südwestlicher Lage ausdehnen. Der Campingplatz Jarplund, der zum Verkauf steht, wurde von der Kommunalpolitik als mögliche Option für die weitere Zukunft registriert.

Kurzum: Die Wohnentwicklung soll die drei größten Dörfer der Großgemeinde Handewitt erfassen – in der Nähe von Schulen, Kindergärten und Versorgungseinrichtungen. Dennoch wird der Zuzug infrastrukturelle Folgekosten auslösen. Bürgermeister Thomas Rasmussen wies darauf hin, dass die Landesplanung das gesamte Volumen kaum auf einen Schlag genehmigen werde. „Wir werden eine Reihenfolge festzulegen haben“, betonte er.

Kleineres Projekt am Mühlenweg

Der büroleitende Beamte Jörg Pantel kündigte einen Workshop mit Stadtplanern an, um sich für die Zukunft der Handewitter Wohnungspolitik zu wappnen.

Ein kleineres Projekt am Handewitter Mühlenweg dürfte noch in diesem Jahr in die Umsetzung gehen. Bei den 32 Wohneinheiten für Senioren, die in acht Viererblocks angelegt werden sollen, wurde im Planungsausschuss bereits über Details gestritten. SSW-Gemeinderat Kaj Clausen bewertete die Anzahl von 40 Parkplätzen als zu gering und wunderte sich über die geplante fünfeinhalb Meter breite Einbahnstraße.

„Die ist so breit, dass sich Pkw und Lkw begegnen könnten“, meinte er und fragte: „Warum schafft man nicht mehr Parkbuchten?“ Moritz Hass von der „HN Stadtplanung“ antwortete: „Auf dieser Straße ist ohne Weiteres ein Halten von Fahrzeugen möglich.“ CDU-Gemeinderat Marx Plagemann bemängelte die zu dichte Bebauung.

„Es zählt wohl jeder Quadratmeter“, warf er ein und kritisierte in einem Atemzug die Bevorzugung von Menschen ab 60 Jahren: „Die jungen Leute müssen länger zu Hause wohnen bleiben, weil wir ja gar keinen Wohnraum für sie schaffen.“ Mit den noch geplanten 1.000 Wohneinheiten dürften sich die Perspektiven auch für andere Altersgruppen verändern.