Ostsee

Riesiges Nato-Manöver: Tausende Soldaten und Schiffe an der Küste

Im Rahmen des Nato-Manövers „Steadfast Dart 26“ werden zahlreiche Soldaten bei einer amphibischen Landungsoperation am Ostseestrand bei Putlos trainieren.

Militärübung: Die Nato will mit der „Steadfast Dart 2026“ Stärke demonstrieren. Rund 10.000 Soldaten und zahlreiche Schiffe sind beteiligt. Beobachter erwarten ein Szenario wie im Kalten Krieg.

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Zusammenfassung

  • Nato-Großmanöver „Steadfast Dart 2026“ bringt rund 10.000 Soldaten und zahlreiche Kriegsschiffe an die Ostseeküste vor Ostholstein.
  • Höhepunkt ist eine amphibische Landungsoperation der Allied Reaction Force bei Putlos unter Beobachtung von Verteidigungsminister Pistorius.
  • Das Manöver erinnert an Übungen im Kalten Krieg und soll Abschreckung zeigen sowie das Zusammenspiel der Bündnispartner im Ernstfall trainieren.

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Kriegsschiffe vor Ostholsteins Küste, Hunderte Soldaten am Ostseestrand von Putlos: Der Nordkreis wird Schauplatz für die Nato-Großübung „Steadfast Dart 2026“. Bei der multinationalen Übung trainiert seit einigen Tagen ein Teil der neuen „Allied Reaction Force“ (ARF) in Norddeutschland. Diese rund 40.000 Soldaten starke Eingreiftruppe, die ständig in Bereitschaft ist, gilt als die „Speerspitze der Nato“.

Rund 10.000 teilnehmende Soldaten machen die Nato-Übung zur größten in diesem Jahr. Diese findet noch bis zum 20. Februar statt – das Flottenmanöver nahe Fehmarn und das Landungsunternehmen am Mittwoch auf dem Truppenübungsplatz in Putlos sind somit das große Finale.

Amphibische Landungsoperation an Ostholsteins Ostseeküste

Wie die Nato weiter mitteilte, sei die amphibische Landungsoperation der ARF-Kräfte einer der „operativen Höhepunkte“ des Manövers. Denn während der Schwerpunkt der Landstreitkräfte im Raum Bergen (Norwegen) liegt, konzentrieren sich die maritimen Operationen auf die Ostsee zwischen Kiel und Fehmarn.

Rund ein Dutzend Schiffe – vom Flugzeugträger bis zum Minenjagdboot – hatten dazu kürzlich in Kiel Station gemacht. Das Flaggschiff des Flottenverbands ist die spanische ESPS „Castilla“, ein Docklandungsschiff, das Truppen, Ausrüstung, Fahrzeuge und Boote für Landungsoperationen transportiert.

Auch das größte Schiff der türkischen Marine, die TCG „Anadolu“, nimmt an „Steadfast Dart 2026“ teil; der amphibische Drohnenträger liegt mit seiner 1.000-köpfigen Besatzung bereits vor der Küste von Todendorf auf Reede. Die deutsche Marine wiederum beteiligt sich mit drei Schiffen, hieß es weiter.

Verteidigungsminister Pistorius besucht Nato-Manöver in Ostholstein

Am Mittwoch erreicht die Flotte nun Ostholsteins Ostseeküste und spielt auf dem Truppenübungsplatz Putlos eine amphibische Landeoperation durch. Die Großübung findet unter den Augen von hochrangigen Beobachtern statt – unter anderem Verteidigungsminister Boris Pistorius und General Ingo Gerhartz, Befehlshaber des „Allied Joint Force Command Brunssum“.

Die politische und militärische Prominenz will sich einen unmittelbaren Eindruck davon verschaffen, wie die „Allied Reaction Force“ gemeinsam von See aus an Land wirkt. „Teile der amphibischen ARF-Flotte operieren dabei küstennah in der Ostsee, während die Landungskräfte koordiniert an der Küste und im Übungsraum eingesetzt werden“, erklärte die Nato.

„Steadfast Dart 2026“: Ein Manöver wie im Kalten Krieg

Dabei werden Erinnerungen an eigentlich seit dem Fall des Eisernen Vorhangs überwunden geglaubte Zeiten wieder wach. Denn vor 1989 waren derartige Großmanöver und zahlreiche weitere Übungen fester Bestandteil des Kalten Krieges – sowohl in West als auch in Ost. Nato und Warschauer Vertrag trainierten mit Regelmäßigkeit zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Stärke und Abschreckung demonstrieren war einst das Ziel – und ist es heute wieder. Denn ob der neuen Bedrohungslage seit dem Krieg in der Ukraine gilt es vor allem, das Zusammenspiel unter den Bündnispartnern wieder zu festigen und auf den Ernstfall vorbereitet zu sein.

Das Manöver „Steadfast Dart 2026“ ist insofern ein besonderer Baustein dazu. Trainiert wird unter anderem die Verlegung von Bündnis-Truppen über mehrere Tausend Kilometer quer durch Europa zur Abwehr eines Angreifers im Ostseeraum. Zahlreiche taktische Szenarien, ergänzt durch Manöver mit deutschen, niederländischen und dänischen Seestreitkräften, seien seit der Abfahrt der Armada in Spanien durchgespielt worden, hieß es.