Zugunglück

Verkehrsbehörde warnt vor „Huckepackwaggons“

Paul Sehstedt
Kopenhagen
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Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Nach dem tödlichen Unfall auf der Brücke über den Großen Belt werden zusätzliche Sicherheitskontrollen von den Bahnbetreibern gefordert – aber kein Verbot der Wagen.

Die staatliche Verkehrsbehörde Trafik-, Bygge- og Boligstyrelsen hat laut ihrem eigenen Internetportal vor der Verwendung des Typs von Huckepackwaggons gewarnt, die vergangenen Mittwoch beim Eisenbahnunfall auf der Großer-Belt-Brücke benutzt wurden.

„Das Risiko besteht, dass Sattelauflieger nicht im Drehschemel/Sattel festgemacht werden, und daher geben wir diese Warnung heraus“, schreibt die Verkehrsbehörde.

Ein Sattelauflieger hatte sich aus seiner Halterung im Huckepackwaggon gelöst und war in einen entgegenkommenden Personenzug gestürzt. Dabei wurden acht Personen im folgenschwersten Eisenbahnunfall in Dänemark seit drei Jahrzehnten getötet und die Ost-West-Eisenbahntrasse blieb für rund 24 Stunden voll gesperrt.

Die Verkehrsbehörde hat sich an die Eisenbahnbetreiber gewandt und dazu aufgefordert, die Sicherung der Sattelauflieger künftig gründlicher zu kontrollieren. Ein Anwendungsverbot wurde nicht ausgesprochen. Bisher steht der sogenannte Königszapfen, der in den Sattel eingeschoben wird, in Verdacht, eine mögliche Unfallquelle zu sein.

Die Zusammenkupplung der Sattelauflieger gilt als sehr stabil und daher vermutet die Behörde, dass der Königszapfen nicht vollständig gegriffen hatte.

Die Carlsberg-Brauerei, die ihr Bier und Leergut mit Sattelaufliegern im Huckepackverkehr zwischen der Produktionsanlage in Fredericia und dem Depot in Kopenhagen transportieren lässt, hat einstweilig diese Transportform eingestellt und ist auf den LKW-Transport umgestiegen.

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