Apple, Facebook und Google

Hunderte neue Windräder für Datenzentren benötigt

Hunderte neue Windräder für Datenzentren benötigt

Hunderte neue Windräder für Datenzentren benötigt

dodo
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Facebook-Datenzentrum in Schweden. Foto: dpa

Die dänische Energiebehörde hat errechnet, dass die neuen Datenzentren Strom von mindestens 700 neuen Windrädern an Land oder 200 auf See benötigen werden. Experten sehen große Konflikte zwischen Bürgern und Kommunen aufkommen.

IT-Giganten wie Apple, Facebook und Google sind dabei, riesige Datenzentren in Dänemark zu errichten. Diese werden in den kommenden Jahren eine Menge Strom benötigen, welcher wiederum durch neue Windkraftanlagen erzeugt werden soll. Das berichtet die Zeitung Jyllands-Posten. Die Energiebehörde hat errechnet, dass der gesamte Stromverbrauch der Datenzentren im Jahr 2030 rund 7,5 Terrawattstunden pro Jahr betragen wird. Das entspricht einem Stromverbrauch von 1,9 Millionen dänischen Haushalten.

Da die Regierung sich das Ziel gesetzt hat, bis 2030 den gesamten dänischen Stromverbrauch über regenerative Energieträger zu decken, bedeutet dies, dass laut Energiebehörde 700 neue Windkraftanlagen an Land oder 200 neue auf See benötigt werden, um alleine den Strombedarf von Apple und co. bedienen zu können.

Es sei zwar nicht vorgeschrieben, dass die grüne Energie zwingend durch Windräder erzeugt werden müsse, doch dies sei die günstigste Methode, sagt der Direktor der Energiebehörde Dansk Energi, Lars Aagaard, zu JP.

Proteste der Bürger

Im kommenden Jahr soll das erste Datenzentrum in Viborg in Betrieb gehen. Derzeit wird mit Hochdruck daran gearbeitet, Windräder aufzustellen, um den Strombedarf zu decken. Das hat wiederum zu Protesten von Anwohnern geführt. Und diese werden in den kommenden Jahren noch deutlich mehr werden, sagt Forscher und Experte für technologische Konflikte, Kristian Borch, von der DTU ( Danmarks Tekniske Universitet).

„Wenn die Windräder aufgestellt werden sollen, wird es zu 100-Prozent große Konflikte mit den Bürgern geben. Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche“, so Borch.

Die Problematik sieht auch Lars Aagaard. Er hofft, auf gute Dialoge zwischen Bürgern und Kommunen, macht aber auch deutlich, dass es für Dänemark nur möglich sei, seine Klimaziele und das Klimaabkommen von Paris einzuhalten, wenn mehr Windräder und Hochspannungsleitungen gebaut werden. Wolle die Gesellschaft dies nicht, brauche es auch keine Klimaziele für die Zukunft, so Aagard.

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