Handball

Bei den SønderjyskE-Handballerinnen war die Luft raus

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Louise Ellebæk und SønderjyskE konnten Team Esbjerg nicht gefährden.

Zweimal in jüngster Vergangenheit musste der dänische Meister und Pokalsieger in Apenrade zittern, doch diesmal nicht. Die SønderjyskE-Handballerinnen leisteten sich Fehler am laufenden Band und machten es mit fehlender Aggressivität in der Deckung Team Esbjerg leicht.

Die SønderjyskE-Handballerinnen haben mit der historischen Bronzemedaille beim Pokal-Final-Four kurz vor dem Jahreswechsel an die Tür zur erweiterten Spitze des dänischen Frauenhandballs geklopft und auch zum Ausdruck gebracht, dass man in Zukunft noch mehr will.

Der Weg nach ganz oben ist aber noch weit. Mit Team Esbjerg ist zu Jahresbeginn eine europäische Spitzenmannschaft in Apenrade zu Gast gewesen, die den Hellblauen vor 1.347 Zuschauerinnen und Zuschauern die Grenzen aufgezeigt hat. Auch ohne Vollgas geben zu müssen, hat sich der amtierende Meister und Pokalsieger ungefährdet mit 38:26 durchgesetzt.

Müdigkeit in Kopf und Seele

„Die Luft war raus. Es fehlte die Aggressivität vom Wochenende. Die Müdigkeit in Kopf und Seele war deutlich zu erkennen, und wenn wir nicht hundertprozentig bei der Sache sind, machen wir merkwürdige Dinge“, sagt SønderjyskE-Trainer Peter Nielsen zum „Nordschleswiger“.

SønderjyskE hatte nach dem Wiederaufstieg in die Liga dem Starensemble aus Esbjerg zweimal das Leben schwer gemacht. Team Esbjerg hatte in der Meisterschaftsendrunde der vergangenen Saison zwar deutlich mit 34:23 gewonnen, zuvor aber bei den Gastspielen in Apenrade nur mit Glück einen 26:22- und 29:28-Erfolg entführt.

SønderjyskE weit unter dem eigenen Niveau

Um eine europäische Spitzenmannschaft ins Wanken zu bringen, muss schon vieles zusammenlaufen. Der Außenseiter muss über sich hinauswachsen, der Favorit unter seinem Niveau bleiben, doch diesmal war es der Außenseiter, der weit unter dem eigenen Niveau blieb.

Die SønderjyskE-Handballerinnen machten Fehler am laufenden Band. Sieben Ballverluste allein in den ersten 20 Minuten, viele davon fast unbedrängt, machten es dem Gegner leicht.

Vier Tage nach dem dritten Pokalsieg in Folge spulte Team Esbjerg sein Pensum locker herunter, machte aus einem 1:3-Rückstand eine 8:4-Führung und lag bereits vor dem Seitenwechsel mit sieben Toren Unterschied vorne. Bereits beim 13:22 nach wenigen Minuten der zweiten Halbzeit war alles gelaufen.

„Ich ärgere mich über unsere Defensive. Die Aggressivität war völlig weg“, so Peter Nielsen.

Lea Hansen (5), Melissa Petrén (4), Louise Ellebæk (3), Ida Marie Dahl (3), June Bøttger (3), Josefine Dragenberg (2), Sarah Paulsen (2), Karine Dahlum (2), Nicoline Olsen (1) und Olivia Simonsen (1) erzielten die Tore für SønderjyskE.

Henny Reistad (10), Michala Møller (5), Kaia Kamp (5), Line Haugsted (4) und Rikke Iversen (4) waren die erfolgreichsten Werfer von Team Esbjerg.