Kultur

„Uns fehlen die Pferde“ – darum geht das Apenrader Ringreiten neue Wege

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Die Reiterinnen und Reiter beim Stechen der Ringe

Immer weniger Aktive nehmen am Apenrader Ringreiten teil. Dagegen bleibt die Zahl der Gäste, die auf den Ringreiterplatz kommen, stabil. Was tun die Veranstalterinnen und Veranstalter, um das Traditionsfest auch für die Zukunft zu sichern. Der Vorsitzende hat Antworten.

„Die Anzahl der Reiterinnen und Reiter nimmt ab“, stellt Mogens Dall fest. Der Vorsitzende des Apenrader Ringreitens erklärt aber im selben Atemzug, warum: „Es gibt viele, die gerne teilnehmen würden, denen jedoch ein Pferd fehlt.“

191 Teilnehmende ritten beim Ringreiten um den Königstitel. Im Jahr zuvor waren es etwas mehr als 220, und 2022 nahmen 227 teil. Die Tendenz ist demnach abnehmend.

Das Apenrader Ringreiten ist jedoch nicht nur reitsportliches Event, sondern bietet den Leuten vor Ort ein Volksfest mit Live-Musik in zwei Zelten, einem Spieleland für Kinder und dem Jahrmarkt mit einigen Fahr- und Vergnügungsgeschäften.

Vorsitzender Mogens Dall (l.) bei der Festrede des Ringreiter-Frokosts im großen Zelt

Doch was wird unternommen, um das kommunale Traditionsfest – in diesem Jahr kamen immerhin mehr als 25.000 Besuchende auf den Platz – auch in Zukunft abhalten zu können. Einige kleinere Ringreit-Events sind schon verschwunden, und andere kämpfen ums Überleben.

Wichtig für Mensch und Region

Dabei sind solche Veranstaltungen ein wichtiger Teil der lokalen Gesellschaft, fördern Zusammengehörigkeitsgefühl und sogar das subjektive Wohlbefinden der Menschen, wie aus verschiedenen internationalen Studien hervorgeht. Und: Das Ringreiten ist Teil des immateriellen Kulturerbes der Unesco. Da das Ringreiten vorrangig von freiwilligen Kräften getragen wird, wird zudem das Miteinander gestärkt.

Mogens Dall stellt sich vor, mit den hiesigen Reitschulen zusammenzuarbeiten, um mehr Pferde zur Verfügung stellen zu können, „damit mehr Pferdesportbegeisterte mitmachen können“, so der Apenrader. Das würde den Mangel an Pferden – zumindest teilweise – beheben.

Tradition und Neues

Aufzug der Reiterinnen und Reiter auf dem Ringreiterplatz
Siegerehrung beim Apenrader Ringreiten 2025

In den vergangenen Jahren ist am Programmangebot gedreht worden. „Wir wollen weiterhin daran arbeiten, das Spieleland weiterzuentwickeln“, berichtet Dall. Zudem sollen „neue Events eingearbeitet werden, wobei wir aber gleichzeitig an den Traditionen festhalten wollen“.

Ehrenamt stärkt das Ringreiten

Und auch auf die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer setzt Mogens Dall für die Ringreitzukunft. „Je mehr wir davon haben, desto mehr können wir am Ringreiten festhalten“, ist er fest überzeugt. Neben dem Vorstand gab es unter anderem junge Ehrenamtliche, die sich um die Beseitigung des Abfalls bei der viertägigen Veranstaltung gekümmert haben. „Die Hauptverantwortlichen seien von 26 im Jahr 2023 auf inzwischen fast 50 angestiegen“, fügt der Vorsitzende hinzu.

Keine Zukunft für den Jahrmarkt

Ob der Jahrmarkt in der Form, wie er jetzt angeboten wurde, auch in fünf oder zehn Jahren noch existiert, sei allerdings fraglich, sagt Dall. „Die Angebote sind personell und finanziell unter Druck. Auf Sicht müssen wir den Jahrmarkt durch andere Angebote ersetzen.“ Was das sein könnte, ist jedoch noch fraglich und „wird Thema auf den kommenden Vorstandstreffen sein“.

Das Apenrader Ringreiten verändert sich weiter, damit die Apenraderinnen und Apenrader auch in Zukunft das jährliche Ringreiten feiern können und die Angebotsvielfalt in einer ländlichen Region gestärkt bleibt.

Ringreiten: Geschichtlicher Hintergrund