Kultur und Freizeit

Skaterhalle Pattburg: Rettungsversuch mit einer alles entscheidenden Bedingung

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Wollen mit Kollegen des neuen Vorstandes den Betrieb der Street-Sport-Halle in Pattburg fortführen: (v. l.) Lars Bürster, Hauke Beierdörffer und Tom Schilling (Vorsitzender).

Das Aus des Street-Sport-Park Pattburg schien besiegelt. Ein neu formierter Vorstand um den Flensburger Tom Schilling ist nun in die Bresche gesprungen, um die einzige Skaterhalle weit und breit zu bewahren. Die Initiatoren haben viele Ideen und setzen auf die deutsch-dänische Achse – und auf ehrenamtliche Unterstützung.

„Von Kolding bis weit nach Schleswig-Holstein hinein gibt es kein vergleichbares Angebot. Es wäre ein Jammer sowohl für Nutzerinnen und Nutzer aus Dänemark als auch Deutschland, wenn diese Möglichkeit wegfällt“, sagt Tom Schilling am Rande eines Klarschiffmachens in der Skaterhalle am Lejrvejen in Pattburg.

Die Pattburger Arena mit dem angeschlossenen Verein „Street Sport Park Padborg“ (SSPP) wurde vor rund 10 Jahren mit Unterstützung von Unternehmer Henrik Kock für Streetsportlerinnen und -sportler hergerichtet. Kock ist nach wie vor Fürsprecher.

Seit dem 1. Oktober 2023 gehört das Grundstück samt Gebäude Lejrvejen 8 dem Unternehmen TRICOLORE/HANSEN & SØN, das die Halle nach wie vor als Vermieter zur Verfügung stellt.

Reißleine gezogen

Vor allem BMX-Fahrende und Rollerfreaks haben sich in der Pattburger Indoorarena austoben können. Da es allen voran an freiwilligen Kräften mangelte und die finanzielle Situation sich aufgrund eingeschränkter Öffnungszeiten zuspitzte, sah sich der SSPP-Vorstand vor einigen Monaten gezwungen, den Betrieb einzustellen und den Verein aufzulösen.

Das ist erst einmal abgewendet. Tom Schilling und Mitstreitende setzen auf einen Neustart. Am Freitag, 13. Juni, ist ab 12 Uhr eine Neueröffnung angesetzt. Dafür haben Schilling und Vorstandskollegen die Rampen in Schuss gebracht und teilweise neu angeordnet.

„Wir wollen den Neubeginn mit allen Interessierten aus Dänemark und Deutschland gebührend feiern“, sagt der 40-jährige Skater- und BMX-Fan. Er gehörte dem Vorstand vor Jahren bereits an und feiert quasi ein Comeback.

Grenzenloses Angebot

Tom Schilling vor dem Eingang der Skater- und BMX-Halle am Lejrvej in Pattburg, für deren Fortbestehen er sich einsetzen will.

Der grenzüberschreitende Gedanke soll eine zentrale Rolle spielen. „Es gibt viele Skater aus Deutschland, die die Pattburger Halle kennen und schätzen. Sie kommen teilweise ganz aus dem Hamburger Raum“, erwähnt Vorstandsmitglied Lars Bürster, der selbst in Schleswig wohnt und als BMX-Freak die Pattburger Halle liebgewonnen hat.

Bürster hat in den vergangenen Tagen mit dem Schweißgerät letzte Hand angelegt, um Rampen für den Neubeginn klarzumachen.

Deutsche und Dänen sollen gleichermaßen angesprochen werden, betont auch Tom Schilling, der viele Jahre in Dänemark gearbeitet hat und Dänisch spricht.

Lars Bürster (l.), Tom Schilling und Helfercrew haben zur Neueröffnung viele Arbeitsstunden in die Street-Sport-Halle investiert.

Dem neuen fünfköpfigen Vorstand haben sich fast ausschließlich Personen von südlich der Grenze angeschlossen. Das soll sich nach Möglichkeit ändern. Man nehme liebend gern weitere Personen von dänischer Seite im Vorstand auf, betont Schilling.

Vielseitiger werden

Er und seine Kollegen haben so einige Ideen. Den Indoorpark möchten sie vor allem breiter aufstellen. Cruisten bislang in erster Linie BMX-Freaks und Rollerfahrende in der Halle herum, sollen künftig auch Skateboarderinnen und -boarder sowie Inlineskatende auf ihre Kosten kommen. „Wir sind gerade dabei, einen Bereich für Skateboarder herzurichten“, erwähnt Schilling.

Ihm schweben auch Aktivitätsmöglichkeiten für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer vor. Dafür sollen Bereiche der Halle und Rampen ebenfalls ausgerichtet werden. Man werde Kontakt zu Behindertensportorganisationen und Einrichtungen aufnehmen, so der neue Vorsitzende.

Ohne Hilfe keine Chance

Ein Shop für Streetsport-Equipment, ein kleiner Kioskbetrieb und Öffnungszeiten auch in der Woche – zuletzt war die Halle nur an den Wochenenden geöffnet – sowie ein gezieltes Angebot für Schulen, Einrichtungen und Vereine stehen ebenfalls auf der Ideenliste.

Der neue Vorstand ist sich über die Achillesferse seines Vorhabens bewusst: Nur mit ausreichend Freiwilligen, die während der Öffnungszeiten Ansprechpartner sind und Aufsicht führen, kann der Betrieb laufen.

„Darüber sind wir uns im Klaren und darauf wird der Fokus gelegt. Derzeit haben wir eine Gruppe von 15 Helferinnen und Helfern notiert. Es müssten gern noch viel mehr werden“, sagt Vorstandsmitglied Hauke Piet Beierdörffer, der ebenfalls aus Flensburg kommt und gern waghalsige Sprünge mit dem BMX-Rad macht.

Neben Schilling, Bürster und Beierdörffer gehören noch Stephan Sax und Sascha Roskosz dem Initiatorenkreis an.

Hauke Beierdörffer ist begeisterter BMX-Fahrer und Mitglied des neuen SSPP-Vorstandes.

„Ob Eltern, aktive Erwachsene oder andere, die mit ein paar Stunden Dienst den Betrieb am Laufen halten – wir würden uns über jeden und jede freuen, die helfen. Wir sind darauf angewiesen und wollen es mit Gutschriften und anderen Vergünstigungen gern honorieren“, betont Tom Schilling.

Man dürfe sich über die Homepage, über Facebook oder Instagram gern beim Verein melden.

Der Beitrag ist aktualisiert worden: Initiator Henrik Kock ist nicht Immobilienbesitzer. Seit dem 1. Oktober 2023 gehört das Grundstück am Lejrvejen dem Unternehmen TRICOLORE / HANSEN & SØN.