Energie

Neue Biogasanlage: Anwohnerschaft fürchtet den LKW-Verkehr

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Rund 70 Personen nahmen am zweiten Bürgertreffen teil, das sicherheitshalber in den Klosterhallen durchgeführt wurde.

Zum zweiten Mal fand ein Bürgertreffen zum geplanten Werk bei Westerterp statt, das das Unternehmen Nature Energy bauen will. Das Projekt befindet sich bis zum 27. Mai in der Anhörung.

„Wenn die Verwaltung uns sagt, der Vinumvej ist breit genug für einen größeren LKW-Verkehr, dann müssen wir das glauben“.

So reagierte der Vorsitzende des Technischen Ausschusses der Kommune Tondern, Poul Erik Kjær (Venstre), auf die Kritik, die rund 70 Personen am Montagabend bei einem Bürgertreffen äußerten. Das Thema war die geplante Biogasanlage zwischen Laurup (Lovrup) und Westerterp (Vester Terp).

Die Kommune hatte für die Veranstaltung vorsichtshalber die Klosterhalle in Lügumkloster (Løgumkloster) als Veranstaltungsort gewählt, da es beim ersten Bürgertreffen mit 100 Personen im Versammlungshaus in Laurup sehr eng gewesen sei, erklärte Kjær. Er sprach von einem sehr guten Treffen. Und seine scherzhafte Aufforderung, sich nicht zu kloppen, ist eingehalten worden.

Beim ersten Bürgertreffen ging es verbal hoch her. Doch auch bei der zweiten Veranstaltung war die Stimmung ziemlich geladen, aber gemäßigt gewesen. „Man spürte viel Gegenwind aus dem Publikum“, berichtet Andreas Born, der seit 2012 ein Haus am Vinumvej besitzt und damit Betroffener ist.

„Ich denke, keiner der Anwesenden ist ein Anhänger dieses Werks“, erklärte er.

Hauptsorge der Anwohnerschaft des Vinumvej ist der stark erhöhte LKW-Verkehr, wenn Lastwagen die 850.000 Tonnen organisches Material ins Werk fahren.

Der Vinumvej sei mit einer Fahrspur mit einer Breite von 2,9 Metern schon jetzt viel zu eng. Ein Überholen eines Lasters sei auf einer langen Strecke der sehr steilen Straße nicht möglich, meinen die Bürgerinnen und Bürger. Außerdem befürchten die Anwohnerinnen und Anwohner Lärm vom Werk und vom Verkehr sowie mehr Unfälle bei 69.000 zusätzlichen Lkw-Fahrten pro Jahr.

Bei einer Stadtratssitzung nahm die Anwohnerschaft mit einem Protestbanner Aufstellung vor dem Rathaus (Archivfoto).

Verwaltung: Straße ist breit genug

„Unsere Verwaltung hat uns mitgeteilt, dass die Straße für diesen Verkehr breit genug ist, obwohl sie uns Politikern auch sehr eng erscheint“, räumte Kjær einen Tag später ein.

Nature Energy habe angeboten, bei der Werkseinfahrt eine Abbiegespur zu bauen. „Die Kommune hat kein Geld, den Vinumvej zu verbreitern. Das würde 40 Millionen Kronen kosten. Mit diesen Kosten haben wir nicht geplant“.

Das Publikum glaubt, dass weder die Verwaltung der Kommune noch Nature Energy oder dessen Beraterteam sich den Vinumvej jemals selbst angesehen haben, sondern ausschließlich anhand von Landkarten planen. Das habe keine Verbindung zur Wirklichkeit. „Wir sind ja nicht blöd. Das ist reine Bauernfängerei“, lautet Borns Kritik.

Die Kommune habe Nature Energy nicht den Standort bei Westerterp zugewiesen. Vielmehr habe sich das Unternehmen selbst die 30 Hektar große Fläche ausgesucht. An dieser Adresse sei schon vor einigen Jahren ein Biogaswerk geplant gewesen, das aber nie gebaut wurde.

Viel Platz gibt es nicht auf dem Vinumvej, wenn sich zwei LKWs treffen (Archivfoto).

Anhörung zum Schreiben nutzen

Sowohl die Versammlungsleitung als auch Poul Erik Kjær forderten dazu auf, während der Anhörung Einsprüche zu schreiben und Kommentare zum Entwurf des Bebauungsplans zu schreiben. Kjær glaubt, dass die Biogasanlage im August in den Stadtrat kommen wird.

Nature Energy betreibt bereits zwei Anlagen in der Kommune Sonderburg (Sønderborg). Auch den geplanten Standort in Mellerup in der Kommune Tondern will die Firma für ein weiteres Werk nutzen.

Biogasanlage in Zahlen