Handball

Annika Meyer und die Lust auf neue Abenteuer

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Annika Meyer im Trikot von Horsens HK

København Håndbold ist der neue Klub und bereits die zehnte Station in der Karriere der 31-Jährigen. Für die Haderslebenerin selbst fühlt sich das gar nicht wie so viele an. Die Lust, etwas Neues zu probieren und sich sportlich zu verbessern, war der Antrieb.

Annika Meyer ist vor wenigen Wochen als neue Spielerin von København Håndbold vorgestellt worden. Die ehemalige U18-Weltmeisterin hat in der dänischen Hauptstadt einen Vertrag bis zum Sommer 2027 unterschrieben und kehrt somit zu dem Klub zurück, bei dem sie bereits von 2017 bis 2019 spielte und 2018 dänische Meisterin wurde.

Für die 31-jährige Haderslebenerin ist es bereits die zehnte Station ihrer Karriere, vier davon in der deutschen Bundesliga. Nach ihrer Jugendzeit bei SønderjyskE ging es zu HC Odense (2012-13), VfL Oldenburg (2013-16), Buxtehuder SV (2016-17), København Håndbold (2017-19), Aarhus United (2019-21), Thüringer HC (2021-22), SC BBM Bietigheim (2022-23) und Horsens HK (2023-25).

„Von außen betrachtet kann das wie viel aussehen, aber es fühlt sich gar nicht so an. In Thüringen und Bietigheim war ich nur ein Jahr, aber in fast allen anderen Klubs war ich über mehrere Jahre. Es ist immer eine Frage, wo man im Leben steht, und ich hatte immer die Lust, etwas Neues zu probieren“, sagt Annika Meyer zum „Nordschleswiger“.

Annika Meyer holte mit Bietigheim das Double.

Die Abenteuerlust war ein Antrieb, aber auch der sportliche Aufstieg.

„Nach drei Jahren in Oldenburg brauchte ich neue sportliche Herausforderungen, und der Wechsel nach Buxtehude war ein Schritt nach vorne“, so die Kreisläuferin, die aber auch einen Schritt nach hinten gemacht hat, wenn es die Situation erforderte.

„Ich bekam bei København Håndbold nur begrenzt Einsatzminuten und ging nach Aarhus, war danach aber wieder bereit für neue Herausforderungen in Deutschland. Thüringen war eine tolle Erfahrung, aber wenn Bietigheim anruft, sagt man nicht Nein“, so Annika Meyer, die 2023 mit dem SC BBM Bietigheim die deutsche Meisterschaft und den DHB-Pokalsieg feierte. Danach ging es in die Heimat zurück.

„Ich wollte nach Hause, näher an die Familie“, so die 70-fache Jugend-Nationalspielerin, die auch in diesem Sommer Angebote aus dem Ausland hatte, doch die Abenteuerlust ist nicht mehr so groß wie früher.

Annika Meyer absolvierte 70 Jugend-Länderspiele für Dänemark, hier neben Anne Mette Hansen.

„Ich hatte gute Möglichkeiten, wieder ins Ausland zu gehen, aber ich habe mich für København Håndbold entschieden. Ich bin nicht alt, aber ich merke schon, dass ich älter geworden bin. Es bedeutet mir viel, dass ich nah an der Familie bin, dabei sein kann, wenn meine Schwester ihre Kindstaufe hat, und meine Eltern werden auch nicht jünger“, sagt die Haderslebenerin, die nach Kopenhagen gezogen ist, wo ihr Freund bereits lebt.

„Bei meinem ersten Aufenthalt bei København Håndbold und in Aarhus habe ich mit meinem Freund zusammengelebt, aber in Thüringen und Bietigheim war ich alleine unterwegs“, erzählt Annika Meyer, die sich darauf freut, in der dänischen Hauptstadt eine Basis aufzubauen.

Eine Basis mit einem neuen Arbeitgeber, nicht nur sportlich.

Annika Meyer spielte in den vergangenen zwei Jahren in Horsens.

„Ich beginne in der kommenden Woche bereits meine dritte Ausbildung“, so die 31-Jährige, die schon eine Ausbildung zur Physiotherapeutin und zur Betriebswirtin hinter sich hat: „Ich werde bei der Anwaltsfirma Jung Petri eine Ausbildung zur Sachbearbeiterin in Angriff nehmen. Ich liebe es, neben dem Sport einer anderen Tätigkeit nachzugehen. In Horsens habe ich mit Sponsoren gearbeitet. Ich hoffe, dass ich bei Jung Petri wöchentlich 25 Stunden schaffen kann, und dann eben morgens und abends arbeiten, damit es mit dem Training passt.“