Deutsche Minderheit

Mit Kampfsport und Massage die Klassengemeinschaft stärken

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Besser kennenlernen und Vertrauen: Motopädagoge Matthias Pose (r.) leitet die Gruppe seit knapp einem Jahr an, mit dem Ziel, mehr Selbstvertrauen zu bekommen und gleichzeitig die Gemeinschaft zu fördern.

Kleine Klassen, weniger Schülerinnen und Schüler – das wird meist als Vorteil gesehen, kann aber auch zu Herausforderungen führen, wie sich an der Deutschen Privatschule Feldstedt herausstellte. Allerdings sind Lehrende und pädagogisches Personal nah an den Kindern und können schnell reagieren. Unter anderem gibt es Unterstützung von einem Motopädagogen.

Die Kinder sitzen im Kreis. Drei von ihnen liegen auf dem Bauch in der Mitte, Lehrer Andreas Vincentini ist ebenfalls dabei. Auf den Rücken der Kinder stehen Klangschalen in verschiedenen Größen. „Schlag mal ganz vorsichtig an“, fordert Motopädagoge Matthias Pose eine Schülerin auf. Mit einem Klöppel bringt sie die Schale zum Klingen – je größer die Schale, desto tiefer der Ton.

„Wie hat sich das angefühlt?“, fragt der staatlich geprüfte Pädagoge. „Schön, irgendwie“, sind sich die drei einig.

Motopädagogik gegen Konflikte

Konzentriert beobachten die Kinder

Seit knapp einem Jahr arbeitet Pose regelmäßig mit der zusammengelegten 5. und 6. Klasse. „Es gab Konflikte in der Klasse“, berichtet Schulleiterin Viola Matthiesen. Die sollten rasch gelöst werden – und der Motopädagoge wurde Teil des Konzepts.

Heute zieht sie eine positive Bilanz: „Es gibt weniger Konflikte.“ Auch Kollege Bo Mansen, Leiter der Schulfreizeitordnung, bestätigt die Entwicklung.

Wissenschaftliche Studien zeigen: Wo Menschen aufeinandertreffen, entstehen Konflikte – aus unterschiedlichen Gründen. „Bei uns sind es die kleinen Klassen, die Vorteile haben können, aber manchmal eben auch Nachteile. Für manche Kinder ist es schwierig, wenn sie wenig Auswahl an Spielkameradinnen und -kameraden haben. Man versteht sich nicht mit jedem. Dann kommt es zu Streit“, erklärt Matthiesen. Weil man in Feldstedt so eng beieinander sei, könne man jedoch schnell reagieren.

Bewegung schafft Vertrauen

Matthias Pose erklärt den Kindern, dass miteinander spielen wichtig sei.

Hier setzt Matthias Pose an. Mit leichten Übungen aus dem Kampfsport fördert er „die zwischenmenschliche Interaktion über Bewegung“, wie er sagt. Hinzu kommen weitere Angebote, die die Kinder zum gemeinsamen Spielen bringen – „was sie meist, besonders nach Corona, nicht mehr so häufig machen“.

„Wir stimulieren die Kinder durch Kräftemessen, Sprünge auf und über Weichbodenmatten und auch sanfte Berührungen wie bei der Massage“, erklärt Pose. Dadurch entstünden Werte wie Verantwortung, Verlässlichkeit und Vertrauen, die den Kindern Struktur geben.

Lernen für den Unterricht

Lehrer Andreas Vincentini sitzt bei den Übungen mit im Kreis. So lernt er Methoden der Motopädagogik kennen und kann sie besser verstehen – und später auch im eigenen Unterricht einsetzen.

„Wir wollen, dass sich alle so wohl wie möglich fühlen“, sagt Schulleiterin Matthiesen. Der Motopädagoge sei dafür eine wertvolle Unterstützung, „damit wir noch schneller Erfolge erzielen können“.

Motopädagogin – Motopädagoge

Motopädagogik verbindet Bewegung mit pädagogischen Ansätzen.

Motopädagogen sind speziell geschult, Entwicklungsprozesse über Bewegung zu begleiten und Lern- wie auch Lebensfreude zu unterstützen.