Rückschau auf Die wahl 2025

16 buchreife und nervenaufreibende Tage, bis zur Wahl des Bürgermeisters geschritten wurde

Jørgen Popp Petersen freute sich über das gute Team, das hinter ihm steht.

Der Kommunalvorsitzende der Schleswigschen Partei, Christian Andresen, und Jørgen Popp Petersen berichteten über die aufreibenden Konstituierungsgespräche: Christian Andresen bleibt trotz mehrfacher Rücktrittsankündigungen Chef der Schleswigschen Partei an der Westküste. 

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Zusammenfassung

  • Die Schleswigschen Partei stand vor der Kommunalwahl unter Druck wegen Ermittlungen gegen Bürgermeister Jørgen Popp Petersen.
  • Trotz der Krise sorgte eine Umfrage für neuen Optimismus, der in einen deutlichen Wahlsieg und die Wahl Popp Petersens zum Bürgermeister mündete.
  • Das starke Ergebnis bringt mehr Mandate, zusätzliche Aufgaben und einen erweiterten Vorstand, wobei Christian Andresen übergangsweise Parteichef bleibt.

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In den Siegestaumel vom Abend des 18. November 2025 ließen sich die Anwesenden der BDN-Bezirksmitgliederversammlung mitreißen, als der Kommunalvorsitzende der Schleswigschen Partei, Christian Andersen, und Bürgermeister Jørgen Popp Petersen den Wahlabend und besonders die Tage bis zur Wahl Popp Petersens zum Bürgermeister Revue passieren ließen.

Die optimistische Stimmung vor der Kommunalwahl am 18. November wich am 5. September der Ernüchterung, als der Fernsehsender „TV2“ über Anzeigen der Fødevarestyrelsen gegen Landwirt und Bürgermeister Jørgen Popp Petersen berichtete. In seinen Schweineställen sollen die Prüfer widrige Zustände mehrfach und über einen längeren Zeitraum aufgedeckt haben und zeigten ihn bei der Polizei an.

Krisenmanagement nötig

„Da war Krisenmanagement nötig“, meinte Andresen. Für die örtliche Schleswigsche Partei und für den Hauptvorstand habe es nie einen Zweifel gegeben, dass am Spitzenkandidaten trotz des schwebenden Verfahrens festgehalten würde.

„Wir überlegten, was diese Umstände für Konsequenzen für den Wahlausgang haben würden.“ Die SP hatte vor dem Bekanntwerden mit Stimmengewinnen und mehr Mandaten als den bisherigen vier gerechnet. „Nun überlegten wir, ob wir unser Ergebnis halten oder ob wir vielleicht einen kleinen Gewinn erzielen könnten“, berichtete Christian Andresen.

Umfrage: Die SP geht durch die Decke

Eine Epinion-Umfrage spielte der SP in die Karten, die der Schleswigschen Partei einen Erdrutschsieg prophezeite. „Plötzlich strömten Sympathiebekundungen auch von außerhalb der Minderheit auf uns zu, obwohl die Umfrage von vielen als Schrott und als an der Realität vorbei heruntergemacht wurde. Für uns war sie ein Licht am Ende des Tunnels, denn damit wurde bewiesen, dass wir auch weiter wählbar sind. Viele meldeten sich außerhalb unserer Wahlgruppe und wollten mithelfen. Der Optimismus stieg auch dank neuer Wahlkampfideen und Unterstützung der Jungen Spitzen. Es kam Hilfe, wie aus dem Nichts“, freute sich Christian Andresen.

2009 übernahm Christian Andresen zunächst kommissarisch das Amt als Kommunalvorsitzender der Schleswigschen Partei in der Kommune Tondern. Ein Jahr später wurde er offiziell gewählt.

Die Meinungsumfrage sagte der Partei sensationelle 26,6 Prozent aller Stimmen voraus. Damit wäre die Partei mit neun Mandaten (vorher vier) im Stadtrat vertreten gewesen.

Ein Traumergebnis

  • Die 13 Kandidierenden der Schleswigschen Partei holten am 18. November insgesamt 5.029 Stimmen.
  • Das entspricht 25,7 Prozent aller Stimmabgaben oder einem Zuwachs von 12,4 Prozent. 
  • Die SP wurde mit diesem Ergebnis mit großem Abstand die größte Partei des Stadtrats. 
  • Allein auf Jørgen Popp Petersen entfielen 3.845 Stimmen. 
  • Den größten prozentualen Anteil aller Stimmen erreichte die SP in Osterhoist (Øster Højst) mit 51 Prozent. Mehr als jede/r 2. Wählerin oder Wähler machte ihr/sein Kreuz bei der Liste S.
  • Die weiteren Wahllokale mit hohen SP-Anteilen: Bedstedt (Bedsted): 46,9 Prozent, Lügumkloster (Løgumkloster): 46 Prozent, Norderlügum (Nørre Løgum): 41,8 Prozent
  • Im größten Wahllokal in den Tondernhallen brachte es die SP immerhin auf 31,7 Prozent. Die Partei punktete auch in Gegenden, die nicht zum Kerngebiet der SP zählen.

„Als die ersten Wahlergebnisse dann eintrudelten, sahen wir – und auch die Kritiker der Umfrage – Zahlen, von denen wir nicht einmal geträumt hatten. In mehreren Abstimmungslokalen lagen wir dicht an 50 Prozent, in Osterhoist sogar mit 51 Prozent darüber. Sogar in Tondern, dem größten Wahllokal der Kommune, lag der SP-Stimmenanteil bei 31,7 Prozent“ , erinnert sich der SP-Wahlgeneral.

Ohne die SP geht nichts

„Das sagte uns, dass eine Konstituierung ohne die SP nicht machbar war. Was nach der Wahlnacht folgte, waren 16 nervenaufreibende Tage. Immer wieder kam es zu Mutmaßungen über neue Konstituierungsabsprachen. Erst am 4. Dezember, als sich der Stadtrat konstituierte, wich die Unsicherheit, als Jørgen bis auf die drei Stimmen von der Dänischen Volkspartei zum Bürgermeister gewählt wurde. Vor der Wahl wollten die Parteien nicht über mögliche Konstellationen mit uns sprechen. Doch die kleineren Parteien hielten auch nach dem Wahlabend an der Zusage fest, Popp Petersen zu wählen“, freute sich Christian Andresen.

Die jüngere Generation der Schleswigschen Partei im Gespräch

Über die 16 Tage, in denen man einen klaren Kopf bewahren musste, könne man ein Buch schreiben, wenn „wir denn dafür Zeit hätten“, meinten Jørgen Popp Petersen und Christian Andresen. Das Stimmungsbarometer ging von Sonnenschein auf Gewitter und endete schließlich doch wieder mit Sonnenschein, so Andresen.

Das gute Ergebnis verpflichte, meinten sowohl der Parteivorsitzende als auch Jørgen Popp Petersen. Die SP sei jetzt die größte Partei im Stadtrat. Auch regionale, öffentliche Ämter müssen angenommen werden, so zum Beispiel Randi Damstedt, die neue stellvertretende Vorsitzende der Schleswigschen Partei werden will.

Hauke Grella (links) will in einem Jahr wieder aktiv bei der Schleswigschen Partei einsteigen. Er war früher Wahlausschussvorsitzender.

„Und aus den 21 Wahlhelferinnen und -helfern, die bei vier Mandaten für die Besetzung der Wahllokale erforderlich sind, müssen jetzt 52 zusammengetrommelt werden“, erläuterte Christian Andresen in seinem vermeintlich letzten Jahresbericht. Trotz mehrfacher und rechtzeitiger Rücktrittsankündigungen war es nicht gelungen, die Nachfolge zu klären. Daher wird er mit Unterstützung anderer als Übergang auf Zeit das Amt weiterführen.

Stellvertreter für konkrete Projekte einsetzbar

Sein Stellvertreter Jakob Tästensen wurde in seinem Amt bestätigt, der für konkrete Projekte zuständig sein soll. Mit acht Stadtratsmitgliedern vergrößert sich nun auch der Vorstand des Bezirksvereins der SP.

Es meldeten sich spontan mehrere Freiwillige, die bei der politischen Arbeit der SP mitarbeiten wollen.