Verkehrssicherheit

Videoüberwachung an Bahnübergängen in Nordschleswig: Vater reagiert auf Mitteilung

Verschneiter Straßenrand mit Holzpfosten, kleinen Lampen und handgeschriebenem Schild
Zur Erinnerung wurde unter anderem ein Schild am Bahnübergang aufgestellt.

Unbeschrankte Bahnübergänge werden mit Kameras ausgestattet. Nach tödlichen Unfällen soll Fehlverhalten verhindert werden. Werner Hansen hofft, dass nicht nur die Verkehrsteilnehmenden überwacht werden, sondern auch die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen überprüft wird.

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Zusammenfassung

  • Unbeschrankte Bahnübergänge in Nordschleswig werden nach mehreren tödlichen Unfällen von Banedanmark mit Videoüberwachung ausgestattet.
  • Vater Werner Hansen, dessen Sohn 2025 an einem solchen Übergang starb, begrüßt die Kameras, wundert sich aber über die verzögerte Installation von Schranken.
  • Er hofft, dass die Aufnahmen auch technische Störungen der Warnanlagen belegen, während parallel ein Gerichtsverfahren zu gestohlenen Warnglocken anläuft.

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Werner Hansen ist verwundert: „Warum man das Geld nicht gleich in eine neue Schrankenanlage investiert hat, verstehe ich nicht“, sagt er. Am Montag kam die Mitteilung von Gleisbetreiber „Banedanmark“, dass unbeschrankte Bahnübergänge in Nordschleswig mit Videoüberwachung ausgerüstet werden. So solle Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmenden vermieden werden.

Sein Sohn Nicklas kam im vergangenen Jahr an einem solchen Übergang ums Leben. Der junge Mann überquerte mit dem Auto den unbeschrankten Bahnübergang, als es zu dem tödlichen Zusammenstoß mit einem Zug kam. Der Übergang zählt zu jenen sechs Anlagen auf der Strecke zwischen Tingleff (Tinglev) und Sonderburg (Sønderborg), die bislang nur mit Blinklichtern und Warnglocken gesichert sind.

Nun sollen dort Kameras installiert werden – eine Maßnahme von „Banedanmark“ nach mehreren schweren Unfällen.

Ein wichtiger Schritt

„Es ist jedoch gut, dass dort jetzt Videoüberwachung hinkommt“, sagt er. Viele Menschen hätten sich zuletzt gefragt, was an dem Übergang geschehe. Einige hätten sogar vermutet, dass bereits Schranken aufgebaut würden – obwohl diese erst für 2027 angekündigt sind.

Verschneiter unbeschrankter Bahnübergang mit Warnschildern in winterlicher Landschaft.
Der Bahnübergang am Kådnervej: Hier werden später Kameras montiert.

Überwachung nicht nur der Verkehrsteilnehmenden

„Dann kann man auch sehen, ob die Warnanlage wirklich blinkt und die Glocke läutet, wenn ein Zug kommt“, sagt Hansen. Ebenso lasse sich feststellen, ob Signale möglicherweise ausgelöst werden, obwohl kein Zug unterwegs ist.

Für ihn ist das ein entscheidender Punkt. „Es sind nicht immer die Verkehrsteilnehmer schuld – das muss man auch sagen.“

Er hoffe nun, dass die Aufnahmen tatsächlich genutzt werden und die Betreiber reagieren, falls technische Probleme sichtbar werden. Die Anlage müsse zuverlässig funktionieren, so Hansen.

Gerichtstermine stehen bevor

Der Unfall beschäftigt die Familie weiterhin auch juristisch. In absehbarer Zeit beginnt ein Gerichtsverfahren gegen einen Angeklagten im Zusammenhang mit dem Unglück: An mehreren Bahnübergängen – darunter auch am Kådnervej – waren Warnglocken, die vor herannahenden Zügen warnen sollen, gestohlen worden.