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Jeppe Schlüter Jepsen: Zwischen Pommes, Politik und Perspektiven

Der 18-Jährige möchte langfristig in Nordschleswig bleiben.

Er steht hinter dem Tresen, läuft Marathons und mischt sich politisch ein: Der Vorsitzende der Jungen Spitzen ist vieles zugleich – und gerade erst am Anfang. Ein Blick auf einen jungen Menschen mit klaren Zielen und vielen Facetten.

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Zusammenfassung

  • Jeppe Schlüter Jepsen ist DGN-Schüler, arbeitet im Imbiss und wurde zum Vorsitzenden der Jungen Spitzen gewählt.
  • Familie, gemeinsames Kochen, politisches Engagement und der Wunsch, später als Lehrer in Nordschleswig zu arbeiten, prägen seinen Alltag.
  • Musik mit Schwerpunkt Saxophon und 80er-Jahre-Sounds sowie Marathonlauf geben ihm Ausgleich und stärken seine langfristigen Ziele.

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„Mein Laster ist wohl Lakritz“, sagt Jeppe Schlüter Jepsen. „Ganz egal, in welcher Form.“

Der 18-Jährige ist Schüler am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig (DGN) in Apenrade (Aabenraa) und kürzlich zum neuen Vorsitzenden der Jungen Spitzen, der Jugendpartei der Schleswigschen Partei, gewählt worden.

Süßes Laster und Alltag zwischen Schule und Job

Die Lakritzvorliebe möchte natürlich finanziert werden. Schlüter Jepsen belegt dafür Burger und packt Pommes in Tüten. „Ich mag diesen Job, auch wegen des Sozialen. Ich arbeite da zusammen mit Freunden, und das macht natürlich Spaß.“

Vor allem an den Wochenenden steht er hinter dem Tresen. Die Wochentage selbst sind gut gefüllt – mit den verschiedenen Interessen, Hobbys und Projekten, die Schlüter Jepsen am Herzen liegen.

Sich einzubringen, mit Leuten zu interagieren und sich auszutauschen hat für ihn einen hohen Stellenwert. „Ich rede viel und kann meinen Sabbel nicht halten“, sagt der Gymnasiast über sich selbst.

Zwei junge Erwachsene lächeln vor einer Glasfassade mit Palme.
Vorstandsvorsitzender Jeppe Schlüter Jepsen und Stellvertreterin Birthe Andresen sind das neue Spitzen-Duo.

Der erste Eindruck lässt aber keinen Menschen erwarten, der ständig unter Strom steht: ein freundlicher, junger Mann, der einem offen, aber dennoch ruhig und eher zurückhaltend gegenübertritt. Schlüter Jepsen wirkt wie jemand, der in sich ruht. Dieses Vertrauen in sich selbst kann besonders dann wachsen, wenn das Umfeld stimmt, und daraus, dass das bei ihm der Fall ist, macht der Schüler keinen Hehl. 

Familie, Pasta und die kleinen Dinge des Lebens

Er stammt aus einer Ur-Minderheiten-Familie, und die hat für ihn einen hohen Stellenwert. Mit einem seiner drei Brüder lebt er im Elternhaus in Tingleff (Tinglev). „Wir haben ein enges Band und eine recht große Verwandtschaft, von der viele in unserer Nähe wohnen.“

Damit dieses Band gepflegt wird, legt die Familie Wert auf ein gemeinsames Abendessen. Dafür sorgt auch Schlüter Jepsen gerne. „Ich koche am liebsten Pasta, und dann gerne scharf. Das ist nicht für alle bei uns was, ich versuche da noch zu justieren.“

Ansonsten nimmt er es gerne als Herausforderung, aus dem, was da ist, etwas Genießbares zu kochen – Salate macht er oft zu etwas Besonderem. „Nur Eisberg, Tomate und Gurke ist mir zu langweilig.“ Mit dem, was ihm zur Verfügung steht, neue Dinge zu erschaffen – das lässt sich durchaus auf weitere Facetten seines Lebens übertragen.

Der Tingleffer möchte am liebsten in Aarhus studieren.

Zum Beispiel auf sein politisches Engagement. Neben Pasta mit scharfer Tomatensoße kommen nämlich auch politische Themen auf den Tisch. „Wir reden viel über Politik. Das hat sicher auch mein Interesse daran bestärkt.“ Ihm ist es wichtig, das Privileg zu nutzen, seine Meinung zu äußern, mitzugestalten und die Möglichkeiten zu ergreifen, die sich ihm öffnen – ob es um den Vorsitz der Jungen Spitzen geht oder um die Reste einer Melone, die in seinen Salat wandern.

Politik aus Leidenschaft und Verantwortungsgefühl

Dieses Politikinteresse will er auch in Zukunft weiterverfolgen. Vielleicht aktiv in der Schleswigschen Partei – das wird sich zeigen. Sein klarer Wunsch ist es jedoch, beruflich irgendwann mit jungen Menschen zu arbeiten. Er spielt mit dem Gedanken, Lehrer zu werden, am liebsten an der Nachschule Sundeved in Apenrade (Aabenraa), die er selbst ein Jahr lang besucht hat. „Ich vermisse die Zeit dort total, sie hat mich so geprägt. Ich möchte Teil davon sein, dieses besondere Gefühl von dieser Zeit weiterzugeben.“

Damit würde er sich auch einen weiteren wichtigen Wunsch erfüllen: in Nordschleswig bleiben. „Ich möchte nach meinem Studium wieder hierherziehen.“

Jeppe Schlüter Jepsen spielt seit vielen Jahren Saxofon. Hier bei einer Konfirmation

Neben der Politik kann er sich sehr gut vorstellen, Musiklehrer zu werden. Denn er spielt leidenschaftlich Saxofon, lernt Klavier und begleitet auch Feste wie Konfirmationen musikalisch.

Die Saxofonliebe pflegt er bereits seit der 4. Klasse. „In der Schule in Tingleff hatte man die Möglichkeit, mit Trompete anzufangen. Ich wollte dann unbedingt Saxofon probieren“, beschreibt er die ersten Berührungspunkte. 

„Musik trägt mich richtig weg, und ich fühle mich frei. Es ist eine Art Meditation für mich, und ich kann mich dabei richtig entspannen.“ Auch hier spielt das Soziale eine Rolle: Schlüter Jepsen spielt in der Blaskapelle des Deutschen Jugendverbandes. „Ich finde es richtig schön, zusammen Musik zu machen.“

Leichte Beine dank The Police

Passend dazu überrascht es kaum, dass er besonders Musik aus den 80er-Jahren mag. „The Police zum Beispiel kann ich hoch und runter hören.“

So kann es gut sein, dass „Walking on the Moon“ ihm genau die schwerelose Leichtigkeit gibt, wenn sich Schlüter Jepsen von seinen Laufschuhen durch das Tingleffer Umland tragen lässt. In diesem Sport findet er seinen Ausgleich. „Ich laufe richtig gerne, wenn ich die Zeit dafür finde. Es gibt mir so einen Energy Boost. Danach bin ich auch immer wieder viel motivierter, um zum Beispiel Hausaufgaben zu machen.“

Schlüter Jepsen beim Marathon in Odense 2025

Im vergangenen Jahr hat er sein Ziel erreicht, den Odenser H.-C.-Andersen-Marathon zu laufen. Heute legte er vor allem Wert darauf, seinen Schweinehund nicht mit faulen Ausreden davonkommen zu lassen, und den Sport als festen Bestandteil in seinen Alltag zu integrieren. „Jetzt versuche ich, einfach zu laufen. Und das auch zu priorisieren. Denn ich mag es wirklich – man muss nur in Gang kommen.“

Ein junger Mann mit klaren Zielen, der dennoch Raum für das lässt, was kommt, und die Chancen, die sich ihm eröffnen, zu ergreifen weiß. Der den Schweinehund nicht verleugnet – ihn stattdessen gelegentlich an die Leine nimmt und mit ihm Laufen geht, bis dieser nicht mehr Schritt halten kann.

Schlüter Jepsen bewegt sich, bewegt etwas in der Politik und lässt sich von der Musik bewegen. Um es mit The Police zu sagen: „Giant steps are what you take.“

Vielleicht ist Lakritz ja tatsächlich der Motor des Ganzen.