Wirtschaft

Mehr Service und Tempo: Die Kommune Tondern nimmt ihre Firmen an die Hand

Zwei Personen stehen lächelnd in einem Backsteinbogen und blicken in die Kamera.
Tonderns Managerin für die Standortentwicklung, neudeutsch: Destination Development Manager, Julie Rechnagel Bjerre Hermansen (neben Kommunaldirektor Lars Møldrup) ist überzeugt, dass die neue Maßnahme notwendig ist, um Tonderns Zukunftsfähigkeit als Wirtschaftsstandort zu sichern.

Schneller, klarer, einfacher – so soll der Kontakt zur Kommune künftig laufen. In der Wiedaustadt entsteht eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, die Verfahren beschleunigen und Orientierung geben soll. Doch wie unterscheidet sich das neue Angebot vom Wirtschaftsrat?

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Zusammenfassung

  • Tondern richtet ab 1. Mai ein zentrales Wirtschaftsteam als Anlaufstelle für Unternehmen ein.
  • Neue Firmen erhalten feste Wirtschaftskoordinatoren, die durch Verwaltungsprozesse führen und Verfahren beschleunigen.
  • Der Wirtschaftsrat bleibt für etablierte Betriebe und strategische Beratung zuständig, beide Akteure verfolgen gemeinsam Standortwachstum.

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Wer in der Kommune Tondern (Tønder) ein Unternehmen gründen, erweitern oder ansiedeln will, soll künftig nicht mehr lange nach der richtigen Tür suchen müssen.

Mit einem neuen Wirtschaftsteam schafft die Kommune ab dem 1. Mai eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen – mit dem klaren Ziel: mehr Service, mehr Tempo und mehr Übersicht.

„Wenn sich eine Firma an uns wendet, soll sie sofort wissen, wo sie anfangen kann“, sagt Julie Rechnagel Bjerre Hermansen, die das neue Team aufbauen wird. Unternehmen sollen künftig eine feste Ansprechperson bekommen, die sie durch die kommunalen Abläufe begleitet – von der ersten Anfrage bis zur Umsetzung.

Redner vor Publikum mit Roll-ups des Tonderner Wirtschaftsrat in einem Konferenzraum.
Wirtschaftsdirektor Peter Engel-Andreasen berichtete auf der Generalversammlung, dass sich die Mitgliedszahl des Wirtschaftsrats Tondern in den vergangenen Jahren nahezu verdoppelt habe.

Eine Tür statt viele 

Das Prinzip ist einfach: Statt sich selbst durch verschiedene Fachabteilungen zu arbeiten, bekommen Unternehmen eine Art Lotsen an die Seite gestellt. Diese sogenannten Wirtschaftskoordinatorinnen und -koordinatoren sollen die Abläufe bündeln, vermitteln und Prozesse beschleunigen.

„Es geht darum, den Unternehmen den Rücken freizuhalten, damit sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können“, sagt Bjerre Hermansen.

Noch ist allerdings nicht alles entschieden. Wo diese eine Tür sein wird, also wo das neue Team physisch platziert wird, steht noch nicht fest. „Im Rathaus ist wohl kein Platz für uns“, sagt sie augenzwinkernd. Mehrere Alternativen seien im Gespräch – ziemlich wahrscheinlich sei aber, dass die neue Anlaufstelle in der Stadt Tondern angesiedelt werde. Eine Entscheidung werde kurz nach Ostern erwartet, sagt sie auf Anfrage.

Klare Abgrenzung zum Wirtschaftsrat

Mit der neuen Struktur stellt sich auch die Frage: Überschneiden sich hier Aufgaben mit dem Tonderner Wirtschaftsrat?

Für Bjerre Hermansen ist die Antwort eindeutig: „Nein.“

Das neue Team sei vor allem ein Angebot für neue Unternehmen, die eine Begleitung „an der Hand“ durch die kommunalen Prozesse benötigen. „Mit diesem Konzept wird in anderen Kommunen schon erfolgreich gearbeitet“, fügt sie hinzu. Der Wirtschaftsrat hingegen kümmere sich um bereits etablierte Firmen und unterstütze Gründerinnen und Gründer bei der Entwicklung ihrer Geschäftsideen.

Auch beim Tonderner Wirtschaftsrat wird die Initiative positiv aufgenommen.

„Die Intention ist genau richtig“, sagt Wirtschaftsdirektor Peter Engel-Andreasen. Dass der Weg durch die Verwaltung einfacher werde, könne die Attraktivität des Standorts deutlich steigern – auch wenn die Umstellung Zeit braucht.

Langfristig könnte sich dadurch auch die Rolle des Wirtschaftsrates verändern. „Wir können uns dann stärker auf die Entwicklung und Beratung der Unternehmen konzentrieren“, so Engel-Andreasen.

Wachsende Bedeutung für den Standort

Wie wichtig eine funktionierende Wirtschaftsförderung ist, zeigte sich auch bei der jüngsten Generalversammlung des Tonderner Wirtschaftsrates. Rund 60 Mitglieder und Partner kamen in Bredebro zusammen.

Dort wurde deutlich: Die Organisation wächst weiter und steuert auf rund 400 Mitglieder zu – eine Verdopplung innerhalb weniger Jahre. Allein seit der Generalversammlung 2025 sind 174 neue Unternehmen dazugekommen.

Gleichzeitig steht die Region vor großen Herausforderungen. Fachkräftemangel, internationale Konkurrenz und wirtschaftliche Umbrüche prägen die Lage.

Dass der Wettbewerb längst global ist, zeigte zuletzt auch ein Besuch des Tonderner Wirtschaftsrates auf einer internationalen Messe für Auswanderungswillige, die Emigration Expo, im niederländischen Utrecht. Dort wurde deutlich, wie groß das Potenzial an Arbeitskräften in Europa ist – und wie wichtig es ist, als Region sichtbar zu sein.

Menschen stehen und gehen in einer großen Eingangshalle mit Glasfront.
Eine Delegation aus Tondern besuchte kürzlich die Emigration Expo in Utrecht, eine Messe, die sich an auswanderungswillige Personen in ganz Europa wendet.

Gemeinsames Ziel: Wachstum

Vor diesem Hintergrund verfolgen Kommune und Wirtschaftsrat trotz unterschiedlicher Aufgaben ein gemeinsames Ziel: Tondern als attraktiven Standort für Unternehmen weiterzuentwickeln.

Die Kommune setzt dabei auf bessere Abläufe und klare Zuständigkeiten – der Wirtschaftsrat auf Netzwerke, Beratung und internationale Perspektiven.

Der Anspruch ist jedenfalls klar: weniger Hürden und mehr Tempo für Unternehmen.