ZUSCHRIFT

Ein bisschen Optimismus ist nicht verkehrt

Hände tippen auf der Tastatur eines aufgeklappten Laptops.
Symbolfoto

Die Minderheit verändert sich ständig – das muss sie, schreibt Claudia Knauer, Kandidatin für den Hauptvorsitz im Bund Deutscher Nordschleswiger in dieser Zuschrift.

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Zuschriften

Dieses ist eine Zuschrift. Leserinnen und Leser können sich auf diese Weise auf die Berichterstattung des „Nordschleswigers” beziehen und ihre Sicht der Dinge schildern. Die hier geäußerten Ansichten und Meinungen geben nicht unbedingt die Haltung der Redaktion wieder.

Seit Ende Januar bin ich im Land, sprich in Nordschleswig, wieder viel herumgekommen. Von Mölby/Sommerstedt bis Bau/Pattburg, von Apenrade und Sonderburg bis nach Tondern und Ruttebüll. 

Dabei konnte ich viele engagierte Menschen kennenlernen. Mit jedem Besuch einer Orts- oder Bezirksvereinssitzung, einem Gespräch in heimischen vier Wänden, in die ich eingeladen wurde oder während Generalversammlungen z.B. eines Ruderklubs ist meine Hochachtung gewachsen. Und zwar die Hochachtung vor Menschen, die sich unbezahlt ehrenamtlich einbringen, die Zeit und Energie schenken. Wir alle erhalten dadurch eine Gemeinschaft bzw. Gemeinschaften, die wir selbst mit formen. 

Ja, es gibt Probleme und Herausforderungen. Einerseits finden sich eine Zeitlang vielleicht nicht überall immer genug Menschen, die einen Posten in einem Vorstand übernehmen können. Nicht alle wollen sich mit manchen Entscheidungen, die gegen ihre Pläne ausgefallen sind, abfinden. Andererseits wird so viel bewegt und gibt es manchmal gibt es auch mehr Kandidaten und Kandidatinnen als zu besetzende Plätze.

Dass die Minderheit sich verändert, ist wahrhaftig nicht neu. Das tut sie ständig. Wäre sie statisch, wäre sie schon lange untergegangen. Dass bedeutet nicht, dass nicht manches, einige würde sagen, vieles, verändert werden muss. 

Über Ideen der Zukunfts-AG, über eine Basismitgliedschaft im Bund Deutscher Nordschleswiger muss ebenso noch einmal nachgedacht werden wie über die Möglichkeit, Vereine zu entlasten und mehr kurzfristigere Beteiligungsmöglichkeiten anzubieten, wenn Menschen sich nicht zu lange fest binden wollen. 

Ein Phänomen, das wir überall sehen, weil unsere Welt fordernder geworden ist. Wir müssen über sogenannte hybride Beteiligungen und Abstimmungen ebenso nachdenken, d.h. Versammlungen, die Mitglieder digital dazuschalten. 

Dadurch können nämlich auch diejenigen von uns, die nicht (mehr) so mobil, auf Reisen oder schlicht weit weg sind, dabei sein, mitsprechen und mitentscheiden. Die Vereinigung Schleswiger Studenten (VSSt) hat dies im Februar bei ihrem letzten Convent im Apenrader Ruderverein z.B. ohne großen Aufwand bereits erfolgreich praktiziert. Satzungen kann man daran anpassen. Viele Vereine und Gesellschaften nutzen diese Möglichkeiten bereits, wie ich weiß. 

Es gibt nicht nur neue Probleme in unserer Gegenwart, die Engagement erschweren oder verändern, es gibt auch neue Möglichkeiten, um unsere Gemeinschaft zu stärken. Nutzen wir sie.

Meine Rundreise hat mir gezeigt: die Minderheit lebt, es gibt viele engagierte Mitglieder, die Vereine und Verbände prägen, die bereit sind zu fragen und zu diskutieren. Und ich bin dankbar dafür, dass ich sie wieder treffen und einige auch neu kennenlernen durfte. 

Frohe Ostern

Claudia Knauer, Apenrade
Kandidatin für den Hauptvorsitz des Bundes Deutscher Nordschleswiger