Deutsche Minderheit

Apenrader SP-Vorsitzender zieht Bilanz

Redner am Pult vor voll besetzten Tischen in einem Konferenzraum am Abend
Gösta Toft leitete die Versammlung.

Bei der Bezirksmitgliederversammlung schauten Mary Tarp und Hugo Schmidt kritisch aufs vergangene Jahr. Vor allem die jüngste Kommunalwahl macht dem Vorstand Kopfzerbrechen.

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Zusammenfassung

  • Bei der BDN-Mitgliederversammlung des Bezirks Apenrade gab es Berichte von den Vorsitzenden. Die Schleswigsche Partei in Apenrade analysiert nach einem deutlichen Stimmenverlust die unterschiedlichen Wahlmuster in Stadt und Land.
  • Eine Arbeitsgruppe soll klären, warum rund 500 Wählerstimmen verloren gingen und wie das Vertrauen zurückgewonnen werden kann.
  • Gleichzeitig fordert der Bezirksvorstand mehr Engagement der Mitglieder sowie eine bessere interne Zusammenarbeit und Informationsweitergabe.

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Wie wird in der Stadt gewählt, wie auf dem Land? Diese Frage hat sich Hugo Schmidt angenommen. In seiner Funktion als Vorsitzender der Schleswigschen Partei (SP)  in der Kommune Apenrade  (Aabenraa) hat er seinen Jahresbericht bei der Mitgliederversammlung des Bundes Deutscher Nordschleswiger im Bezirk Apenrade vorgelegt. 

Dabei ging er auf die jüngsten Folketingswahlen ein und sprach in den Räumen des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Nordschleswig (LHN) in Tingleff (Tinglev) offen über die Entwicklung.

Gerade Themen wie Landwirtschaft hätten im Wahlkampf stark polarisiert. Die Folge: Wählerinnen und Wähler im ländlichen Raum und in den Städten setzten unterschiedliche Schwerpunkte. „Man kann sagen, das Land ist gespalten“, so Schmidt.

Hugo Schmidt blickt kritisch auf die jüngsten Kommunalwahlen.

Kommunal seien „rote“ Parteien wie Radikale Venstre, die in den Städten gewählt werden, in den ländlichen Regionen nicht so stark, stellt er fest und unterstrich diese Aussage mit Wahlzahlen. 

Seiner Einschätzung nach gerate die Partei auch kommunal zunehmend zwischen die politischen Lager. Für die SP bedeute das eine schwierige Position. Die Partei müsse klären, wie sie sich künftig aufstellt – und welche Themen sie stärker besetzt. 

500 Stimmen weniger – Aufarbeitung läuft

Das Wahlergebnis fiel für die SP ernüchternd aus. Rund 500 Stimmen gingen verloren.

Für den Bezirksvorstand ist klar: Das braucht eine genaue Analyse. Eine Arbeitsgruppe wertet die Zahlen aus, zusätzlich soll externe Hilfe einbezogen werden.

Das Ziel ist es, besser zu verstehen, warum Wählerinnen und Wähler abgesprungen sind – und wie sich das Vertrauen zurückgewinnen lässt.

Mehr Einsatz gefordert

Bei kommenden Veranstaltungen – etwa der Tierschau in Apenrade – erwartet Anja Eggert mehr Beteiligung aus den eigenen Reihen. Solche Termine seien wichtig, um sichtbar zu bleiben und mit Menschen ins Gespräch zu kommen, doch sie wolle nicht allein dafür stehen, so die Kassiererin ausdrücklich.

Ihr Vorschlag für die Tierschau: „Es können ja auch Mitglieder anderer Bezirke helfen, denn die Tierschau ist ja eine Veranstaltung für ganz Nordschleswig“, sagt sie.

Ihr Appell deshalb: „Verantwortung stärker auf mehrere Schultern verteilen.“

Frau spricht bei einer Versammlung an einem Rednerpult vor einem großen Bildschirm.

Zusammenarbeit im Fokus

Die Vorsitzende des Bezirks, Mary Tarp, blickte insgesamt auf ein ruhigeres Jahr zurück. Wegen der Wahl habe man bewusst Kräfte gebündelt und eng mit der SP zusammengearbeitet. „Wir wollten alle Kraft für die Wahl haben und haben bewusst auf mehr Treffen verzichtet.“

Gleichzeitig mahnte sie an, Informationen besser zu teilen. „Es kann nicht sein, dass ich die Entwicklungen in Ortsvereinen erst über die Zeitung erfahre“, sagt sie mit Blick auf die Nachricht, dass der BDN-Ortsverein Saxburg-Bülderup kurz vor der Auflösung steht.

Dazu gab es unter Punkt „Verschiedenes“ später aus der Teilnehmendenrunde einen Hinweis: „Wir haben dem Ortsverein angeboten, sich mit uns zusammenzuschließen“, sagte eine Vertreterin vom Ortsverein Renz-Jündewatt (Rens-Jyndevad).

Neubau Schulen und Kindergärten

Auch die Struktur der Minderheitseinrichtungen kam zur Sprache.

Der Vorsitzende des BDN, Hinrich Jürgensen, erklärte die jüngsten Entscheidungen zu Schließungen und Neubauten. Hintergrund seien dabei vor allem sinkende Kinderzahlen und wirtschaftliche Zwänge. Die jetzt neuen Investitionen für den Neubau von Kindergärten in Tingleff und Tondern (Tønder), die kürzlich bekannt wurden, werden aus einem anderen Topf finanziert und sind zweckgebundene Fördermittel.

Vorstand bestätigt

Bei den Wahlen gab es kaum Veränderungen.

Mary Tarp bleibt Vorsitzende des Bezirks Apenrade im Bund Deutscher Nordschleswiger. Auch Hugo Schmidt wurde als kommunalpolitischer Vorsitzender der Schleswigsche Partei bestätigt, ebenso sein Stellvertreter Jan Breitenkamp Hansen.

Fünf Personen stehen in einem Raum vor einer Wand mit gerahmten Dokumenten und blicken in die Kamera.
Der Vorstand: (v. l.) Jan Breitenkamp Hansen, Anja Eggert, Hugo Schmidt, Mary Tarp und Gerhrad Mammen
Der (fast) vollständige Vorstand

Der Vorstand des Bezirks Apenrade

  • Vorsitzende: Mary Tarp
  • stellvertretender Vorsitzender: Gerhard Mammen
  • Vorsitzender der SP Apenrade: Hugo Schmidt
  • stellvertretender Vorsitzender der SP Apenrade: Jan Breitenkamp Hansen
  • Kassiererin für Bezirk und SP: Anja Eggert
  • weitere Vorstandsmitglieder: Andreas Jessen, Betty Weinschenck, Curt Jakobsen, Dirk Jürgensen, Dorthe Andresen, Thilo Schlechter, Gösta Toft, Kurt Andresen, Hans Christian Bock (Vertreter im Seniorenrat, automatisch im Vorstand) sowie Kurt Asmussen und Erwin Andresen (als Stadtratsmitglieder automatisch im Vorstand)