Deutsche Minderheit

Chance auf einen Maßanzug für den Kindergarten Tondern

Gruppe von Kindern und Erwachsenen im Hof einer Kita, umringt von Zuschauern
Eltern und Großeltern werden regelmäßig zu Veranstaltungen des Tonderner Kindergartens eingeladen. Die fröhliche Osterfeier gehört zu den Höhepunkten für Groß und Klein (Archivfoto).

Abriss, Neubau, mehr Platz – und vielleicht alles unter einem Dach? Für den Kindergarten in Tondern eröffnen sich neue Möglichkeiten, aber noch viele offene Fragen. Klar ist schon jetzt: Die Erwartungen an das Bauprojekt sind hoch. Aber noch ist ja auch noch Zeit.

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Zusammenfassung

  • Für den deutschen Kindergarten in Tondern ist ab 2028 ein großes Neubauprojekt auf dem Gelände an der Popsensgade geplant.
  • Wahrscheinlich wird das alte Gebäude abgerissen, die Kinder müssen während der Bauzeit anderswo untergebracht werden.
  • Gesamtleiterin Ute Zander hofft darauf, dass das neue Gebäude  das pädagogische Mitbestimmungskonzept des Kindergartens unterstützt.

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Noch ist vieles unklar. Aber für die deutsche Minderheit in Tondern (Tønder) besteht Grund zur Freude: Nach den Beschlüssen zum Ausbau der Kindergartenlandschaft der deutschen Minderheit rückt auch der Standort Tondern stärker in den Fokus. An der Popsensgade soll auf dem jetzigen Gelände ein Neubau entstehen. Die Planung beginnt 2028. Für Ute Zander, Gesamtleiterin der deutschen Kindergärten und Freizeitclubs in der Kommune, ist vor allem eines deutlich: „Es wird in Tondern ein wirklich großes Projekt.“

Mitdenken von Anfang an

Konkrete Details liegen bislang kaum vor. „Ich weiß eigentlich auch nicht mehr, als am Mittwoch der Öffentlichkeit mitgeteilt wurde“, sagt Zander offen.

Was sie jedoch weiß: Die künftigen Bauprojekte sollen sich an den neuen Einrichtungen in Lügumkloster (Løgumkloster) und Broacker (Broager) orientieren. Bewährte Konzepte sollen übernommen werden – auch um Planungsprozesse zu beschleunigen.

Gleichzeitig wird Tondern bereits jetzt in die Planungen für den Neubau in Tingleff (Tinglev) einbezogen. „So muss man das Rad nicht zweimal erfinden“, erklärt Zander.

Während in Tingleff auf einer freien Fläche gebaut werden kann, ist die Situation in Tondern komplizierter. Der neue Kindergarten soll nach Zanders aktuellem Wissensstand auf dem vorhandenen Grundstück entstehen. Für die Gesamtleiterin liegt deshalb ein Szenario nahe: „Ich gehe davon aus, dass das jetzige Gebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird.“

Gesamtleiterin Ute Zander bei der Einweihung des Kindergartens in Lügumkloster im Mai 2023 (Archivfoto)

Abriss und Neubau? Das hätte unmittelbare Auswirkungen auf den Betrieb. Während des Abrisses und des Baus müssten die Kinder anderweitig untergebracht werden. Doch Zander betont: „Das ist meine Einschätzung – konkret entschieden ist meines Wissens noch nichts.“

Mehr Platz – und vielleicht ein gemeinsames Dach

Allein die Ankündigung der Investition in den Standort Tondern hat bei der Gesamtleiterin schon ein paar Wünsche geweckt. „Der Kindergarten in Tondern muss definitiv größer werden als der in Lügumkloster“, sagt sie. Zum Vergleich: Die neue Einrichtung dort wurde für 30 Kindergarten- und 13 Krippenkinder geplant.

In Tondern befinden sich Kindergarten und Freizeitclub derzeit in unterschiedlichen Gebäuden auf dem Schulgelände. Für die Zukunft kann sich Zander eine Bündelung vorstellen. „Vielleicht werden Kindergarten und Club unter einem Dach zusammengelegt“, sagt sie – schränkt aber zugleich ein, dass auch das bislang nicht mehr als eine Überlegung von ihr persönlich ist.

Ein solches Modell hätte Vorteile, würde aber auch neue Anforderungen mit sich bringen. Allein im Freizeitclub werden derzeit zwischen 65 und 80 Kinder betreut.

Mitbestimmung als Maßstab

Bei aller Unsicherheit gibt es für Zander dennoch einen klaren Anspruch: „Wir werden uns dafür starkmachen, dass der neue Kindergarten genau wie der in Lügumkloster passend für unser Mitbestimmungskonzept gebaut wird.“

Dieses Konzept prägt die pädagogische Arbeit in allen drei deutschen Kindertagesstätten der Kommune – in Lügumkloster, Jeising (Jejsing) und Tondern. Entsprechend wichtig ist es aus ihrer Sicht, dass die räumlichen Bedingungen dieses Konzept auch unterstützen.

Erfahrungen aus Lügumkloster

Dass ein Neubau nicht automatisch alle Probleme löst, zeigt der Blick nach Lügumkloster. Dort zog der Kindergarten erst Anfang 2023 von der Vindmøllegade in ein neues Gebäude an der Ringgade um.

„Am Anfang lief es mit den Anmeldungen etwas schleppend, ich musste kräftig die Werbetrommel rühren“, erinnert sich Zander.

Inzwischen hat sich das Blatt gewendet: Die Einrichtung ist heute stärker nachgefragt als ursprünglich erwartet. „Wir haben mehr als 30 Kindergarten- und 13 Krippenkinder – aber sie haben immer noch gut Platz“, versichert sie und lacht.

Ute Zander freut sich darauf, Einfluss auf den Neubau zu nehmen, um einen Kindergarten zu schaffen, der wirklich auf die Anforderungen des Standorts Tondern zugeschnitten ist, auch wenn das sicherlich mehr Arbeit für sie und ihr Team bedeutet. Ein Maßanzug entsteht schließlich nicht von allein.