Mobilität

Verkehrssicherheitsbericht: Mehr Tote auf Schleswig-Holsteins Straßen

Stellten den Verkehrssicherheitsbericht 2025 vor: Innenministerin Magdalena Finke (CDU) und der Leitende Polizeidirektor Torge Stelck.

In Schleswig-Holstein sind im vergangenen Jahr wieder mehr Menschen im Straßenverkehr gestorben. Außerdem sind mehr Kinder verletzt worden. Was der neue Verkehrssicherheitsbericht noch verrät.

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Zusammenfassung

  • Der neue Verkehrssicherheitsbericht meldet mehr Verkehrstote und Verletzte in Schleswig-Holstein, trotz des Ziels „Vision Zero“.
  • Besonders betroffen sind innerorts Rad- und E-Bike-Fahrende sowie außerorts Auto- und Motorradfahrende.
  • Die Polizei will Kinder, Seniorinnen und Senioren sowie Nutzer von Pedelecs und E-Scootern stärker in den Fokus von Prävention und Kontrollen rücken.

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Schleswig-Holstein verfolgt die „Vision Zero“: Kein Mensch soll bei einem Verkehrsunfall auf den Straßen des Landes sterben. Ob dieses Ziel jemals erreicht werden kann, ist offen. Im vergangenen Jahr gab es 94 Tote, acht mehr als ein Jahr zuvor.

Innerorts starben die meisten Menschen, während sie mit E-Bikes (sieben Tote) oder Fahrrädern (sechs) unterwegs waren, außerorts traf es am häufigsten Autofahrer (38) und Motorradfahrer (14).

„Hinter jeder Zahl steckt ein Schicksal und eine Familie, die mit diesem Verlust leben muss“, sagte Innenministerin Magdalena Finke (CDU) bei der Vorstellung des Verkehrssicherheitsberichts in Kiel. Und sie kündigte an: „Wir werden in unseren Bemühungen um mehr Verkehrssicherheit nicht nachlassen.“

In ihren Fokus bei Prävention und Kontrollen will die Polizei Kinder und Senioren nehmen. Die Ministerin bezeichnete den Anstieg der verunglückten Kinder auf 1366 (plus 9,3 Prozent) als „besorgniserregend“, zumal sie bei den Unfällen überwiegend einfach nur mitgefahren seien. Insgesamt wurden 1.281 Kinder leicht verletzt (plus 11,1 Prozent), 84 schwer (minus 12,5 Prozent). Ein Kind starb.

Kinder im Auto nicht richtig gesichert

„Kontrollen haben ergeben, dass immer noch zu viele Kinder nicht oder nicht richtig gesichert im Auto sitzen. Das ist schlicht unverantwortlich, ganz gleich, wie kurz die Strecke ist“, betonte Finke.

Ebenfalls ein „Sorgenkind“: Pedelecs (E-Bikes, die bis Tempo 25 unterstützen). Hier schnellten die Unfallzahlen um 14,6 Prozent nach oben (1877), während sie bei den regulären Fahrrädern um 5,2 Prozent gesunken sind (3421). Auffällig: Jeder dritte verunglückte Pedelec-Fahrer war über 65 Jahre, bei den Schwerverletzten betrug ihr Anteil sogar 47 Prozent.

Verzehnfachung bei E-Scooter-Unfällen

Immer beliebter werden E-Scooter. Hier hat sich die Zahl der registrierten Unfälle (930) in den vergangenen fünf Jahren verzehnfacht, wie der Leitende Polizeidirektor Torge Stelck berichtete. Grund: hoher Schwerpunkt, kleine Reifen und Fahrer, die mehr als alle anderen Verkehrsteilnehmer betrunken waren oder Drogen genommen hatten.

Insgesamt registrierte die Polizei 89.855 Unfälle, 198 weniger als im Jahr davor (minus 0,2 Prozent). Die Zahl der Verletzten sank um 0,9 Prozent auf 15.403. Darunter waren 1.816 Schwerverletzte (minus 3,6 Prozent).