Deutsche Minderheit

Sandkasten statt Beachvolleyball: Hier soll der neue Kindergarten Tingleff entstehen

Freies Gelände mit Beachvolleyballfeld, Wiese, Hecke und Sporthalle im Hintergrund bei blauem Himmel.
Dieses Areal mit Beachvolleyballfeldern und kleiner Grünfläche bei der deutschen Sporthalle ist für einen Kindergartenneubau auserkoren worden.

Für den Kindergartenneubau in unmittelbarer Nähe der deutschen Sporthalle in Tingleff ist eine Fläche ganz am Ende des Zepplinvej ausgesucht worden. Dem Bauvorhaben müssen zwei Beachvolleyballfelder weichen. Für sie und für das angrenzende Gerätehaus wird ein Ersatz gesucht.

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Zusammenfassung

  • Neuer deutscher Kindergarten mit Platz für 45 Kinder am Zeppelinvej in Tingleff geplant, Fertigstellung für 2027 angestrebt.
  • Das ebenerdige Gebäude mit rund 400 Quadratmetern soll an die Energieversorgung der Sporthalle angeschlossen werden.
  • Die bisherigen Beachvolleyballfelder weichen dem Bau, sollen aber an anderer Stelle auf dem Gelände neu angelegt werden.

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Die Vision eines neuen deutschen Kindergartens an der Sporthalle am Zeppelinvej in Tingleff (Tinglev) gab es schon länger. Es wurde konkreter, und nun steht die Umsetzung vor der Tür: Der Deutsche Schul- und Sprachverein (DSSV) und der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) planen den Bau eines neuen Kindergartens, der die beiden alten Gebäude am Grønnevej ersetzen und bereits 2027 fertiggestellt sein soll. 

Für den Neubau ist die knappe 3.000 Quadratmeter große Fläche am Ende des Zeppelinvejs auserkoren worden, wo sich heute zwei Beachvolleyballfelder, eine kleine Grünfläche und ein Gerätehaus befinden. Der Zeppelinvej ist eine Sackgasse.

Der neue Kindergarten wird für bis zu 45 Kinder ausgerichtet sein, unterteilt in „15 Krippen- und 30 Kindergartenplätze“, bestätigt Uwe Jessen, BDN-Generalsekretär  und zugleich DSSV-Geschäftsführer.

Mehr Platz und mehr Möglichkeiten

Die Größe des ebenerdigen Gebäudes werde gemäß den Platzvorgaben ungefähr 400 Quadratmeter betragen, wobei mehr Platz für Küche, Mitarbeiterräume und sanitäre Anlagen im Vergleich zu den jetzigen Trakten zur Verfügung stehen soll, so der Geschäftsführer.

„Der große Vorteil beim neuen Standort ist, dass der Kindergarten an die Erdwärme- und Stromversorgung mit Photovoltaik der Halle angekoppelt werden kann“, so Jessen.

Eine Angabe, mit welchen Gesamtkosten zu rechnen ist, ist dem Generalsekretär und Geschäftsführer zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zu entlocken. Das würde er allein schon wegen des anvisierten Architektenwettbewerbs ungern preisgeben, wie er sagt.

Läuft alles, wie erhofft, sollen Kinder und Mitarbeiterstab schon im kommenden Jahr in den Zeppelinvej umziehen. 

Volleyball bleibt erhalten

Müssen die Sporthalle und allen voran Volleyballbegeisterte künftig auf die Beachvolleyballfelder verzichten? „Nein, nein, auf keinen Fall. Wir werden sie auf alle Fälle an anderer Stelle neu errichten“, betont Hans Holm junior, Vorsitzender des Sport- und Kulturzentrums, so der offizielle Trägervereinsname der deutschen Sporthalle Tingleff. 

Hans Holm, Vorsitzender des Kultur- und Sportzentrums

Wo genau die beiden Spielfelder und das dazugehörige Gerätehäuschen platziert werden, sei noch unklar. „Wir haben da verschiedene Stellen im Blick“, so der Vorsitzende. Eine Möglichkeit wäre die Grünfläche direkt hinter der Sporthalle. Das Areal ist zur Tartanbahn und der benachbarten deutschen Schule gewandt. „Dort könnte es Sinn ergeben“, sagt Hans Holm.

Der Vorstand habe sich von Anfang an mit den Plänen für einen Kindergartenneubau anfreunden können. „Wir begrüßen das Vorhaben und stellen das Grundstück gern zur Verfügung. Wir sehen da viel Synergie, und es ist verkehrstechnisch von Vorteil, dass der Kindergarten nicht mehr am Grønnevej gegenüber der Schule liegt, sondern bei uns an der Sporthalle. Am Grønnevej ist es morgens ganz schön wuselig. Das weiß ich aus eigener Erfahrung“, so der Vater zweier ehemaliger Kindergartenkinder.

Leeres Beachvolleyballfeld mit Sand und gelben Pfosten auf freier Fläche neben Bäumen.
Für die beiden Beachvolleyballfelder auf dem künftigen Kindergartengrundstück soll ein alternativer Standort gefunden werden.

Stig Kindberg, der bis vor Kurzem Vorsitzender der Elternvertretung des Tingleffer  Kindergartens war, freut sich über die Meldung, dass schon 2027 ein Neubau bereitstehen soll. Den Neubauwunsch habe auch die Elternvertretung schon länger gehabt. 

Man habe einen Antrag auf Neubau eingereicht, „mit der Hoffnung, dass irgendwann mal etwas passiert. Ich bin überrascht über den Zeitplan, den ich in der Zeitung lesen durfte“, so der scheidende Vorsitzende.

„Generell freue ich mich natürlich für die kommenden Kinder, auch wenn meine Tochter dann schon zur Schule gewechselt ist.“

Leere Wohnstraße in Tingleff mit Straßenschild Zeppelinvej und Gehweg.
Verkehrstechnisch gilt der Kindergartenstandort am Ende des Zeppelinvej im Vergleich zum Grønnevej als sicherer. Der Zeppelinvej ist eine Sackgasse.

Im weiteren Planungsprozess und vor allem in Verbindung mit dem Architektenwettbewerb sollen die Nutzergruppen und Interessenvertretungen verstärkt einbezogen werden. „Die Elternvertretung in Tingleff, Mitarbeiterstab, der Vorstand der DKA (Deutsche Kindergärten Apenrade, red. Anm.) und der Kindergartenausschuss des DSSV sollen Mitspracherecht bekommen“, betont Uwe Jessen.

Was mit den beiden jetzigen Gebäuden am Grønnevej passieren soll – ob Verkauf, Vermietung oder anderweitige Nutzung – sei noch offen.

Mit dem Projekt des DSSV und des BDN stehen in Tingleff gleich zwei große Kindergartenneubauten an, denn die Kommune Apenrade hat sich ebenfalls schon länger mit dem Bau eines neuen, zentralen dänischen Kindergartens befasst und diesen beschlossen.

Als Standort ist ein Areal hinter der Schwimmhalle auserkoren worden. Die neue Immobilie soll 120 Kindern Platz bieten. Im Zeitraum 2026–2028 hat der Stadtrat für das Vorhaben 72 Millionen Kronen angesetzt.