Kultur

Folkbaltica setzt weiter auf Ehrenamtliche und bekommt ein neues Vorstandstrio im Förderverein

Franziska Dettner (r.) mit ihrer Stellvertreterin Elisabeth Kose

Das Festival Folkbaltica wäre ohne seine vielen Ehrenamtlichen undenkbar. Nun übernimmt ein junges Vorstandstrio: Was treibt die Helfenden an, und was bekommen sie dafür zurück?

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Zusammenfassung

  • Das grenzüberschreitende Festival Folkbaltica lebt von rund 50 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die vor und hinter der Bühne vielfältige Aufgaben übernehmen.
  • Im Förderverein wurden mit Franziska Dettner, Henrike Marks und Elisabeth Kose drei junge Frauen in den Vorstand gewählt, die Beruf, Familie und Engagement für Musik und Region verbinden.
  • Der Verein möchte neue Ehrenamtliche und Mitglieder gewinnen, etwa durch Aktionen wie Backstage-Führungen, und lockt mit freiem Konzertzugang sowie einem starken Gemeinschaftsgefühl.

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„Sie begeistern uns immer wieder“, sagt Verena Andel und meint damit die vielen Ehrenamtlichen, die das Festival Folkbaltica seit vielen Jahren unermüdlich unterstützen. 

Sie selbst ist neben Thomas „Gerri“ Christiansen Leiterin dieser grenzüberschreitenden Konzertreihe, die vom 2. bis 10. Mai über die Bühne geht, und kann aus einem Pool von etwa 50 Freiwilligen schöpfen, von denen gut die Hälfte aus Flensburg (Flensborg) kommt.

„Sie schalten und walten vor und hinter der Bühne, hängen Plakate und verteilen Flyer“, schildert sie einige der Tätigkeiten. Mehr noch: Sie chauffieren Künstler, Technik und Catering. „Sie sind der freundliche Mensch, der das Publikum am Eingang begrüßt und für ein letztes Toi-toi-toi der Bands kurz vor dem Auftritt zur Stelle ist.“

Die Frauen im Vorstand

Hinzu kommen 130 Mitglieder im Förderverein, die jetzt drei junge Frauen in den neuen Vorstand gewählt haben, die auch in anderen gesellschaftlichen Projekten aktiv sind und dabei immer ihre Leidenschaft für Musik und die Region im Blick haben: Franziska Dettner erwischen wir beim Skiurlaub in Norwegen. Sie begann bereits 2012 als freiwillige Helferin und ist jetzt im dritten Jahr erste Vorsitzende des Vereins.

Über einen damaligen WG-Mitbewohner kam sie zum Folk und letztlich auch zum Festival. „Wir haben seinerzeit im Akti für die Künstler gekocht und für die Zuschauer Stühle geschleppt – und dafür gab’s das Konzert umsonst“, erinnert sie sich. „Das war natürlich sehr angenehm.“ Als sie irgendwann das Folkbaltica-Ensemble live erlebte, „war es um mich geschehen“.

Die 34-Jährige hat in Energie- und Umweltmanagement promoviert, kann ihren Beruf aber gut mit der ehrenamtlichen Arbeit in Einklang bringen, wie sie versichert. Das ist bei Henrike Marks (35) schon anders. Sie hat zwei kleine Kinder, um die sie sich in der Elternzeit kümmern muss.

„Zum Glück gibt es auch digitale Lösungen – die machen alles einfacher.“ Sie hat früher selbst im Folkbaltica-Chor gesungen und freut sich, jetzt im Vorstand mitarbeiten zu dürfen. Genau wie Elisabeth Kose (36), die Dritte im Bunde, die von einem „tollen, miteinander sehr vertrauten Team“ spricht: „Wir gehen Hand in Hand.“

Neue freiwillige Helferinnen und Helfer werden immer gesucht

Gemeinsam möchte das Trio den Förderverein durch bestimmte Aktionen, wie zum Beispiel Backstage-Führungen oder Workshops, stärker in den Vordergrund rücken.

„Unsere primäre Aufgabe ist die monetäre Unterstützung des Festivals.“ Da gelte es, Schwerpunkte zu setzen, wie etwa die Förderung von Nachwuchskünstlern im Jugendensemble aus den jährlichen Mitgliedsbeiträgen.

Ehrenamtliche kann man gar nicht genug haben. Erst recht nach den Verlusten während der Pandemie. Und so wird auch bei den Helferinnen und Helfern eine Verstärkung und Verjüngung angestrebt. 

Denn nicht jedem ist es gegeben, schwer zu tragen oder morgens um 4 Uhr Musikerinnen und Musiker zum Flughafen zu fahren. „Wir müssen dafür das Interesse wecken und auch weitere Mitglieder anwerben“, blickt Elisabeth Kose zuversichtlich voraus, die früher auch in der Festivalleitung aktiv war.

Was man davon hat? Freien Zugang zu allen Konzerten, Einblicke in die Festivalorganisation und das Backstage-Treiben. „Alles in allem ein großartiges Gemeinschaftserlebnis“, verspricht Verena Andel, „und eine gemeinsame Tapas-Feier, wenn alles geschafft ist.“

Zu den Trägern des Folkbaltica-Festivals gehört auch der Bund Deutscher Nordschleswiger, Dachverband der deutschen Minderheit in Nordschleswig, bei dem im Mai auch Konzerte stattfinden.