Verkehr

Reaktion auf tödliche Unfälle: Videoüberwachung an Bahnübergängen

Schneebedeckter Bahnübergang mit Warnschildern auf einer geraden Landstraße
Einer der Bahnübergänge mit neuer Videoüberwachung liegt am Kådnervej bei Klipleff (Kliplev). Im Hintergrund ist ein Mast zu sehen, wo die Kamera später für mehr Sicherheit sorgen soll.

Nach tödlichen Unfällen reagiert Banedanmark mit Videoüberwachung. Erste Erfahrungen zeigen, dass dies das Verhalten im Straßenverkehr positiv beeinflusst. Die Maßnahmen sollen bis zur Installation von Schranken im Jahr 2027 gelten.

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Zusammenfassung

  • Banedanmark installiert an sechs bisher unbeschrankten Bahnübergängen zwischen Tingleff und Sonderburg Kameras als Reaktion auf zwei tödliche Unfälle.
  • Die Videoüberwachung soll Verkehrsteilnehmende abschrecken, Regelverstöße dokumentieren und der Polizei bei Bedarf als Beweismaterial dienen.
  • Ab dem ersten Halbjahr 2027 sollen alle betroffenen Übergänge Schranken erhalten, was auch von Gewerkschaftsseite unterstützt wird.

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Nach zwei tödlichen Unfällen im Jahr 2025 reagiert die Gleisbetreibergesellschaft „Banedanmark“ jetzt mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen auf der Bahnstrecke zwischen Tingleff (Tinglev) und Sonderburg (Sønderborg), heißt es in einer Mitteilung der Betreibergesellschaft. Der „Nordschleswiger“ hatte dort zuvor mehrfach schriftlich angefragt.

An sechs bisher unbeschrankten Bahnübergängen werden Kameras installiert. Sie sollen so lange im Einsatz bleiben, bis die Übergänge im ersten Halbjahr 2027 mit Schranken ausgestattet werden.

Reaktion auf tödliche Unfälle

Die betroffenen Übergänge sind bislang nur durch Blinklichter und Warnglocken gesichert – Schranken fehlen jedoch. Dort kam es im vergangenen Jahr zu zwei schweren Unglücken mit tödlichem Ausgang.

Die neuen Kameras sollen vor allem abschreckend wirken. Erfahrungen aus den Niederlanden und Großbritannien zeigen laut „Banedanmark“, dass Videoüberwachung das Verhalten im Straßenverkehr verändert. Wenn Verkehrsteilnehmende wissen, dass ihr Verhalten dokumentiert wird, halten sie sich häufiger an die Regeln.

„Es ist sowohl lebensgefährlich als auch illegal, die Gleise zu überqueren, wenn das Licht blinkt und die Glocken läuten“, sagt Sicherheitschef Martin Harrow von „Banedanmark“ in der Mitteilung. Dennoch würden Autofahrende, Radfahrende und Fußgängerinnen und Fußgänger Warnsignale immer wieder ignorieren und sich selbst in Gefahr bringen.

Die Aufnahmen können bei Verstößen an die Polizei weitergegeben werden.

Unterstützung von „Dansk Jernbaneforbund“

Auch beim Gewerkschaftsdachverband „Dansk Jernbaneforbund“ stößt die Maßnahme auf Zustimmung.

Verbandschef Preben S. Pedersen erwartet, dass die Erfahrungen aus Nordschleswig auch auf andere gefährdete Bahnübergänge im Land übertragen werden können. Überwachung habe sich im Ausland bewährt und könne auch in Dänemark die Sicherheit erhöhen.

Neue Hinweisschilder angekündigt

Bereits Anfang Februar begann „Banedanmark“ mit dem Aufbau der Kameramasten. Die Anlagen sollen im Laufe des Monats März in Betrieb genommen werden. Hinweisschilder informieren künftig darüber, dass die Übergänge überwacht werden. Die Arbeiten erfolgen in Abstimmung mit den Kommunen Apenrade (Aabenraa) und Sonderburg.

Langfristig ist eine technische Aufrüstung vorgesehen: Mit der Einführung des neuen landesweiten Signalsystems erhalten alle sechs Bahnübergänge zwischen Tingleff und Sonderburg Schrankenanlagen.

Nur wenige Übergänge ohne Schranken

Im staatlichen Bahnnetz existieren derzeit noch neun Bahnübergänge ohne Schranken. Acht davon verfügen zumindest über Warnanlagen mit Blinklicht und Glocke.

Sechs dieser Übergänge liegen auf der Strecke Sonderburg-Tingleff, drei weitere südlich von Tondern (Tønder) in Richtung der deutsch-dänischen Grenze. Auch dort sind künftig Schranken vorgesehen, sobald Deutschland sein Signalsystem erneuert hat.

Diese Übergänge sind betroffen

Die sechs überwachten Bahnübergänge befinden sich an folgenden Straßen:

  • Vestermark
  • Klemhestvej
  • Visgårdvej
  • Kærvej
  • Kådnervej
  • Tørvemose

Mit den Kameras setzt Banedanmark nun auf eine Übergangslösung – mit dem Ziel: schwere Unfälle zu verhindern, bis die technische Sicherung der Bahnübergänge vollständig umgesetzt ist.