Kultur 

Eulen finden ein neues Zuhause in Hadersleben

Grüne Eulenkeramik in einer Glasvitrine, im Hintergrund eine Person im Museumsraum.
Die Ehlers-Sammlung zeigt neue Eulenkrüge aus Skotterup, die die Keramikausstellung erweitern; Museumsmitarbeiterin Aase Jacobsen freut sich sehr über die Schenkung.

Keramik: Eine Spende erweitert die Ausstellung in Hadersleben. Die Eulenkrüge stammen aus der Skotterup-Tonwarenfabrik des 19. Jahrhunderts. Ihr Weg in die Ehlers-Sammlung ist eine interessante Geschichte. 

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Zusammenfassung

  • Die Ehlers-Sammlung in Hadersleben hat eine Schenkung von Eulenkrügen aus der Skotterup-Tonwarenfabrik erhalten.
  • Die keramischen Eulen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert stammen aus Familienbesitz der Nachfahren des Fabrikgründers Joseph Strodl.
  • Die drei Erben wollten die Sammlung als geschlossenes Ensemble bewahren.

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„Es handelt sich um ein Geschenk, eine Spende, über die wir uns sehr freuen“, so Aase Jacobsen, Museumsmitarbeiterin (museumsvært) bei „Historie Haderslev“. Bei dem Geschenk handelt es sich um Eulen, die ihr neues Zuhause, ihr neues Nest, wenn man so will, in der Ehlers-Sammlung gefunden haben. Denn dort sind sie nicht allein. Einige Artgenossen sind bereits da. Zu sehen sind die Werke ab dem 24. Februar. 

Fliegen können die Eulen indes nicht; sie sind aus gebranntem Ton und kommen in grüner, brauner oder blauer Lackierung daher. Einen Zweck haben sie auch: Sie sind Gefäße, Krüge oder Kannen und können die Flüssigkeit aufnehmen, die der Mensch gedenkt, in sie zu füllen. Wasser, vielleicht auch Wein oder Bier, je nachdem. Die Eulen traten von Skotterup bei Helsingør ihre Reise in die Welt an. Auch auf Fredensborg Slot, im Norden der Insel Seeland gelegen, stießen sie auf Interesse und Exemplare fanden dort ein königliches Zuhause.

Keramikgeschirr mit grünen Eulenformen und blauem Teller in einer Museumsvitrine.
In einer Vitrine werden neu hinzugekommene Skotterup-Keramiken präsentiert.

 „Zu uns kommen viele Gäste, es sind Touristen, aber auch Liebhaberinnen und Liebhaber“, erläutert Aase Jacobsen. Was sie lieb haben: Keramik. Da hat die Ehlers-Sammlung in der Slotsgade reichlich dem interessierten Publikum zu bieten. Keramik aus dem 16. Jahrhundert ist dort ausgestellt, alles blitzt und funkelt. Die größte Sammlung im Norden, heißt es bei „Historie Haderslev“.

Die Geschichte hinter den Eulen

Wie nun die Ehlers-Sammlung ihre Eulensammlung vermehren konnte, ist eine interessante Geschichte, die „Historie Haderslev“ zusammengetragen hat. 

Ebendiese Geschichte nahm ihren Anfang im Jahre 1842, als der in Österreich-Ungarn geborene Joseph Strodl sich in Skotterup bei Helsingør niederließ und die Skotterup-Tonwarenfabrik gründete. Der Sohn Ludvig Strodl übernahm die Firma 1896 und führte die Produktion bis 1917 fort. Danach gab es noch bis 1921 eine rein künstlerische Produktion.

Vitrine mit farbigen Keramik-Eulenkrügen und weiteren Tiergefäßen in einem Museum.
Diese Eulen aus Skotterup waren schon im Bestand der Ehlers-Sammlung

Dann zerstörte ein Feuer die Fabrik und besiegelte ihr Ende. Nicht alles fiel dem Feuer zum Opfer, einige Gebäude blieben erhalten und waren bis 1991 im Besitz der Familie.

Was der Großvater väterlicherseits an Tonwaren produziert hatte, sammelte die Tochter Evelyn Joan Nielsen (später Skovsen), besuchte Auktionen und Antiquitätenhändler. Später vererbte sie ihren drei Kindern das, was sie gesammelt hatte.

Besuch der Nachfahren im Museum

Wie Aase Jacobsen berichtet, besuchte im Herbst 2024 eines der drei Geschwister die Ehlers-Sammlung und war begeistert von der Ausstellung und den bereits vorhandenen Skotterup-Eulen und fragte am Ende des Besuches, ob das Museum Interesse an einer Sammlung der Eulenkrüge habe.

Drei Personen stehen hinter einem Tisch mit grünen Keramikgefäßen in einem Ausstellungsraum.
Die drei Geschwister wollen, dass das Erbe ihrer Mutter bewahrt wird.

Denn den drei Geschwistern, Margaret, Kenneth und Alice, die in Jütland, auf Nordseeland und in der Provence leben, war es wichtig, dass die Sammlung geschlossen erhalten bleibt. Sie suchten also ein neues Heim für die Eulen. Und das haben sie in der Ehlers-Sammlung gefunden.