Küstenschutz

Küstenschutz auf Standby trotz Zuschuss von 15,5 Millionen

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Die Sturmflut vom Oktober 2023 hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen – wie hier am Vilstrup Strand.

Hadersleben erhält eine Finanzspritze für den Küstenschutz: 15,5 Millionen Kronen stellt der dänische Staat zur Verfügung, um Menschen und Häuser in den Ferienhausgebieten besser vor Sturmfluten und Hochwasser zu schützen. „Wir haben kaum zu hoffen gewagt, dass wir die volle 40-prozentige Mitfinanzierung bekommen“, freut sich Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei.

Insgesamt fließen 24,2 Millionen Kronen staatliche Fördermittel in das Gemeinschaftsprojekt der Kommune, das gerade auf Stand-by steht. Eine Verspätung von sechs Monaten für das Küstenschutzvorhaben „Vores Kyst“ schließt SP-Politiker Carsten Leth Schmidt nicht aus. Der SP-Politiker ist zugleich Vorsitzender des kommunalen Ausschusses für Technik und Klima.

Die nächste Flut kommt

Unterdessen drängen betroffene Anwohnerinnen und Anwohner auf schnelles Handeln, denn die nächste Flut kommt – das ist ganz gewiss.
„Die Erfahrungen aus der Sturmflut bei Heisagger (Hejsager) und Kjelstrup (Kelstrup) zeigen, dass es eilt“, betont Leth Schmidt.

Zuschüsse und große Baustellen

Der staatliche Fördertopf hilft dabei, die geplanten Investitionen für den Küstenschutz in Hadersleben in Höhe von rund 102 Millionen Kronen zu stemmen. Besonders auf den Deich- und Pumpsystemen an mehreren Küstenabschnitten der Ferienhausgebiete ruht dabei das Augenmerk.

„Die Berechnungen beruhen auf einer realistischen Grundlage“, betont der SP-Politiker. Er geht davon aus, dass das Vorhaben somit nicht teurer wird als geplant. Allerdings werden nicht alle Bereiche von der staatlichen Millionenzusage profitieren: Die Steilküste bei Blokhusskoven könnte aus dem Projekt herausfallen – zu hoch sind die Kosten, zu gering die Zahl der betroffenen Häuser: lediglich zehn.

„Das macht das Projekt insgesamt zwar günstiger, aber für die Betroffenen ist das natürlich bitter“, sagt Leth Schmidt.

Flexible Lösungen für den Ernstfall

Carsten Leth Schmidt (SP) ist als Vorsitzender des Klimaausschusses einer der politisch Zuständigen für den Küstenschutz in der Kommune Hadersleben.

Für andere Gebiete prüft die Kommune alternative Ansätze. So könnten im Falle extremer Fluten mobile Pumpen zum Einsatz kommen, wie es bereits erfolgreich in Heisagger der Fall gewesen ist.

Stillstand – und Hoffnung auf Neustart

Aktuell hakt das Mammutprojekt allerdings an einer entscheidenden Stelle: Die Kommune Hadersleben sucht dringend eine neue Projektleitung, nachdem der bisherige Koordinator die Aufgabe abgegeben hat. Bis zur Neubesetzung ruhen viele Planungen – mögliche Verzögerungen von einem halben Jahr stehen im Raum.

Neue Strukturen, mehr Beteiligung

Gleichzeitig arbeitet die Kommune daran, eine demokratisch legitimierte Interessenvertretung der Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer einzurichten, um das jetzige Dialogforum zu ersetzen, das es bislang nicht vermocht hat, die unterschiedlichsten Interessen an der Küste unter einen Hut zu bringen. Ein Streitpunkt ist die finanzielle Beteiligung von Privatleuten an dem Vorhaben.

Mithilfe einer neuen Interessenvertretung, so hofft Leth Schmidt, werde nicht nur die Teilnahme, sondern auch die Akzeptanz für das umfassende Projekt wachsen.