Nachruf

Ein großer Tonderaner musste sich seinem Schicksal fügen

Manfred Petersen war fast 60 Jahre Mitglied des Schützenkorps. Auf dem Foto präsentiert er einen der beiden Älterstäbe. Dieses ist ein historisches Symbol für die beiden Vorsitzenden des Schützenvereins, mit dem auf den Tisch geschlagen wurde, um sich Ruhe zu verschaffen.

Manfred Petersen war ein bekannter Mann in ganz Tondern. Mr. Zeppelin kannte Gott und jedermann, und alle kannten den großen Mann mit Gardemaß. Nun ist er im Alter von 78 Jahren verstorben.

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Zusammenfassung

  • Der Tonderaner und „Mr. Zeppelin“ Manfred Petersen ist im Alter von 78 Jahren nach langer Krankheit in Hoyer verstorben.
  • Er bewahrte mit großem Engagement die Erinnerung an den ehemaligen Luftschiffhafen Tondern, prägte das Zeppelinmuseum maßgeblich und sammelte zahlreiche historische Exponate.
  • Petersen war fest im Vereinsleben verankert, arbeitete in den Tonderner Museen und verabschiedete sich im Sommer mit einem unkonventionellen Fest im Schützenhaus von seinen Weggefährten.

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Sagte man Schützenkorps, musste man im gleichen Atemzug den Namen Manfred Petersen sagen. Sagte man Zeppelinhafen bei Tondern (Tønder), galt das Gleiche. Petersen und seinem schon als Jugendlicher gewachsenen Sinn für die Historie seiner Geburtsstadt ist es zu verdanken, dass die Existenz eines preußischen Luftschiffhafens nicht in Vergessenheit geraten ist, da er im nahegelegenen Soldaterskoven mit Gleichgesinnten auf die Schatzsuche ging und Reste des ehemaligen Stützpunktes ausgrub. 

In der Nacht zum Dienstag ist er im Alter von 78 Jahren im Pflegeheim Digegården in Hoyer (Højer) nach langer schwerer Krankheit verstorben. Dorthin musste er aufgrund stark nachlassender Gesundheit umziehen, obwohl es ihm nicht passte, musste er aber doch einsehen, dass es anders nicht ging.

Manfred Petersen mit Dias im Zeppelinmuseum

Sein Verdienst war es, als das Zeppelinmuseum vor fast 30 Jahren eröffnet wurde. Dort war er nicht nur Vorsitzender, sondern einer der fleißigsten Ehrenamtler. Er knüpfte enge Kontakte zu Familien ehemaliger Luftschiffer und sicherte dem Museum interessante und originale Exponate aus dieser Zeit. Nichts sollte verloren gehen.

Keiner wusste so gut Bescheid über das Kaiserliche Marine Luftschiff-Detachement Tondern wie Manfred Petersen. Er kannte im Soldaterskoven jeden Baum und jedes Fundament der riesigen Bauten für die Luftschiffe.

Große Sammelleidenschaft

Seine unübertroffene große Sammelleidenschaft für historische Stücke zeichnete den Tonderaner aus, der mit seinem Fundus ein ganzes Museum hätte bestücken können. Der kleine Hof am Flensborg Landevej bot dafür schon fast nicht ausreichend Platz.

So war es seinerzeit für ihn ein Traumberuf, als er Mitarbeiter der Tonderner Museen wurde, wo er auch sein handwerkliches Geschick genauso wie sein Flair, Exponate einer Ausstellung ins rechte Licht zu rücken, zeigen konnte. Schließlich war er vom Fach. Der ehemalige Schüler der Ludwig-Andresen-Schule war viele Jahre bei der Firma Nic. Andresen als Fensterdekorateur beschäftigt, wo er auch seine Lehre gemacht hatte.

Manfred Petersen bei einem Bauprojekt im Zeppelinmuseum

Manfred Petersen wuchs mit drei Geschwistern in der Tonderner Süderstraße als Mitglied der deutschen Minderheit auf. Wenn die Eltern nicht wussten, wo sich der Sohn aufhielt, konnten sie sicher sein, dass er wieder im Soldaterskoven herumstöberte – ein Militärwald, der eigentlich nicht öffentlich zugänglich war, was die Ausflüge dorthin zu einem kleinen Abenteuer machte. Später hat er unzählige Kinder, Jugendliche und Besuchergruppen durch den Wald geführt. Seine Begeisterung kannte keine Grenzen.

Schwere Schicksalsschläge

Manfred Petersen liebte die Geschichte seiner Stadt. Seine damalige Wohnung in der Süderstraße glich einem kleinen Museum. Dort verbrachte er glückliche Jahre mit seiner ersten Ehefrau Jytte. Ihr früher Tod und der Verlust seines Sohnes Michael waren herbe Schicksalsschläge für den Mann mit Gardemaß.

Im Ehemaligenausschuss der Ludwig-Andresen-Schule war er für die Ausrichtung vieler Feste mitverantwortlich.

Ein ungewöhnlicher Abschied

Obwohl er ein großer Anhänger von Traditionen war, wählte er im Sommer eine ganz eigene Art und Weise, wissend dem Tod nahe, sich von seiner Familie, Freunden und Bekannten sowie Weggefährten zu verabschieden. Mit einem Fest im Schützenhaus bei gutem Essen und Live-Musik. Keine Reden sollten geschwungen oder Lieder gesungen werden, hatte der gesellige Gastgeber bestimmt. 

Seine Gäste sollten keine Geschenke mitbringen, sondern einfach nur gemütliche Stunden im Vereinshaus der Schützen verbringen, in dem er auch so viele Stunden seines Lebens verbracht hatte. Dort wurde ihm im Jahr 2021 auch die Ehrenmitgliedschaft verliehen. 55 Jahre war er Mitglied des Korps und hatte verschiedene Vorstandsämter bestritten, viele Jahre als 1. Ältermann und bis vor einigen Jahren auch als zweiter Vorsitzender.

Die Trauerfeier findet am Freitag, 6. März, 13.30 Uhr, in der Christkirche in Tondern statt.