Mensch & Umwelt

Das soll der Küstenschutz für die Anwohnenden kosten – ungefähr

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Nichts ging mehr, als die Sturmflut im Oktober 2023 die Ostküste erreichte. Hier ist der Kelstruper Strand zu sehen.

Zwischen 2.000 und 11.000 Kronen im Jahr werden die Anwohnenden in Kelstrup Strand für den Küstenschutz zurücklegen müssen. Ausschussvorsitzender Carsten Leth Schmidt erläutert die Hintergründe zu diesen Zahlen.

„Wir haben den Plan vor einem Jahr revidiert“, sagt Carsten Leth Schmidt (Schleswigsche Partei, SP), Vorsitzender des Ausschusses für Technik und Klima, mit Blick auf einen Beitrag des Senders „TV Syd“, in dem er im Oktober 2023 sagte, die Sandaufspülungen am Kelstrup Strand könnten Ende 2024 vollendet sein. Anlass des Berichts des Senders war das Informationstreffen für Anwohnende in der Sporthalle Hadersleben, das kürzlich stattfand.

Es steht fest: Es wird länger dauern, weil die Maßnahmen zum Küstenschutz Leth Schmidt zufolge komplizierter sind als zunächst gedacht. „Wir konnten die Arbeitsgruppe wesentlich erweitern und haben dabei einen echten Kompetenzschub bekommen, weil wir zwei Personen gewinnen konnten, die viel Erfahrung mit großen Projekten einbringen. Nun haben wir aber einen Plan, der seit rund einem Jahr unverändert ist.“

Arbeiten sollen im 2. Quartal 2026 beginnen

Dieser Plan sieht nun vor, dass die Arbeiten im 2. Quartal 2026 beginnen und rund ein Jahr dauern werden. Die eineinhalb Jahre, bis Bagger den Strand erhöhen und eine Entwässerung bei Hochwasser eingerichtet wird, sind für die Planung des Großprojektes vorgesehen. Die Projektierung übernimmt das Unternehmen Rambøll.

Über 25 Jahre müssen sich die Grundeigentümerinnen und -eigentümer, deren Grund im Projektgebiet liegt, an den Kosten beteiligen. Leth Schmidt zufolge liegt der jährliche Beitrag zwischen 2.000 und 11.000 Kronen. Im letzten Quartal 2025 sollen die genauen Beiträge für die einzelnen Besitzerinnen und Besitzer feststehen.

Kosten richten sich nach Gefährdungseinschätzung

Nachfragen gab es dem Ausschussvorsitzenden zufolge auch, was die Gefährdungseinschätzung der einzelnen Grundstücke betrifft. Diese wurde nicht immer als zutreffend angesehen. „Daran muss gefeilt werden“, erkennt Leth Schmidt.

Je niedriger ein Gebiet liegt, desto höher wird ihm zufolge der zu entrichtende Beitrag. Aber auch Anrainer, deren Grundstück eine Abbruchkante zum Meer hin aufweist, müssen tiefer in die Tasche greifen, da die Abbruchkanten besser geschützt werden sollen. Und auch Grundeigentümerinnen und -eigentümer, deren Sommerhaus durch Überflutungen von „rückwärts“ gefährdet ist – weil das Wasser des naheliegenden Baches sich staut – müssen mehr zahlen.

Gilde soll sich um Instandhaltung kümmern

Carsten Leth Schmidt hatte den Eindruck, dass die Pläne der Kommune überwiegend positiv aufgefasst wurden. Es habe allerdings ein Problem mit den Mikrofonen gegeben, was für Unmut gesorgt hat.

Nach den genannten 25 Jahren stehen den Anwohnenden jedoch weiterhin Abgaben ins Haus. „Die Küstensicherung muss instand gehalten werden, das kostet Geld. Unser Plan ist, dass eine Gilde (laug) gegründet wird, die sich um die Belange vor Ort kümmert. Das steht jetzt nicht unmittelbar an, aber das sollten wir vorbereiten“, so der Ausschussvorsitzende abschließend.

Diese Gilde soll seiner Vorstellung nach aus Anwohnenden bestehen, sollte der kommunale Anteil aber höher sein, könnte ein Repräsentant oder eine Repräsentantin der Kommune auch mit in der Gilde ihren Platz finden, so die Überlegung von Carsten Leth Schmidt.