Sommergroove 2020

Auf dem Berg wird wieder musiziert

Auf dem Berg wird wieder musiziert

Auf dem Berg wird wieder musiziert

Denise Dörries
Knivsberg /Knivsbjerg  
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Vom 21. Juni bis zum 26. Juli konnten die jungen Musiker ihren musikalischen Horizont beim Sommergroove auf dem Knivsberg erweitern. Foto: Denise Dörries

Auf dem Knivsberg musizieren die Teilnehmer des Sommergrooves bereits zum vierten Mal. Dieses Jahr nehmen 29 junge kreative Musiker an dem Programm teil.

Schon draußen vor dem Gebäude der Bildungsstätte Knivsberg sind Gitarrenklänge, Gesang und Blasinstrumente zu hören. Der Sommergroove ist schon im vollen Gange, und die Proben für das Abschlusskonzert am Sonntag laufen auf Hochtouren.

Ideengeberin und Gründerin der Veranstaltung Sommergroove ist Johanna Løhde Nielsen. Johanna erzählt, dass es an einer musikalischen Talentförderung in Nordschleswig gefehlt habe, und aus der Motivation heraus, dieses zu ändern, hat sie das Konzept des Sommergrooves entstehen lassen. Schon seit 2017 wird jeden Sommer, eine Woche lang, gemeinsam auf dem Berg musiziert.

„Der Sommergroove ist mein musikalisches Baby“, schmunzelt Johanna. Mit diesem Projekt möchte sie nicht nur die Musik fördern, sondern auch die deutsche Minderheit öffnen. „Es kommen auch viele Teilnehmer aus dem Norden von Dänemark, die keinen Bezug zur Minderheit haben und diese erst durch den Sommergroove kennenlernen“, erzählt Johanna stolz.

Johanna Løhde Nielsen ist selbst Musikerin und hat schon viele Auftritte erlebt. Foto: Karin Riggelsen

Dieses Jahr können die 29 Schüler neue Erfahrungen in den Musikrichtungen Salsa, Country, Elektro-Pop und Soul/Jazz sammeln. Damit alle Teilnehmer mit neuen Erfahrungen und einem erweiterten musikalischen Horizont wieder nach Hause fahren, werden sie vorher von den Dozenten für eine der Musikrichtungen eingeteilt. Die Bands bilden sich also erst vor Ort und proben dann eine Woche gemeinsam bis zum Abschlusskonzert. „Elektro-Pop ist für mich Neuland, aber es ist toll, so unterschiedlich zusammengewürfelt zu werden, um neue Erfahrungen zu sammeln und um sich selbst herausfordern zu können“, erklärt der 19-jährige Christian Hoff, der zum ersten Mal am Sommergroove teilnimmt.

Die Bandproben finden jeden Vormittag statt. Foto: Denise Dörries

Johanna Løhde Nielsen ist nicht nur Organisatorin des Ganzen, sondern auch die kreative Leiterin und Dozentin für den Gesang. Weitere Dozenten in diesem Jahr sind Kristoffer Gori Verdoner für die Gitarre, Michell Smedegaard Boysen für den Bass, Mikas Emil Søndergaard Eskesen für das Schlagzeug und Theo Hjorth für das Klavier. „Man merkt die Passion der Dozenten, und das steckt an“, erklärt Johanna.

Von morgens bis in die Nacht musizieren

Der Zeitplan des Sommergrooves ist ziemlich voll gepackt. Jeden Morgen nach dem Frühstück wird ein rhythmisches Training durchgeführt. Vor dem Mittagessen hat jede Band Zeit, an ihren Songs zu arbeiten und im Ensemble zu proben. Am Nachmittag folgen dann Theorieunterricht, Gehörbildung und Solounterricht. Nach dem Abendessen gibt es schließlich die Möglichkeit, an Vorträgen zu Themen wie Arrangement, Songwriting und Recording teilzunehmen.

Ab 22 Uhr ist der offizielle Teil des Tages zu Ende, doch die jungen Musiker setzen sich noch zusammen, um gemeinsam zu jammen. Dies geht meist bis in die Nacht hinein, wie auch Johanna Løhde Nielsen bestätigt: „Spätestens am Sonnabend merkt man den jungen Künstlern ihre Müdigkeit an, da sie meist noch bis tief in die Nacht jammen und gemeinsam musizieren.“

Hier gibt es Musik rund um die Uhr.

Johanna Løhde Nielsen, Musikerin

Alle Teilnehmer bewerten den Sommergroove als positiv. „Es macht Spaß, hier zu sein, dazuzulernen und die Leute und die Musik zu erleben“, berichtet Benedikt Anton Olaf Hansen, der zum ersten Mal am Sommergroove teilnimmt. Auch die 18-jährige Liv Asmussen, die bereits von Anfang an dabei ist und somit zum vierten Mal teilnimmt, findet: „Es ist wirklich toll, verschiedene Musik zu spielen, neue Leute kennenzulernen und neue Erfahrungen zu sammeln.“

Die Dozenten geben hilfreiche Tipps und fördern die musikalische Fähigkeit der jungen Musiker. Foto: Denise Dörries

Musikbegeisterte können sich von dem Können der Teilnehmer am Sonntag beim Abschlusskonzert überzeugen. Dieses findet von 13 bis 16 Uhr im Theatersaal auf dem Knivsberg statt. Der Einlass ist nur mit einer Voranmeldung unter info@knivsberg.dk möglich.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Aarhus-Geschichten“