Raus in die Natur

Auf den Spuren der acht alten Ziegeleien

Auf den Spuren der acht alten Ziegeleien

Auf den Spuren der acht alten Ziegeleien

Iller
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Hier geht es direkt hinunter zur Ziegelei Cathrinesminde. Foto: Ilse Marie Jabobsen

Direkt an der Flensburger Förde liegt der Ziegeleipfad auf dem Gendarmenpfad. Dort gibt es interessante historische Informationen und ein exquisites Stück Natur.

1860 lagen am Strand von Iller einmal acht Ziegeleien in einem Radius von nur anderthalb Kilometern. An der Strandkante gibt es immer noch Spuren von Lehmgräben, Öfen, Knetmühlen, Fundamente von alten Dampfmaschinen und Ziegelsteinreste auf den früheren Anlegeplätzen der Schiffe, die die Waren hinaus in die weite Welt schipperten.

Ziegeleimuseum Cathrinesminde Foto: Ilse Marie Jacobsen

Der Ziegeleipfad ist gleichzeitig auch ein kleines Stück des beliebten Gendarmenpfads, der über 74 Kilometer von Pattburg nach Höruphaff (Høruphav) führt.

Wer zum interessanten aber auch unglaublich idyllisch gelegenen Ziegeleipfad gelangen möchte, der sollte von Broacker (Broager) Richtung der letzten Ziegelei Cathrinesminde, Iller Strandvej 7, fahren, wandern oder auch radeln.

Hier geht es zum Strand Iller und hinten Richtung Brunsnis Foto: Ilse Marie Jacobsen

Alles beginnt bei Cathrinesminde

Die Iller-Tour beginnt bei uns immer bei dem Ziegeleimuseum Cathrinesminde, einer der seltenen bewahrten Ringofenziegeleien Dänemarks. 2007 wurde die Ziegelei als nationales Industriedenkmal ernannt. Dort sieht es aus, wie damals. Dort stehen die alten Maschinen und Trockenscheunen mit roten Ziegeldächern, und in einigen Häusern ist zu sehen, wie die Arbeiter damals lebten.

Blick auf den Brunsnæs Fjordvej Foto: Ilse Marie Jacobsen

Das Auto wird abgestellt, und anschließend wandern wir auf dem Iller Strandvej den Hügel hinauf. Rechts neben der Straße liegt ein ausgehöhlter großer Bereich, der einstige Lehmgraben. Auf Broackerland und Nübel Nor hat sich einst in der Eiszeit gerade der für Dach- und Mauerziegel so hervorragende steinfreie Eissee-Lehm gebildet. Einst lagen an beiden Seiten der Flensburger Förde 70 Ziegeleien.

Vögel unterhalten die Gäste

Oben am Illervej angekommen empfangen uns auf dem großen Feld oft Gänse und Schwäne. Auf der Förde gönnen sich verschiedene Schwimmvögel bei ihrem langen Flug bei Iller eine wohlverdiente Pause.

Die drei Häuser im Hintergrund werden Trekroner genannt. Foto: Ilse Marie Jacobsen

Nach einem Kilometer auf der Straße geht es auf dem zweiten Weg nach rechts, dem Brunsnæs Fjordvej, hinunter nach Brunsnis (Brunsnæs). Für die Unterhaltung unter dem freien Himmel sorgen unter anderem Lerchen, die in den ersten Monaten des Jahres auf den grünen Feldern ihre Nester anlegen.

Rechts und links liegen Felder. An der Straße stehen verschiedene Büsche, in denen auch kleine Singvögel nisten. Ein flinker kleiner Fuchs lief einmal direkt vor uns hinaus auf die Straße. Der machte sich aber sehr schnell wieder aus dem Staub.

Der Eingang zum Ziegeleimuseum Cathrinesminde Foto: Ilse Marie Jacobsen

naus zur Förde

In Brunsnis gelangt man direkt hinaus zur Flensburger Förde. Auf der anderen Seite des Wassers liegt Deutschland. Hier legt in den Sommermonaten unter anderem auch die grenzüberschreitende Fahrradfähre „Rødsand“ an. Wegen Corona werden im Augenblick nur Eventuren auf dem dänischen Fahrwasser angeboten. Wenn es wieder möglich ist, wird die Fähre wieder nach Deutschland – Langballigau und Flensburg – fahren.

Auf dem Brunsnæs Strandvejen geht es auf dem gemütlichen Ziegeleipfad wieder Richtung Cathrinesminde.

In dem zugewachsenen Lehmgraben wurde über Jahrhunderte der Lehm abgetragen. Dort wächst heute unter anderem die Orchideenart Waldknabenkraut. Foto: Ilse Marie Jacobsen

Die Wanderer kommen vorbei an dem einstigen „Iller Teglværk", das einst größer als Cathrinesminde war und 1936 geschlossen wurde. Auf den Rødevej wurde der rote Ziegeleischrott geworfen, und in dieser Ecke lag auch einmal die Ziegelei der Familie Matzen. Auf dem Feld Trekroner stehen drei Gebäude, wo Ziegeleiarbeiter aus Schweden einst lebten. Vom Sandgraben kam der Sand, der in den von Pferden gezogenen Knetmühlen mit dem tollen Lehm vermischt wurde.

Augen auf und tief durchatmen. Bei Iller erhält man eine wohltuende Pause – und Kenntnis über ein für die dortigen Bewohner einst so wichtiges Stück Industriegeschichte.

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