Umweltverschmutzung

Himmarker Giftstrand: Es gibt zwei Lösungsvorschläge

Himmarker Giftstrand: Es gibt zwei Lösungsvorschläge

Himmarker Giftstrand: Es gibt zwei Lösungsvorschläge

Himmark
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Das Baden am Himmarker Strand bleibt auch in diesem Sommer verboten. Foto: Sara Wasmund

Wie soll der verunreinigte Strand bei Himmark auf der Insel Alsen gesäubert werden? Ein Bericht legt jetzt zwei konkrete Lösungsvorschläge vor, mit denen die giftigen Überreste einer alten Danfoss-Deponie entfernt werden könnten.

Türkisgrün glitzert das Wasser in der Juni-Sonne, die Wellen plätschern auf die Steine am Strand, und die Heckenrosen schaukeln im warmen Wind. Bestes Badewetter am Himmarker Strand – doch statt sich sonnender Badegäste stecken weiße Stäbe im Kiesstrand. Filter, die den Giftstoffgehalt im Boden messen.

Schwimmen verboten – seit 2019

Der Parkplatz ist leer, die vielen Picknick-Tische sind verwaist. Warnschilder weisen darauf hin, dass das Schwimmen im Wasser verboten ist. Der Strand von Himmark – er wird mindestens noch bis 2023 eine giftige Angelegenheit bleiben. Das steht fest, nachdem ein neuer Bericht zur Lage am Strand vorgelegt wurde.

Giftige Rückstände einer Deponie

Seit 2019 ist das Baden am Himmarker Strand verboten, weil der Strandbereich voller Altlasten ist. Giftige Rückstände, die von einer Altlasten-Deponie des Unternehmens Danfoss stammen, die in den 1960er und 1970er Jahren Erdreich und Meeresboden vergiftet hat.

Seitdem die Erdreichverschmutzung am Himmarker Strand entdeckt wurde, suchen die Kommune Sonderburg, die Region Süddänemark und das Unternehmen Danfoss gemeinsam nach einer Lösung, die giftigen Rückstände zu beseitigen.

Filterstäbe messen den Giftgehalt im Strandbereich. Foto: Sara Wasmund

Nach monatelangen Untersuchungen und Analysen liegt nun ein erster Bericht vor, der zwei konkrete Lösungsansätze vorschlägt. Ziel ist es, das Badeverbot bis Ende 2023 aufheben zu können.

Lösung 1 sieht vor, das verunreinigte Erdreich an Land, Strand und Meeresboden auszugraben.

Lösung 2 sieht eine teilweise Entfernung von verunreinigten Erdreich an Land und unter Wasser vor, zudem soll zwischen Strand und Meer eine „physische Barriere“ errichtet werden. Damit soll verhindert werden, dass Giftstoffe aus dem verunreinigten Erdreich an Land Richtung Strand und Meeresboden wandern.

Hier bitte nicht ins Wasser: Die Region Süddänemark warnt davor, am Himmarker Strandabschnitt zu schwimmen. Foto: Sara Wasmund

Die Kosten belaufen sich je nach Lösung auf 80 bis 140 Millionen Kronen. Sollte Lösung 2 gewählt werden, müssen zusätzlich Gelder zur Beseitigung des verunreinigten Erdreichs an Land gefunden werden. Hierfür müsste mit weiteren 50 Millionen Kronen gerechnet werden.

Lösung 1 wird bevorzugt

Beide Vorschläge wurden der Umweltbehörde vorgelegt. Die zuständige politische Arbeitsgruppe, die aus Vertretern von Region, Kommune und Danfoss besteht, bevorzugt Lösungsvorschlag 1.

„Ich freue mich darüber, dass wir uns einstimmig für die Ausgrabung ausgesprochen haben“, so die Vorsitzende des Regionsrates, Stephanie Lose (V). „Jetzt müssen wir zeitnah darüber sprechen, wie die Lösung finanziert werden kann.“

Der Himmarker Strand - hier der Blick Richtung Norden Foto: Sara Wasmund


Die Reinigung des Himmarker Strandes ist Teil des Gesamtplanes zur Entfernung von Generationenverschmutzung (auf Dänisch „generationsforurening“), den der Verband der dänischen Regionen, Danske Regioner, der Umweltbehörde vorgelegt hat.

Große Pläne für Nordalsen

Die Kommune Sonderburg hat für den Bereich auf Nordalsen große Pläne: So soll im Norden der Insel oberhalb des Himmarker Strandes in wenigen Jahren ein Ferienresort entstehen, das mit eigenem Badeland am Meer Hunderttausende Gäste nach Nordalsen locken will.

Hier an diesem Strandabschnitt nördlich des Himmarker Strandes soll ein Ferienresort entstehen. Foto: Sara Wasmund

Generationenverschmutzung

  • Eine Generationenverschmutzung (auf Dänisch „generationsforurening“) ist eine Verschmutzung des Erdreiches, deren Beseitigung über 50 Millionen Kronen kostet.
  • Der Name ist davon abgeleitet, dass es mehrere Generationen dauert, die Verschmutzung zu beseitigen.
  • In ganz Dänemark gibt es derzeit zehn offizielle Generationenverschmutzungen.



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