Thema der Woche: Zurück aus dem Lockdown

Nach der Corona-Krise: Zeit für neue Lebensformen

Nach der Corona-Krise: Zeit für neue Lebensformen

Nach der Corona-Krise: Zeit für neue Lebensformen

Broacker/Broager
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Mobiles Arbeiten am Laptop ist in der Corona-Krise zur Normalität geworden. Foto: Frank May/AP/Ritzau Scanpix

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Auf der Halbinsel Broackerland will eine Bürgerinitiative neue Wohn- und Arbeitsformen ermöglichen. Der Lockdown hat gezeigt, dass ein Arbeitsleben mit weniger Pendeln durchaus Zukunft haben kann.

„Nicht zuletzt im Lockdown haben viele erkannt, dass der Arbeitsplatz überall dort sein kann, wo es eine gute Internetverbindung gibt. Auf Broackerland haben wir Glasfiber-Anschluss – wir haben also alles, was man braucht.“ Ingebeth Clausen ist die Leiterin des Projektes „Broagerland 3.0“, mit dem auf Broackerland die Zukunft begonnen hat.

Die Bürgerinitiative arbeitet mit einem Plan, neue Wohn- und Lebensformen zu schaffen. Nach ersten Visionstreffen will „Broagerland 3.0“ im Juni einen Verein gründen, der später zu einer Stiftung umgewandelt wird.

Ein Zentrum zum Wohnen, Leben und Arbeiten

Das Ziel: ein Wohn- und Lebenszentrum errichten, in dem auch das Arbeiten von zu Hause eine Rolle spielt. „Das kann in einem großen Anwesen in Broacker oder auf dem Gelände eines alten Bauernhofes entstehen“, erläutert Ingebeth Clausen.

Darin soll auch Raum sein für kleine Unternehmen – oder Bürger, die für ein paar Stunden ein Büro brauchen, um in Ruhe zu arbeiten. Wie genau das Ganze aussieht, ist noch nicht festgelegt. Bislang gibt es Gedankenskizzen.

Wohnen und arbeiten in einem Naturparadies – damit wirbt die Initiative auf Broagerland. Foto: Privat

„Es gibt derzeit viele Ideen und gute Gedanken. Tatsächlich gab es viele Bürger, die im vergangenen Jahr im Lockdown das Pendeln nahezu eingestellt haben. Und die nun feststellen, dass die Fahrt ins Büro nicht unbedingt notwendig ist. Oder dass eine Familie nicht unbedingt zwei Autos benötigt, wenn man weniger pendelt und stattdessen von zu Hause aus arbeitet“, erläutert Ingebeth Clausen. „Und auch die Idee eines Büros, das Bürger abwechselnd nutzen können, steht im Raum.“

Gemeinsam statt einsam

Doch auch beim Thema Wohnen war die Corona-Krise ein weiterer Anstoß für neue Ideen, so die Projektleiterin. „Gerade im Lockdown war Einsamkeit für so manchen Bürger ein Thema. Ein Wohnprojekt mit Platz für 15 bis 20 Wohnungen, Gemeinschaftsangeboten und Gemeinschaftsräumen wirkt da gleich noch mal interessanter.“

Diese erste Skizze zeigt, wie ein Wohn- und Arbeitsprojekt auf Broackerland aussehen könnte. Wie das Grundstück am Ende aussieht und gestaltet ist, wird die Zukunft zeigen. Foto: Broagerland 3.0

Anlass für die Bürgerinitiative ist die Tatsache, dass tendenziell immer weniger Bürger auf Broackerland leben.

„Und da machen wir uns als Bewohner vor Ort natürlich Gedanken. Wir brauchen auch in Zukunft Mitbürger, die unsere Schulen und Geschäfte oder Sportangebote nutzen. Also haben wir uns gefragt: Was können wir tun? Und so haben wir die Idee entwickelt, neue Wohn- und Arbeitsformen zu entwickeln, die neue Bürger anziehen. Gerne auch von südlich der Grenze“, sagt Ingebeth Clausen.

Wir hoffen, dass viele Bürger unsere Aktion finanziell unterstützen, beispielsweise mit Bürgeraktien. Einfach, um das Leben in Broackerland zu unterstützen und zu erhalten.

Ingebeth Clausen, Projektleiterin
 
 

Sobald der Verein gegründet ist – die Gründungsversammlung ist für den 1. Juni geplant –, beginnt der Verein, Geld zu sammeln. 300.000 Kronen müssen vorliegen, um eine gewerbliche Stiftung zu gründen, über die dann weitere Gelder bei Stiftungen beantragt werden können.

„Es ist geplant, dass man sich in eine Wohnung oder ein Büro einmieten kann. Wir hoffen, dass viele Bürger unsere Aktion finanziell unterstützen, beispielsweise mit Bürgeraktien. Einfach, um das Leben in Broackerland zu unterstützen und zu erhalten.“

Die Bürger sind gefragt

„Broagerland 3.0“ hofft, dass viele Bürger und Interessierte mit auf den Zug in Richtung Zukunft springen. In Richtung neue Wohn- und Arbeitsformen.

„Wir haben es hier einfach fantastisch auf Broackerland. Ich selbst bin zwar schon pensioniert und war daher während Corona nicht im Homeoffice. Aber ich höre immer wieder, wie gut es den Menschen tut, weniger zu pendeln. Auch dafür wollen wir in unserem Projekt Raum schaffen“, sagt Ingebeth Clausen. Mehr über die Initiative unter www.broagerland.dk/.

Das Projekt „Broagerland 3.0 – pilotprojekt som frilandsby“

  • Hinter dem Projekt stehen Akteure von „Broager Udviklingsforum“ sowie der fünf Dorfgilden „Dynt/Skelde/Gammelgab Landsbylaug“, „Brunsnæs/Iller/ Busholm Landsbylaug“, „Vemmingbund Landsbylaug“, „Skodsbøl Landsbylaug“ und „Smøl Landsbylaug“
  • Aus dem Topf für Landdistrikte hat das Gewerbeministerium 500.000 Kronen für das Projekt bewillig, zudem unterstützen der Koordinator für Landdistrikte der Kommune Sonderburg sowie Freiwillige das Projekt. Die finanzierte Projektphase läuft über zwei Jahre.
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Sara Wasmund Lokalredaktion Sonderburg
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