100 Jahre Grenzziehung

Günther: Arbeit der Minderheiten lebt davon, dass es keine spürbare Grenze gibt

Günther: Arbeit der Minderheiten lebt von offener Grenze

Günther: Arbeit der Minderheiten lebt von offener Grenze

hm/swa/mt
Sonderburg/Tondern
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Am Freitagmorgen besuchte Ministerpräsident Daniel Günther das deutsche Museum in Sonderburg Foto: Sara Wasmund

100 Jahre Volksabstimmung, 100 Jahre Grenzziehung – Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat anlässlich des Jahrestages das Grenzland besucht – und sich gegenüber dem „Nordschleswiger" auch zum aktuellen Thema Grenze geäußert.

Daniel Günther (CDU) hat auf einer zweitägigen Reise anlässlich der Volksabstimmung vor 100 Jahren das Grenzland besucht. An beiden Tagen kreuzte der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein die Grenze, am Freitagmorgen stand das Deutsche Museum in Sonderburg auf den Programm.

Auf die Frage des „Nordschleswigers“, wie man als Ministerpräsident die Grenzkontrollen zu spüren bekommt, und wie sich der Regierungschef zu den Kontrollen verhält, antwortete Daniel Günther: „Es ist vielleicht nicht ganz fair, aber wenn man als Ministerpräsident über die Grenze fährt, bekommt man die Kontrollen vielleicht etwas weniger zu spüren. Generell haben wir aber keinen Hehl draus gemacht, dass Grenzkontrollen nichts sind, was wir uns wünschen. Das ist für beide Minderheiten eine Belastung. Die Arbeit der Minderheiten lebt davon, dass es keine spürbare Grenze gibt. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass es so wenig Grenzkontrollen wie möglich gibt“, so Günther.

Der Ministerpräsident stellte in Sonderburg gegenüber dem „Nordschleswiger“ aber auch klar, dass die Frage der Bundesgrenze eine Sache zwischen der deutschen und der dänischen Regierung ist. „Aber wir werden weiterhin versuchen, unseren Beitrag dazu zu leisten, dass es schneller vorangeht“, so Günther.

Begleitet wurde Ministerpräsident Günther von Klaus Schlie, Landtagspräsident, und dem Minderheitenbeauftragten Schleswig-Holsteins, Johannes Callsen.

Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass es so wenig Grenzkontrollen wie möglich gibt.

Daniel Günther (CDU), Minsterpräsident von Schleswig-Holstein

Grenzüberschreitende Nachbarschaftshilfe in Tondern

In Tondern stießen die schleswig-holsteinischen Spitzenpolitiker auf Einsatzkräfte, die für die grenzüberschreitende Nachbarschaftshilfe brennen, obgleich sie nicht zu ihren Kernaufgaben gehört. Der Bereitschaftsinspektor von Brand og Redning Sønderjylland, Kenneth Achner, berichtete, dass dabei der persönliche Kontakt eine entscheidende Rolle spielt. „Wir sind überzeugt davon, dass das Projekt verlängert werden muss”, versicherte der Ministerpräsident mit Blick auf das Interreg-Programm „Gefahrenabwehr ohne Grenzen".

Daniel Günther interessierte sich dafür, ob es durch die coronabedingte Grenzschließung Probleme bei der grenzüberschreitenden Rettung geben würde. Der Chef der Feuerwehr in Tondern, Kim Clausen, berichtete, dass dies kein Problem sei. „Wir mussten nur im März bei einem Einsatz in Ellund einen Umweg fahren. Mittlerweile können wir fast jeden Grenzübergang überqueren”, ergänzte Kenneth Achner. Mit einem Besuch der Rettungswache in Niebüll endete Günthers Sommertour.

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