Zahl der Ordnungshüter wächst

Mehr Polizei – aber auch mehr Aufgaben

Mehr Polizei – aber auch mehr Aufgaben

Mehr Polizei – aber auch mehr Aufgaben

cvt/gn/swa
Nordschleswig
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Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau-Scanpix

Die Zahl der Polizeibeamten in Dänemark ist so hoch wie seit über zehn Jahren nicht mehr: Die Polizei sei wieder schlagkräftig, meint der Reichspolizeichef Højbjerg. Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft sieht die Lage etwas kritischer: „Der Laden ist aber immer noch mächtig unter Druck“, sagt Claus Oxfeldt

11.128 Polizisten waren im Februar 2019 in Dänemarks Polizeikreisen und bei der Reichspolizei angestellt. So viele, wie seit Januar 2007 nicht mehr, als die umstrittene Polizeireform in Kraft trat. Damals wurde die Polizeiarbeit zentralisiert, aus 54 Polizeikreisen wurden 12.

Reichspolizeichef Jens Henrik Højbjerg ist zufrieden damit, dass sich wieder mehr Polizisten auf der Straße blicken lassen können. „Wir hatten seit 2015 eine harte Zeit, als wir mit Grenzkontrollen und Terrorschutz neue Aufgaben dazubekamen. Deshalb haben wir wirklich neue Polizisten gebraucht“, sagt er. Inzwischen sei die Organisation wieder „schlagkräftig“.

Keine zahlen wegen der Sicherheit

Aus „Gründen der Sicherheit“ wollte die Polizei für Südjütland und Nordschleswig gestern auf Nachfrage weder konkrete Mitarbeiterzahlen noch Zahlen zu Arbeitsstunden nennen. Man profitiere aber durchaus von dem landesweit angestiegenen Mitarbeiterzahlen.

„Die Polizei für Südjütland und Nordschleswig kriegt ihren Anteil an der gestiegenen Zahl der Polizeibediensteten ab, da man im Rahmen der vergangenen Mehrjahresabsprache, die in Sachen Polizei vom Folketing verabschiedet wurde und die bis 2019 gilt, beschlossen hat, den Einsatz nahe der Grenze zu stärken“, sagt Lene Roesen, Stabschefin der Regionalpolizei.

„Das bedeutet, dass der Ausländerkontrollabteilung West unter der Polizei für Südjütland und Nordschleswig mehr Ressourcen zur Verfügung stehen, für die Ausländerkontrolle und die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität.“

Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Claus Oxfeldt, ist nicht ganz so optimistisch. „Wir waren schon 2011 11.100 Beamte – der Unterschied ist also nicht so groß“, sagte er auf Anfrage dem Nordschleswiger.

„Der Laden ist weiterhin mächtig unter Druck“

„Wir merken zwar, das es den richtigen Weg geht – unter anderem ist unsere Arbeit an den Grenzen Dank der Polizeikadetten erleichtert worden. Der Laden ist aber immer noch mächtig unter Druck“, sagt Oxfeldt. Neben Grenzkontrollen und Terrorüberwachung komme hinzu, dass die Polizeiarbeit bei Verbrechen wesentlich komplizierter geworden sei. Dazu würden grenzüberschreitende Kriminalität und die Globalisierung beitragen. Der Täter wohne nicht mehr „um die Ecke“, so Oxfeldt. Daher müsse der Polizei bei den kommenden politischen Absprachen auch mehr Kräfte zugewiesen werden.

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