Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten im Überblick.

Mord von Kim Wall wird zur TV-Serie

Der Fall um den U-Boot-Bauer Peter Madsen und die Ermordung der schwedischen Journalistin Kim Wall wird als TV-Serie verfilmt. Das berichtet das Medium Hollywood Reporter und wurde mittlerweile auch in einer Pressemitteilung bestätigt. Regisseur Tobias Lindholm soll das Drehbuch für die Serie schreiben.

Lindholm gibt an, dass er dies in enger Zusammenarbeit mit dem damaligen Chefermittler des Falles, Jens Møller, und den Eltern der Ermordeten, Ingrid und Joachim Wall, tun wolle. In der Pressemitteilung schreibt Lindholm: „Bei der Produktion einer Krimiserie wie dieser hier, die auf einer wahren Begebenheit beruht, kann und will ich nicht alleine agieren. Die Zusammenarbeit mit Jens Møller und Ingrid und Joachim Wall ist deshalb wesentlich.“ Peter Madsen, so erklärt der Regisseur, werde hingegen nicht bei der Produktion der Serie mit einbezogen.

Dürretalfahrt in der Landwirtschaft: Schweinebauern besonders betroffen

Die langanhaltende Dürreperiode im Sommer hinterlässt weiterhin deutliche Spuren in der Landwirtschaft. Neuesten Prognosen der landwirtschaftlichen Berater- und Denkfabrik Seges zeigen, dass die Landwirtschaft mit Verlusten zwischen 6,4 und 7,4 Milliarden Kronen rechnen muss.

Mehr Recycling soll Wirtschaft zugute kommen

Die dänische Regierung hat zusammen mit der Dänischen Volkspartei (DF) und den Radikalen eine Absprache für mehr Recycling vereinbart. Insgesamt sollen elf Initiativen im Bereich der zirkulären Wirtschaft eingeführt werden, darunter eine standardisierte Einsammlung von Haushaltsabfällen.

WHO: Lärmbelastungsgrenze in Dänemark ist zu niedrig

Deutlich mehr Bürger in Dänemark als bisher angenommen sind von zu hohem Verkehrslärm betroffen. Zu diesem Schluss kommt ein neuer Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO. Die dänischen Behörden haben die zulässige Lärmgrenze derzeit bei 58 Dezibel festgelegt, erst bei stärkere Belastung müssen Lärmschutzwälle errichtet werden. Laut WHO dürfe die Grenze allerdings maximal bei 53 Dezibel liegen. Der Unterschied klingt nicht groß, doch fünf Dezibel Unterschied bedeutet, dass ein Klang dreimal weniger gehört wird. Ist ein Mensch konstant zu hoher Lärmbelastung ausgesetzt, erhöht dies das Risiko für Blutgerinsel im Gehirn, Diabetis und Bluthochdruck. Statistiken zeigen, dass jährlich rund 200 bis 500 Menschen in Dänemark an den Folgen von zu hoher Lärmbelastung sterben. Umweltminister Jakob Ellemann-Jensen (Venstre) hat angekündigt, den WHO-Bericht auswerten und gegebenenfalls eine Anpassung der Lärmgrenze prüfen zu lassen.

SE fusioniert und wird zu Norlys

Der südjütische Stromanbieter SE fusioniert mit dem Konkurrenten Eniig und wird zu Norlys. Die Firmenzentrale wird nach Silkeborg verlegt.

Der Tausender ist bei Jyske Bank Geschichte

Im Kampf gegen Geldwäsche hatte sich im September eine Mehrheit im dänischen Parlament dafür entschieden, in Zukunft den 1000-Kronen-Schein abzuschaffen. Doch schon in ein paar Monaten soll bei der Jyske Bank Schluss damit sein, den Tausender in den Geldautomaten abheben zu können. Das berichtet die Bank in einer Pressemitteilung. Techniker seien laut Bank dabei, die Geldautomaten umzukodieren, damit diese keine der großen Geldscheine mehr aushändigen. Der Tausender kann jedoch bei den Kassen in der Bank weiterhin als Zahlmittel benutzt werden.

Viele Schulen haben ein Handyverbot

Viele Volksschulen und Gymnasien in Dänemark haben eine Handypolitik, die es den Schülern verbietet, im Unterricht ihre Handys zu benutzen. Das zeigt einen neue Untersuchung des Unterrichtsministeriums. Von 271 befragten Schulen haben lediglich 33, also rund zwölf Prozent, auf eine solche Handypolitik verzichtet, so das Ministerium.

Danske Bank: Glaubwürdigkeit erreicht historischen Tiefpunkt

Der nun abgetretene Chef der Danske Bank, Thomas Borgen, hinterlässt seine Bank in einer weitaus schwereren Imagekrise als zu seinem Antritt vor fünf Jahren. Er war der Mann, der nach der fehlgeschlagenen New-Standard-Kampagne wieder Wind in die Segel der Bank bringen sollte. Doch eine neue Voxmeter-Umfrage zeigt, dass das Image der Bank aufgrund des Geldwäsche-Falls auf einen historischen Tiefpunkt gefallen ist. Das berichtet die Wirtschaftszeitung Finans. „Es ist eine äußerst ernstzunehmende Lage, in der sich die Danske Bank befindet. In einer anderen Branche, wie beispielsweise dem Einzelhandel, hätten sie nicht überlebt“, erklärt der Voxmeter-Direktor, Christian Stjer.

Regierung setzt auf Forschung in künstliche Intelligenz

Dänische Forscher im Forschungsbereich der künstlichen Intelligenz haben die Aussicht auf einen finanziellen Rückenwind im kommenden Jahr bekommen. Denn der Bildungs- und Forschungsminister Tommy Ahlers (Venstre) will 300 Millionen für die digitale Entwicklung absetzten. Hierunter insbesondere die künstliche Intelligenz – wo Computer lernen, selbst zu denken. „In dieser Forschung wollen wir ganz vorne mitmischen. Die künstliche Intelligenz kann vielen zugute kommen“, so der Minister zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Dänemark gedenkt der Judenrettung vor 75 Jahren

Am heutigen Donnerstag ist es 75 Jahre her, dass über 7.000 dänische Juden mit Hilfe der dänischen Bevölkerung vor den Nazis nach Schweden fliehen konnten. In Dänemark wird dieser Hilfsaktion heute gedacht. Neben den Feierlichkeiten der Jüdischen Gemeinschaft in Kopenhagen richtet auch das Staatsministerium eine Gedenkfeier aus. Daran nehmen unter anderem Staatsminister Lars Løkke Rasmussen (Venstre), Kronprinz Frederik und Israels Präsident Reuven Rivlin teil. Man dürfe die Ungeheuerlichkeiten des Zweiten Weltkrieges nie vergessen, die Rettung der dänischen Juden sei ein zentraler Teil der gemeinsamen Geschichte, so Staatsminister Løkke Rasmussen. Die Gedenkfeier findet am Vormittag in der Gilleleje Kirke statt. Løkke und Rivlin werden zuvor am Hafen der Stadt einen Kranz niederlegen. Unter anderem von dort war vielen Juden die Flucht über den Øresund nach Schweden gelungen. Am Donnerstagabend spricht Løkke in der Kopenhagener Synagoge.

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