Selbstmordstatistik

Dänemarks Suizidrate sinkt

Meike Riewerts
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Ólafur Steinar Gestsson/Ritzau Scanpix

Gemessen an der Gesamtbevölkerung ist die weltweite Suizidrate rückläufig. In Europa ist Dänemark unter den Ländern, in denen es immer weniger Selbstmorde gibt.

Pro Jahr nehmen sich etwa 800.000 Menschen weltweit das Leben. Damit ist die Gesamtzahl der Suizide zwischen den Jahren 1990 und 2016 um knapp sieben Prozent gestiegen. Das berichten Forscher um Mohsen Naghavi von der University of Washington in Seattle im „British Medical Journal” (Quelle: „Der Spiegel”). Gemessen am Bevölkerungswachstum der Menschen sank die Mortalität allerdings in dem Zeitraum um etwa ein Drittel.

In Europa sank die Suizid-Mortalität besonders in Dänemark (60 Prozent) und in der Schweiz (50 Prozent). Gründe dafür sehen die Forscher in einer besseren Prävention und therapeutischen Versorgung. Außerdem seien Orte, die besonders von Suiziden betroffen waren, abgesichert worden.

Auch in Deutschland rückläufig

Auch in Deutschland ist die Suizidrate seit den Achtzigerjahren rückläufig: Im Jahr 1990 wurden laut dem Statistischen Bundesamt etwa 12.700 Suizide erfasst, 2016 waren es rund 9800.

Besonders in Indien und China sei ein Rückgang zu beobachten: In China sank die altersstandardisierte Suizid-Mortalität um gut 64 Prozent, in Indien um rund 15 Prozent. Den Trend in China erklärt das Forschungsteam vor allem mit der deutlich verbesserten Lebensqualität und der besseren medizinischen Versorgung psychischer Erkrankungen. Die Entwicklung der beiden Länder erklärt fast die Hälfte der weltweiten Abnahme.

Anstiege verzeichnen die Forscher nur für das mittlere Lateinamerika (15 Prozent), für den wohlhabenden westlichen Pazifikraum (10 Prozent), für das westliche Afrika südlich der Sahara (4 Prozent) und für Osteuropa (1,4 Prozent). Außerdem sind der Studie zufolge Männer in fast allen Weltregionen und in fast jeder Altersgruppe suizidgefährdeter als Frauen.

Großprojekt „Global Burden of Disease”

Das Forschungsteam bezieht seine Daten aus dem Großprojekt „Global Burden of Disease”: Für 195 Staaten wird die Mortalität durch 264 Ursachen abgeschätzt, aufgeschlüsselt nach Geschlecht, Altersgruppe und Region.

In einigen Ländern liegt die Suizidrate jedoch wahrscheinlich höher, da Selbstmorde dort nicht erfasst werden, da diese stigmatisiert oder verboten sind, so die Forscher.

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