Zugunglück

Experte kritisiert Platzierung der Windmessgeräte

Experte kritisiert Platzierung der Windmessgeräte

Experte kritisiert Platzierung der Windmessgeräte

jt
Nyborg
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Foto: Martin Lehmann/Ritzau Scanpix

Die Windmessdaten zum Unglückszeitpunkt auf der Großer-Belt-Brücke könnten ungenau sein, meint ein Experte

Die Unfallermittlungen bezüglich des verheerenden Zugunglücks am 2. Januar auf der Brücke über den Großen Belt laufen weiterhin auf Hochtouren. Nun meint Jakob Mann, Professor im Bereich der Windenergie der Technischen Universität Dänemarks (DTU), dass die Winddaten möglicherweise aufgrund der Platzierung der Messgeräte ungenau sein könnten. Das berichtet der Nachrichtensender TV2.

Die Messgeräte zeigten laut Brückenbetreiber Sund&Bælt einen Mittelwind von unter 21 Metern pro Sekunde, weshalb die Geschwindigkeit der Züge nicht reduziert wurde. Das sei erst bei Windgeschwindigkeiten zwischen 21 und 25 Metern pro Sekunde in zehn zusammenhängenden Minuten der Fall, so TV2.

Doch laut Mann können die Messdaten schwanken, je nachdem wo man auf der Brücke die Windgeschwindigkeiten misst. „Die Schwankungen der Windgeschwindigkeiten am Unglückstag waren ungewöhnlich. Das liegt meiner Meinung nach nicht am Wind, sondern wo das Messgerät platziert ist. Es ist möglich, dass der Wind weitaus stärker war, als gemessen wurde “, so Mann. Ihm zufolge könne die Windgeschwindigkeit aufgrund der Platzierung anderthalb bis zehn Meter pro Sekunde höher gelegen haben.

Die Eisenbahngewerkschaft Jernbaneforbundet erklärt gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau, es würde sie überraschen, dass die Messdaten in solchem Ausmaß schwanken können und wollen nun den Brückenbetreiber dazu auffordern, die Platzierung der Messgeräte zu überprüfen.

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