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E-Fähre verspätet sich: Betagter Ersatz übernimmt Alsen-Fünen-Route

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Fähre „Nerthus“
Elektrisch soll die neue Fähre „Nerthus“ auf der Alsenlinie künftig über den Kleinen Belt fahren. Es ist das erste von zwei Schiffen für die Reederei Molslinjen, die auf der türkischen Werft Cemre Shipyard fertiggestellt wird.

Die zwei Elektrofähren für Molslinjen werden verspätet fertig. Das hat Folgen für den Sommerfahrplan auf der Alslinje. Ein Ersatzschiff wird vom Öresund nach Fünenshaff beordert, um dort gemeinsam mit der „Frigg“ den Fahrplan zu gewährleisten. Erst ab Oktober wird rein elektrisch über den Kleinen Belt gefahren.

Weil sich die zwei neuen Elektrofähren für den Fährverkehr von und nach Alsen (Als) und Samsø verspäten, die derzeit auf einer Werft in der Türkei gebaut werden, muss der Betreiber Molslinjen kreativ werden. Das Ergebnis ist eine Fähren-Rochade, wie die Reederei mitteilt.

Zum Sommerbeginn wird es demnach auf beiden Routen Veränderungen geben. Auf der Alslinje müssen Fahrgäste und Crews etwas länger auf die neue E-Fähre warten, da sie zunächst auf der Samsølinje eingesetzt wird.

Öresundfähre als Sommer-Ersatz

Als Ersatz fährt die 1989 gebaute „Mercandia IV“ der Öresundlinie (Øresundslinjen) ab dem 23. Mai und bis zum 31. August von Fünenshaff über den Kleinen Belt nach Bøjden auf Fünen. Gemeinsam mit der Fähre „Frigg“ soll so der Zweistundentakt zwischen Alsen und Fünen gehalten werden.

Im September soll die „Frigg“ die Route allein bedienen können, bis die E-Fähre „Nerthus“ ab dem 1. Oktober die Route des 1984 in Betrieb genommenen Schiffes übernimmt.

Die „Mercandia IV“ wird für ein ungewohntes Bild in Fünenshaff sorgen.
Die „Mercandia IV“ wird für ein ungewohntes Bild in Fünenshaff sorgen.

„Es ist sehr bedauerlich, dass die Elektrofähren sich verspäten“, sagt Kristian Durhuus, Direktor bei Molslinjen. Gleichzeitig sei es gut, dass die Größe der Reederei Möglichkeiten bietet, Fähren auf Routen einzusetzen, wo sie gebraucht werden.

Einsatz war bereits im Herbst geplant

Die E-Fähre zwischen Alsen und Fünen sollte ursprünglich ab September 2024 in Betrieb gehen, die Samsø-Fähre ab Januar 2025. Wie teuer der Bau der Fähre ist, wollte die Reederei bislang nicht mitteilen. Rund 120 Millionen Kronen hatte die weitaus kleinere E-Fähre von und nach Fanø gekostet.

Die 116,7 Meter lange „Nerthus“ ist benannt nach der nordischen Göttin der Erde und der Fruchtbarkeit, des Friedens und des Wohlstandes. Man glaubt, dass der Wagen von Nerthus auf dem Grund von Hellesø auf Alsen liegt. Das Schiff wird von vier Elektromotoren angetrieben und soll 600 Passagiere sowie 188 Pkw befördern können.

Häfen bereit für Elektrofähren

Die Umbauarbeiten an beiden Häfen auf Alsen und Fünen hatten bereits im März 2024 begonnen. Es war nötig, die Anlagen in beiden Häfen umzubauen und auch die Konstruktionen zum An- und Ablegen unter Wasser neu zu gestalten.

Molslinjen ist die größte innerdänische Reederei mit einer Flotte von 18 Schiffen, die jährlich mehr als 15 Millionen Gäste transportiert. 1.800 Beschäftigte hat das Unternehmen landesweit.