Natur

Für den Bestand der Trauerseeschwalben sieht es 2025 schlecht aus

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Küken der Trauerseeschwalbe im Magisterkoog

Auf der dänischen Seite wurden nur noch 64 Paare gesichtet. Naturschützer Jesper Tofft vermutet, dass vierbeinige Eierräuber am Werk gewesen sind. Südlich der Grenze läuft es besser.

Der Versuch, mehr Trauerseeschwalben in die Tonderner Marsch zum Brüten zu locken, hat in diesem Jahr keine guten Resultate gezeigt. Während im vergangenen Jahr 85 nistende Pärchen der seltenen Vogelart gezählt wurden, womit ein neuer Höchststand verzeichnet wurde, waren es Anfang Juni in diesem Jahr nur noch etwa 64.

Schwimmende Nester

Vogelexperte und Naturschützer Jesper Tofft, der Berater im Trauerseeschwalben-Projekt des Nationalparks Wattenmeer ist, vermutet, dass vierbeinige Eierdiebe die Ursache für den Rückgang sein könnten. Schon im vergangenen Jahr hatte eine Kolonie während der Brutzeit ihre Nester verlassen. Das war das erste Mal seit Projektstart im Jahr 2015.

Im Rahmen des Projekts wurden in den vergangenen Jahren künstliche, schwimmende Nester in der Wiedau und beim Bremsbüller See installiert.

Doch zwei große Brutkolonien mit etwa 55 Paaren sind auf dänischer Seite von den Trauerseeschwalben verlassen worden. Nun zählt der Bestand nur noch neun Brutpaare.

Seit dem Jahr 2015 läuft das Projekt Trauerseeschwalbe an der deutsch-dänischen Grenze. In beispielsweise Bremsbüll setzte Jesper Tofft (l.) schwimmende Brutnester ins Wasser (Archivfoto).

Dem unerwarteten Rückgang auf dänischer Seite steht eine erfreuliche Entwicklung auf deutscher Seite gegenüber.

Neue Kolonie auf der deutschen Seite

So hat sich eine neue Kolonie im deutschen Teil des Ruttebüller Sees niedergelassen. Daher wurden 20 neue schwimmende Nester in dem Gebiet zwischen dem Infostand an der Aventofter Straße bei der Pumpstation Verlath installiert.

Auch Hochwasser kann das Projekt gefährden. Dies zeigte sich, als die auf Styropor gebauten schwimmenden Nisthilfen kippten. Die Brut ging verloren. Die Vögel bauten auf diesen schwimmenden Flößen allerdings selbst ein Nest und legten erneut Eier.

Die Trauerseeschwalbe ist eine äußerst seltene Vogelart. Vor einigen Jahrzehnten zählte sie noch als typischer Brutvogel der Tonderner Marsch. Doch die intensive Bewirtschaftung und der Verlust von Dauergrünland mit kleinen Gewässern und Überschwemmungsflächen führten zum Rückgang der Bestände.

Die jungen Trauerseeschwalben werden auf den künstlichen Brutinseln aufgezogen.

Außer in der Tonderner Marsch lebt der Zugvogel in Dänemark nur am Limfjord und bei Husby Sø in Westjütland. In der Marsch gibt es den weitaus größten Bestand.