Stadtgeschichte

Tonderns alte Hafenmauer hat festen Boden unter den Füßen

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Die Betonarbeiten bestimmten am Donnerstag das Bild auf der sonst abgeschirmten Baustelle.

Beim angestrebten kleinen Hafenmuseum wurde Beton verlegt. Bent Schulz-Hansen verfolgt die Entwicklung mit besonderem Interesse.

„Es ist spannend, das Projekt an der Schiffbrücke mitzuverfolgen“, sagt Bent Schulz-Hansen. Dort entsteht zurzeit das unterirdische Museum im Kleinformat, das an Tonderns Ära als Hafenstadt erinnern soll.

Bent Schulz-Hansen gehört zu den Menschen, die seinerzeit die Initiative ergriffen, um für den großen Parkplatz an der Schiffbrücke eine Verwandlung herbeizuführen.

„Die Idee kam von Manfred Petersen. Er hatte im NDR eine Fernsehsendung aus Stade gesehen. Dort war man anders vorgegangen als in Tondern, wo der Hafen zugeschüttet worden war“, sagt Bent Schulz-Hansen. Nachdem Petersen das Interesse bei ihm geweckt hatte, machte sich Schulz-Hansen auf in die Hansestadt Stade.

Inspiration aus Stade

Der Betonboden wurde geschliffen.

„Ich wohnte drei Tage im Hotel am Fischmarkt und traf auch den Journalisten, der die Sendung gemacht hatte“, so Schulz-Hansen. Nach seiner Exkursion nach Stade krempelte er gemeinsam mit weiteren Leuten die Ärmel hoch, um sich für ein Hafenprojekt in Tondern starkzumachen.

„Es ging uns darum, in irgendeiner Form an den Hafen zu erinnern, damit er nicht in Vergessenheit geriet. Wir wollten die gute Geschichte erzählen. So etwas lieben die Leute“, sagt Schulz-Hansen.

„Wir haben nie aufgegeben und haben durch die Jahre mit mehreren Bürgermeistern für die Sache gekämpft. Der Tourismus nimmt für mich einen großen Stellenwert ein. Ich hatte aber nicht damit gerechnet, dass es mehrere Jahrzehnte dauern würde“, so Schulz-Hansen, der geschichtlich interessiert ist. „Ich denke, es wird gut, wenn das Projekt fertig ist.“

Bent Schulz-Hansen engagierte sich durch Jahrzehnte für die Neugestaltung der Schiffbrücke (Archivfoto).

Betonboden verlegt

Während die Wasserkunst als Abschirmung der Baustelle schon seit August 2022 auf der Schiffbrücke aktiv ist, dauert es noch etwas, bis das Hafenmuseum eröffnet wird.

Bei dem Vorhaben zum Kostenpunkt von elf Millionen Kronen wurde diese Woche mit der Verlegung des Betonbodens ein Meilenstein erreicht, wie die Kommune Tondern mitteilt. 18 Tonnen Beton sorgen dafür, dass das kleine Museum mit dem früheren Hafenkai auf festem Boden steht.

Die erste Etappe des Bauvorhabens soll zu Weihnachten abgeschlossen sein. Im Dezember sind es drei Jahre her, dass die Reste des in den 1930er Jahren zugeschütteten Hafens bei Kanalisation- und Renovierungsarbeiten auftauchten. Die Aufwertung des ganzen Bereichs soll im Sommer 2025 abgeschlossen sein.