Kommunales

Stadtrat: Schließung von Leos Pflegeheim ist besiegelt

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In Leos Pflegeheim wohnen nur noch 14 Mensch (Archivfoto).

Zu viele Wohnungen in den kommunalen Seniorenstätten stehen leer. Daher verkauft die Kommune jetzt die älteste und unmodernste von allen. Spätestens zum 31. Dezember ist Schluss mit der Altenpflege am Bargumsvej. Ein neuer Wohnkomplex, je nach Jahrgang, Geldbeutel und Wünschen, soll dort entstehen.

Die Menschen von heute leben gesünder und werden älter als frühere Generationen. Daher ist es ihnen auch möglich, länger in ihren eigenen vier Wänden zu wohnen, bevor sie auf die Hilfe der öffentlichen Hand angewiesen sind. Erst in einem sehr schwachen Gesundheitszustand erfolgt der Umzug ins Pflegeheim.

Diese Entwicklung hat zum Leerstand in den kommunalen Pflegeheimen geführt, „und das betrifft alle Einrichtungen“, sagte die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Anette Abildgaard Larsen (Konservative), als der Stadtrat die Schließung des Heims besiegelte.

Dieser Schritt ist kein spontaner Entschluss. Denn er wurde schon vor zwei Jahren thematisiert. Bereits damals lag eine Heimschließung in der Luft. Sie hat seitdem mehrfach auf der Tagesordnung des Gesundheitsausschusses gestanden.

„Wir haben uns damit eigentlich schon seit Beginn der Wahlperiode vor drei Jahren beschäftigt“, erklärte die Ausschussvorsitzende.

Wir waren anfangs überrascht, dass so viele Wohnungen leerstanden.

Anette Abildgaard Larsen

„Wir waren anfangs überrascht, dass so viele Wohnungen leerstanden. Diese Entwicklung hat sich aber fortgesetzt. Auch die Anzahl derjenigen, die eigentlich ins Heim wollten, aber einen Rückzieher gemacht haben, steigt“, so Abildgaard Larsen.

15 Wohnungen in Leos Pflegeheim sind unbewohnt. Zwar stehen elf Bewerberinnen und Bewerber auf der Warteliste, aber nur zwei Personen sind gewillt, sofort einzuziehen. Die restlichen wünschen eigentlich in ein anderes Pflegeheim einzuziehen oder möchten in ein anderes Altenheim ziehen als das, in dem sie jetzt leben. Der Leerstand kostete die Kommune vor zwei Jahren 553.500 Kronen, in diesem Jahr werden es ungefähr 1,6 Millionen Kronen sein. Ohne einen Eingriff würden die Kosten weiter steigen.

Zurzeit leben noch 14 Menschen im Pflegeheim, was den Aufbau einer Gemeinschaft erschwere, meint die Gesundheitsverwaltung. Seit Sommer 2024 sind keine neuen Bewohnerinnen und Bewohner mehr aufgenommen worden. Zudem ist das Interesse für einen traditionellen Heimplatz stark fallend.

Einige Gebäude des Pflegeheims an der Leosallé sind renovierungsbedürftig.

Auf die im Heim verbliebenen Menschen kommt ein kostenloser Umzug zu. Sie und ihre Angehörigen werden in die Gespräche einbezogen.

Leos Pflegeheim ist das älteste von allen kommunalen Altenstätten und ist nicht mehr zeitgemäß. Im Zuge des Verkaufs muss die Kommune Darlehen von einem Volumen von 17,55 Millionen Kronen einlösen, die aus der Kasse finanziert werden sollen.

In der Kommune Tondern gibt es noch sieben kommunale Seniorenstätten und ein privates Pflegeheim (Quelle: Internetseite www.plejehjemsoversigten.dk)

Einen potenziellen Käufer gibt es schon. Tønder Andelsboligforening, Salus Boligadministration und Landsbyggefonden sind an der Übernahme interessiert. Dort soll ein generationsübergreifender Wohnkomplex entstehen. Wohnraum soll dort Menschen allen Alters, je nach Geldbeutel und je nach Wünschen, angeboten werden.

„Einige Gebäude werden Teil des Gesamtkomplexes, andere werden abgerissen“, meinte die Ausschussvorsitzende. Auf dem Nachbargrundstück sind junge Ärztinnen interessiert, eine Gemeinschaftspraxis zu bauen. „In der Form wird das Projekt vermutlich das erste seiner Art in Dänemark werden“, freute Anette Abildgaard Larsen.

Beschäftigungsgarantie für Personal

Bei der Stadtratssitzung wurde dem Personal schon fast eine Beschäftigungsgarantie ausgesprochen. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei anderswo im kommunalen System Gebrauch.

Kommunaldirektor Lars Møldrup geht davon aus, dass die Umsetzung dieses Projekts zwischen zwei bis fünf Jahren dauern kann