Deutsche Minderheit

Großes Interesse am Thema Demenz beim Sozialdienst

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Die Sozialdienstvorsitzende Christa Lorenzen (r.) dankte den Demenzkoordinatorinnen Trine Pallesen (l.) und Karen Rask Nielsen mit Blumen und Worten für ihre interessanten Ausführungen.

Hirnorganische Krankheiten standen beim Montagstreff in Lügumkloster im Mittelpunkt. Die Gäste erfuhren unter anderem, wie einfache Routinen sich für Erkrankte zu unüberwindlichen Herausforderungen entwickeln können.

„Das war wirklich spannend. Die zwei Referentinnen haben supergut erklärt, sodass man es verstehen konnte“, sagt Marion Mikkelsen Ohlsen. Der Sozialdienst Lügumkloster hatte zu seinem Montagstreff im Gemeindehaus in Lügumkloster die zwei kommunalen Demenzkoordinatorinnen Trine Pallesen und Karen Rask Nielsen eingeladen.

Zu ihrer Aufgabe gehört es, generell Wissen über Demenz zu vermitteln. Die Veranstaltung sorgte für volles Haus. „Wir wurden wieder von dem Zuspruch erfreulich überrascht“, erzählt Sozialdienstvorstandsmitglied Marion Mikkelsen Ohlsen.

Die zwei Frauen vom Fach erläuterten, dass man sich darüber bewusst sein sollte, wie man mit Menschen mit Demenzerkrankungen spricht.

„Es sind jedoch nicht nur die Wörter, die wichtig sind, sondern auch der Blick und die Körpersprache, die von den Erkrankten gelesen werden. Es geht um Respekt vor den Menschen, die hinter der Krankheit stecken“, so Marion Mikkelsen Ohlsen.

Mitmenschen sollten ihre Hilfe anbieten

Die Teilnehmenden erfuhren, dass sie achtsam sein und helfen können, wenn sie Menschen mit Demenz begegnen. Dies treffe zum Beispiel zu, wenn sie sich verlaufen haben.

„Für die Kranken bedeutet die Geduld sehr viel. Wichtig ist, dass man sie ausreden lässt, ohne sie zu unterbrechen. Auch wenn sie zum zehnten Mal das Gleiche erzählen“, so das Vorstandsmitglied. Es könnte sein, dass man hilft, die offenen Schnürsenkel zu binden, wenn es einem auffällt.

Oder hilft beim Einkaufen, die Waren zu finden. „Man darf aber nicht enttäuscht sein, wenn die Hilfe abgewiesen wird und die Person dankend ablehnt“, teilten die Frauen vom Fach mit.

Keine neue Thematik

Damit ihnen bei Bedarf geholfen wird, ist es eine gute Idee, wenn Menschen mit Demenzerkrankungen Marken mit dem Demenz-Logo tragen. Auch die Sonnenblumen-Schnur sei laut den Referentinnen ein gutes Mittel, um auf die unsichtbare Erkrankung hinzuweisen.

Demenzerkrankungen seien kein neues Phänomen. Da man offener damit umgeht, sei das Thema präsenter als in früheren Jahren. „Die Kranken isolieren sich, da es ihnen peinlich ist, dass sie sich nicht erinnern können. Wir müssen alle dazu beitragen, um Demenz zu enttabuisieren“, so die Ansage der zwei Kolleginnen.

Sie erzählten außerdem, dass Kinder etwa beim Spielen des Kartenspiels Esel mit ihren erkrankten Großeltern eine ganz natürliche Herangehensweise haben.

Ärztlicher Kontakt sehr wichtig

In Dänemark leiden 85.000 bis 90.000 Menschen an Demenz. Bei 50.000 von ihnen wurde Alzheimer diagnostiziert. Jährlich werden 8.000 neue Fälle erfasst.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer erfuhren, dass die medizinische Behandlung die Krankheit nicht aufhalten, den Verlauf aber verzögern kann. Daher sei es sehr wichtig, die Hausärztin oder den Hausarzt aufzusuchen, wenn die Betroffenen oder die Angehörigen Symptome bemerken.

Mit einer Diagnose kann die Behandlung beginnen. Sie erwähnten, dass ein neues und besseres Medikament entwickelt worden ist, das aber in Dänemark bisher nicht zugelassen ist.

Die Referentinnen erwähnten verschiedene Anzeichen, auf die geachtet werden sollte, wenn diese oft auftreten oder sich deutlich verschlimmern.

Trine Pallesen und Karen Rask Nielsen widmeten sich den verschiedenen Demenzerkrankungen. Sie wiesen darauf hin, dass die erwähnten Symptome nicht unbedingt auf Demenz schließen müssen, sondern auch Zeichen für andere Krankheiten sein können. Daher sei es wichtig, für eine Diagnose ärztliche Hilfe aufzusuchen.

Typische Zeichen für eine Demenzerkrankung

• Vergesslichkeit
• Probleme bei der Ausführung vertrauter Aufgaben, etwa die Bedienung des Computers
• Schwierigkeiten, gewöhnliche praktische Dinge zu erledigen
• Probleme beim Sprechen, die richtigen Worte zu finden
• Schwierigkeiten, sich auszudrücken
• Verwirrung bezüglich Zeit und Ort
• Beeinträchtigtes Urteilsvermögen
• Stimmungs- und Verhaltensänderungen
• Persönlichkeitsveränderungen
• Grenzüberschreitendes Verhalten
• Initiativloses Verhalten
• Alles erfolgt im Zeitlupentempo.

Wenn das Kaffeekochen zur Herausforderung wird

Trine Pallesen und Karen Rask Nielsen (v.l.) gaben im Gemeindehaus auch Tipps zur Vorbeugung von Demenzerkrankungen.

„Durch einen Selbsttest im Austausch mit unseren Sitznachbarinnen und Sitznachbarn wurde uns veranschaulicht, wie viele verschiedene Arbeitsgänge sich beim Kaffeekochen auftun“, erzählt Marion Mikkelsen Ohlsen.

Die vielen kleinen Schritte, an die Gesunde keinen Gedanken verschwenden, seien für Kranke schwer zu erinnern und können zu einem unüberwindlichen Hindernis werden. Angefangen damit, in die Küche zu gehen, den Wasserhahn anzudrehen, Wasser in die Kanne zu füllen und den Wasserhahn wieder zuzudrehen.

„Es gab an diesem Nachmittag sehr viele Fragen“, erzählt Marion. Es gab auch Tipps dazu, wie Demenzerkrankungen vorgebeugt werden kann.

Trine Pallesen und Karen Rask Nielsen wiesen darauf hin, dass man sich jederzeit an sie wenden kann. Die Kommune Tondern hat auf der Homepage https://demens.toender.dk Informationen zum Thema Demenz gesammelt.

Tipps zur Vorbeugung von Demenzerkrankungen

• Bewegung
• Das Lösen von Sudoku-Denksportaufgaben
• Soziales Miteinander
• Lesen
• Ausreichend schlafen