Fighter Wing Skrydstrup

Fliegen mit Fragezeichen: F-35 übernimmt den Luftraum

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Generalmajor Jan Dam, Chef des dänischen Luftwaffenkommandos, bezeichnet den Fliegerhorst Skrydstrup als strategischen Schlüsselstandort.

Am Stützpunkt Skrydstrup feierte die Luftwaffe am Montag die Einsatzbereitschaft ihrer F-35-Kampfjets. Ab April übernehmen die Flugzeuge schrittweise die Luftraumüberwachung von den F-16. Doch technische Herausforderungen und Abhängigkeiten von den USA werfen sicherheitspolitische Fragen auf.

Bei strahlendem Sonnenschein und einer F-35 mit dänischer Flagge im Hintergrund hat der amtierende Verteidigungschef Michael Hyldgaard am Montag in Skrydstrup verkündet: „Unsere neuen Kampfjets sind bereit!“

„Ein historischer Tag“

Ab dem 1. April übernehmen Dänemarks F-35 schrittweise die Überwachung des Luftraums von der F-16-Flotte. Aufgabe ist es, fremde Flugzeuge abzufangen.

Nach Angaben der dänischen Streitkräfte wurden F-16-Kampfjets im Vorjahr 81-mal im Rahmen von „Quick Reaction Alert“ (QRA) aktiviert, die bislang höchste jährliche Anzahl solcher Einsätze zur Luftraumüberwachung.

„Das ist ein historischer Tag! Dänemark, die Streitkräfte und die Fighter Wing Skrydstrup können stolz sein“, sagte Hyldgaard. Die Einführung der Jets sei ein komplexer Prozess gewesen, an dem viele Menschen beteiligt sind.

Technische Herausforderungen bleiben

F-16-Kampfjets von Skrydstrup bestreiten ab April gemeinsam mit Dänemarks F-35 die Abfangmissionen (Archivbild).

Trotz Feierlaune bleiben offene Fragen: Laut einem aktuellen Bericht des US-Pentagons weist die F-35 weiterhin zahlreiche technische Mängel auf. Auch Software-Updates verzögern sich. So musste Dänemark sechs Ausbildungsjets aus den USA zurückholen, um Einsatzlücken zu schließen.

Laut Generalmajor Jan Dam, Chef des dänischen Luftwaffenkommandos, war der Weg zu einer erhöhten Kampfflugzeugkapazität kein einfacher: „Gebäude mussten errichtet, Personal ausgebildet und parallel dazu F-16 ausgemustert werden – das war eine enorme Herausforderung.“ Darum sei er stolz auf Dänemarks neue Kampfflugzeugkapazität.

Geheimer „Quellcode“

Laut Plan wird die F-35 binnen der nächsten Jahre alle Aufgaben der F-16-Flotte übernehmen. Dieser Übergang mit zwei Kampfjetmodellen ist auch notwendig.

Ein kritischer Punkt ist laut Nutzerländern die strategische Abhängigkeit Dänemarks von den USA: Die Käufer haben laut Hersteller und dem US-Verteidigungsministerium keinen Zugang zur „Bauanleitung“ (Quellcode) für die F-35-Software. Das erschwert eigenständige Sicherheitsprüfungen und Anpassungen, wodurch Dänemark abhängig von US-amerikanischen Software-Updates und Lieferketten ist.

Auch wenn es nach Angaben des Herstellers Lockheed Martin und des Pentagons keinen Abschaltknopf, einen sogenannten „Kill Switch“ gibt, mit dem die USA die F-35-Flotte ihrer Partnerländer in hochmodernen „Elektronikschott“ verwandeln können: Die Kontrolle über Software-Updates und Ersatzteile ermöglicht den USA großen Einfluss auf deren Einsatzfähigkeit: Das monieren verschiedene Partnerländer des F-35 Kampfflugzeugprogramms. Potentielle Nutzerländer wie Portugal ziehen Alternativen zur US-amerikanischen Rüstungsindustrie in Betracht.

Die dänische F-35-Flotte

Dänemark hat 27 Kampfflugzeuge des Typs F-35A Lightning II bestellt. Bislang wurden 17 Jets ausgeliefert, davon befinden sich 11 in Dänemark und 6 in den USA. Ab April sollen die Flugzeuge schrittweise in die Luftraumüberwachung integriert werden. Ein aktueller Bericht des Pentagons weist jedoch auf zahlreiche technische Mängel hin. Dänemark ist stark vom US-Hersteller Lockheed Martin abhängig, da Software-Updates, Ersatzteile und Wartung zentral gesteuert werden und kein Zugang zum Quellcode besteht. Die vollständige Einsatzfähigkeit der F-35A-Flotte wird voraussichtlich erst ab 2027 erreicht.