Entsorgung

Deponie mit Aussicht auf Natur – Sorgen der Bürger hören

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Das Infotreffen war gut besucht (Archivfoto).

Wohin mit Erdresten von Baustellen? Das Entsorgungsunternehmen Meldgaard hatte dem Stadtrat Pläne vorgelegt, eine Deponie bei Bodum anzulegen. Dort möchte die Firma solche Erden lagern und später ein Naherholungsgebiet darauf entstehen lassen. Das Vorhaben hat jetzt grünes Licht bekommen.

„Wir haben viele Bürgerinnen und Bürger, die sich Sorgen machen“, sagte Dorthe Soll (Soz.), Vorsitzende des Ausschusses für Planung, Technik und ländliche Räume (PTL) bei der jüngsten Stadtratssitzung.

Sie stellte bei Tagesordnungspunkt 101 den Antrag eines Apenrader Unternehmens vor, bei Bodum eine Deponie für sogenannte Überschusserde anlegen zu können. Das Gebiet soll im Laufe der Nutzung als Deponie langsam zu einem Naturgebiet werden und später für die Menschen als Naherholungsgebiet dienen.

Viele Bedenken gegen das Projekt

Das rot gekennzeichnete Areal soll erst Deponie und anschließend Naherholungsgebiet werden.

Die Bedenken der Menschen vor Ort gegen das Vorhaben sind dennoch vielfältig: vermehrtes Verkehrsaufkommen durch Lastverkehr, Belastung des Grundwassers und negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Zu einem Infotreffen kamen vor knapp eineinhalb Jahren etwa 130 Interessierte, die sich über das Projekt informieren ließen. „Deshalb sollten wir diesen Fall mit Sorgfalt entscheiden“, so Soll in ihrer Ansprache.

Radweg und Tonschicht für die Sicherheit

In der Stadtratsdiskussion machte unter anderem PTL-Ausschussmitglied Kurt Asmussen (Schleswigsche Partei) deutlich, dass das Gremium wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens – man rechnet mit zehn bis 35 Lkw pro Tag – einen Radweg entlang der Straße einplanen sollte, um die Sicherheit der Menschen dort zu gewährleisten.

Das Grundwasser soll durch Tonschichten vor möglichen Verunreinigungen geschützt werden, die unter der Deponie in die Erde eingebracht werden, erklärte er weiter.

Venstres Bürgermeisterkandidat Thomas Andresen reihte sich ein und weist darauf hin, auf die Bedenken der Menschen Rücksicht zu nehmen, „aber wir müssen ja auch für die Überschusserde Platz finden“, fügte er hinzu.

Michael Christensen (Sozialistische Volkspartei) stellte fest, dass es „eine umfassende Umweltuntersuchung gegeben habe, die aber auch notwendig gewesen sei“.

Vorschlag geht in Anhörungsphase

Bei der abschließenden Abstimmung stimmte eine große Mehrheit dem Vorschlag für die Anhörungsphase zu, die im August stattfinden wird. Dabei haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, ihre Bedenken schriftlich einzureichen. Diese werden dann bei den folgenden Ausschuss- und Stadtratssitzungen in den endgültigen Beschluss, ob die Deponie genehmigt wird, einfließen.