Tourismus

Aus der Traum vom Badehotel in Lakolk auf Röm

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Sie stießen im März 2023 im Tonderner Rathaus auf den Kaufvertrag an: Kommunaldirektor Lars Møldrup, Tourismusberater Jan Sönnichsen, Vizekommunaldirektor Keld Hansen, Investor Jens Sroka (Heimathafen Hotels) und Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (v. l.).

Die Hamburger Kette Heimathafen Hotel zieht ihr Kaufangebot zurück und will vorerst nicht auf der Insel bauen. Bürgermeister Jørgen Popp Petersen ärgert sich über den Ausgang.

Aus dem geplanten Badehotel in Lakolk auf Röm wird nichts. Zumindest vorerst nicht. Die Hamburger Hotelkette Heimathafen Hotels hat ihr Kaufangebot zurückgezogen, da sich das Projekt nicht in gewünschter Form umsetzen lässt. Zwischen 30 und 35 Millionen Kronen bei einer Gesamtinvestition von mehr als 500 Millionen Kronen wollte die Kette für 12 Hektar Baufläche bezahlen, um in Lakolk unter anderem ein Badehotel mit 100 Zimmern und 55 Ferienwohnungen bauen zu können. Im Jahr 2027 hätte es den Betrieb aufnehmen sollen.

Das Aus für diese Pläne ist der Absage vom Ministerium für Stadt, Land und Kirche geschuldet, das das Projekt im Rahmen eines Versuchs zur Förderung des Küsten- und Naturtourismus verwarf, schreibt die Kommune in einer Pressemitteilung. Mit dem abschlägigen Bescheid konnten die notwendigen Zulassungen und der Bebauungsplan nicht erfüllt werden, die Heimathafen Hotels als Bedingung für den Kauf gestellt hatten.

Während sich viele Menschen, die ein Sommerhaus besitzen oder mieten, Naturfreunde und Inselgäste aus dem In- und Ausland über die vorläufige Aufgabe der Pläne freuen, herrscht im Rathaus in Tondern Beklemmung, wo der bedingte Kaufvertrag im März 2023 unterzeichnet wurde. Die Planung läuft bereits seit 2019.

Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) zeigte sich damals trotz der ministeriellen Absage noch optimistisch, dass das Hotelprojekt mit Änderungen doch realisiert werden könnte. Nun ärgert er sich über den Ausgang, sieht aber immer noch Möglichkeiten.

„Wir hatten gehofft, dass das Hotel ganzjährige Arbeitsplätze auf Röm schaffen und der Insel einen Schub nach vorn geben konnte. Es ist ärgerlich, dass daraus nichts wird, aber wir haben großen Respekt für den Prozess und die vielen Perspektiven, die im Spiel gewesen sind. Trotz der öffentlichen Debatte hat es eine breite Zustimmung im Stadtrat für das Projekt gegeben“, erklärt er.

So sollte das Badehotel im Entwurf des Architekturbüros Ladehoff GMBH aussehen.

Bei Bekanntwerden der Pläne hatten alle 31 Stadtratsmitglieder das Projekt unterstützt. Im Zuge der öffentlichen Diskussion machten vier Mitglieder (Allan Svendsen, DF, Bjarne Lund Henneberg, SF, Flemming Gjelstrup und Barbara Krarup Hansen, beide Sozialdemokratie) einen Rückzieher.

Kommune Tondern bedauert die Entwicklung

„Wir bedauern aufrichtig, dass es so weit gekommen ist, dass Heimathafen Hotels den Glauben verloren haben, dass sie in Dänemark willkommen sind. Das ist nie die Absicht gewesen“, so Popp Petersen.

Heimathafen Hotels’ Interesse an Lakolk sei ungebrochen. „Falls sich zu einem späteren Zeitpunkt eine Möglichkeit für den Bau eines Hotels eröffnen sollte, will die Hotelkette erneut ihr Augenmerk auf Lakolk richten“, freut sich der Bürgermeister.

„Wir haben erleben müssen, dass es eine neue Sichtweise auf Volumen und Proportionen gibt, die wir besser einschätzen müssen. Wir schauen jetzt nach vorn und arbeiten an Lösungen für eine Entwicklung der Insel.“

Nun müsse neu überlegt werden, wie die Zukunft von Lakolk aussehen soll. „Die lokalen Gewerbetreibenden wünschen sich immer noch eine Weiterentwicklung Lakolks. Zudem gibt es infrastrukturelle Herausforderungen, die gelöst werden müssen“, heißt es in der Presseerklärung.