Kommunalpolitik

Kostenexplosion beim Apenrader Schwimmbad: Was die zusätzlichen Millionen bedeuten

Veröffentlicht Geändert
Das große Schwimmerbecken in der Arena Aabenraa wurde 1971 in Betrieb genommen. Unter dem Schwimmbad hat jedoch der Zahn der Zeit genagt. Der Unterbau wird regelmäßig auf seine Sicherheit hin untersucht.

Die alte Schwimmhalle ist Geschichte – und die neue soll ein Schmuckstück für die Stadt werden. Doch die Kosten sind erneut gestiegen. Warum die Mehrinvestition von 17 Millionen Kronen trotzdem wichtig ist und was sie bedeutet.

Die Apenrader Schwimmhalle ist marode. Schon seit Jahren assistieren zusätzliche Stützen die tragenden Elemente der Halle. Der Stadtrat hatte deshalb entschieden, eine neue Schwimmanlage bauen zu lassen.

2020 waren im Haushalt 50 Millionen Kronen für das Projekt abgesetzt worden. Ein Jahr später wurde eine Reserve von 25 Millionen Kronen hinzugefügt. Seither sind die Baukosten gestiegen.

Keine abgespeckte Hallen-Version

Jüngst hatte der kommunale Freizeit- und Kulturausschuss die eingegangenen Angebote der Bauunternehmen gesichtet: Keines konnte überzeugen, obwohl es sich um ein „Vernunftsprojekt“ handle, wie die Ausschussvorsitzende Signe Bekker Dhiman (Soz.) sagte.

Die inzwischen auf 120 Millionen Kronen angehobene Summe, die für das Schwimmbad-Projekt bereitgestellt wurde, reicht nicht aus. In den vergangenen Jahren und sogar Monaten sind nämlich die Kosten für Baumaterial und Löhne in die Höhe geschossen. Wegen des Fachkräftemangels, der auch in der Baubranche spürbar ist, steigen die Löhne – und diese werden einkalkuliert.

Entwicklung auch in anderen Kommunen zu erkennen

Auch in anderen Kommunen seien Projekte zu beobachten, deren bisherige Kalkulationen nicht mit den aktuellen Entwicklungen Schritt halten können, berichtet Bekker Dhiman. „Schauen wir im Land auf die Kommunen, die eine Schwimmhalle bauen, steigen die Kosten dort massiv“, so die Ausschussvorsitzende.

In die Zukunft investiert

Da man nicht auf ein größeres Schwimmbecken und ein Warmwasserbecken verzichten wolle, gab es einen Vorschlag, die Investition zu erhöhen. 17 Millionen Kronen sind zusätzlich gefunden worden, damit das Schwimmbad möglichst wie geplant gebaut werden kann.

Und das Geld sei gut investiert, meint das Ausschussmitglied Kurt Asmussen (Schleswigsche Partei). „Es ist nicht nur vernünftig, sondern eine Notwendigkeit. Wir leben in Dänemark, einem Land, umringt von Wasser. Da sollte jeder schwimmen können“, so der SP-Politiker.

Schwimmhalle ist Kulturträger

Viele Schulen, darunter die Deutsche Privatschule Apenrade (DPA) – nutzen die Halle für den Schwimmunterricht. Immer wieder fordern Verbände, dass die Kinder möglichst früh schwimmen lernen.

Zudem komme eine Schwimmhalle den Vereinen zugute. Allen voran den Schwimmklubs. Eine Schwimmhalle ist ein Sport- und Freizeitangebot und steigert so den Lebenswert der Bürgerinnen und Bürger, meint Asmussen.

Daneben kann die Halle mit dem Warmwasserbecken auch für Reha-Maßnahmen und Seniorensport genutzt werden.

Nachhaltige Planung für eine lange Nutzdauer

Damit die neue Halle nicht – wie die heutige – schon nach 50 Jahren erneuert werden muss, haben die Ausschussmitglieder auf Qualität geachtet. Es sollen hochwertige Materialien verwendet werden. „Und das Wasser wird durch eine spezielle Anlage gereinigt und kann wiederverwendet werden“, berichtet Kurt Asmussen.

Eine moderne Schwimmhalle sei eine Investition in die Zukunft der Stadt. Sie könne höhere Besuchendenzahlen – darunter viele Gäste aus dem In- und Ausland – und langfristig Einsparungen durch energieeffiziente Technik bringen.

So geht es weiter

Mit dem erhöhten Budget, das der Finanzausschuss dann abnicken muss, wird eine erneute Ausschreibung erfolgen. In welcher Form das geschieht, muss ebenfalls in diesem Ausschuss entschieden werden. Geht alles gut, kann schon in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden. Das neue Schwimmbad könnte dann zum Jahreswechsel 2027 und 2028 fertig sein.