Kommunalpolitik

Die Einheitsliste in der Kommune Tondern löst sich auf

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Der Sozialist Baltser Andersen hat mit der Einheitsliste gebrochen (Archivfoto).

Der bisherige Spitzenkandidat für die Kommunalwahl und seine Gefolgsleute sind nicht mit ihrer Mutterpartei auf einer Wellenlänge. Daher taucht die Einheitsliste im November nicht auf den Wahlzetteln an der nordschleswigschen Westküste auf.

In der Kommune Tondern ist die Einheitsliste Geschichte. Aus Protest gegen die landesweite Parteileitung um Pelle Dragsted haben die aktiven Kräfte der Sozialisten in Tondern mit Baltser Andersen an der Spitze beschlossen, die örtliche Abteilung zu schließen.

Es zeichnete sich bereits nach der außerordentlichen Jahrestagung der Einheitsliste (Enhedslisten) im Dezember ab, dass durch den parteiinternen Streit Austritte zu erwarten sein würden.

Die Aktiven aus der Kommune Tondern bezeichnen die Jahrestagung als Hohn für die Mitglieder-Demokratie. „Demokratie setzt Dialog und Respekt gegenüber Andersdenkenden voraus“, teilen sie mit.

Mit dem Aus für die Einheitsliste wird die politische Landschaft in der nordschleswigschen Westküstenkommune im Vorfeld der Kommunalwahlen im November etwas weniger bunt.

Die Einheitsliste hatte Baltser Andersen als Spitzenkandidat ins Rennen geschickt. „Ich hoffe, dass Jørgen Popp Petersen wiedergewählt wird. Wenn ich in den Stadtrat komme, werde ich mich für Popp als Bürgermeister aussprechen“, sagte Baltser Andersen, als er im Frühjahr 2024 seine Stadtratskandidatur bekannt gab.

2021 sprang kein Mandat heraus

Baltser Andersen (l.) hatte im Kontext seiner Kandidatur als Spitzenkandidat der Einheitsliste signalisiert, dass er sich für die Wiederwahl von Jørgen Popp Petersen als Bürgermeister einsetzen wollte (Archivfoto).

Baltser Andersen hatte als Spitzenkandidat darauf gesetzt, den Stuhl der Einheitsliste zurückzuerobern, der bei der Kommunalwahl vor vier Jahren kippte.

Bis Ende 2021 vertrat Holger Petersen die Einheitsliste im Stadtrat. Im November 2021 reichten die 282 Stimmen – ein Rückgang um 198 Stimmen – jedoch nicht für ein Mandat.

Mitglieder vermissen Einfluss

Inzwischen meinen Baltser Andersen und seine Gefolgsleute, dass Dragsted und Co. den Einfluss der Mitglieder untergraben und die Partei nach rechts gelenkt haben.

„Während der vergangenen zehn bis zwölf Jahre haben sie schrittweise die Einheitsliste von einem basisorientierten und vielfältigen linken Flügel, der vom Marxismus inspiriert war, in eine Partei verwandelt, die von der Spitze regiert wird“, geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Es gehe vorrangig um Wählerengagement und eine gute Berichterstattung in den Medien, statt zu einer Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus zu inspirieren. Dieser würde etwa das Klima und die Umwelt zerstören, schreiben die Ex-Parteimitglieder aus der Kommune Tondern. Sie stimmen auch mit der Parteilinie im Nahostkonflikt zwischen Israel und Palästina nicht überein.

In ihrer Mitteilung signalisieren Baltser Andersen, Jan Sørensen, Kim Andresen Petersen, Magdaline Andersen und Claus Højsgård, dass sie sich weiterhin in politischen Zusammenhängen engagieren werden.