Eishockey

Torflaute: SønderjyskE steht mit dem Rücken zur Wand

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Gabriel Desjardins und seine Mannschaftskameraden gingen vor dem Tor leer aus.

Aus einer 2:1-Führung ist im Playoff-Viertelfinale ein 2:3-Rückstand geworden. Der amtierende dänische Eishockeymeister hat in den letzten beiden Spielen nur ein Tor erzielt und steht vor dem Aus.

Eine Torflaute zum falschen Zeitpunkt kann für die Eishockeyspieler von SønderjyskE im Kampf um die dänische Meisterschaft teuer werden. Nach zweimal fünf und einmal vier Toren in den ersten drei Spielen der Viertelfinalserie gegen die Odense Bulldogs läuft beim Titelverteidiger vor dem gegnerischen Tor nun gar nichts mehr.

Nach nur einem Treffer in den letzten beiden Playoffspielen ist aus einer 2:1-Führung ein 2:3-Rückstand geworden. Die Odense Bulldogs haben am Sonntagnachmittag mit einem 3:0-Erfolg zwei Matchbälle erzwungen und können am Dienstag ab 19 Uhr in Woyens (Vojens) den Sack zumachen.

Eine Wende ist weiter möglich

„Wir haben in dieser Saison schon bewiesen, dass wir damit umgehen können, mit dem Rücken zur Wand zu stehen. Wir haben in dieser Viertelfinalserie schon so viele positive Dinge gemacht, dass wir den Glauben nicht verloren haben, dies noch umdrehen zu können“, sagt Casper Stockfisch zum „Nordschleswiger“.

Die fehlenden Tore sorgen jedoch für Sorgenfalten.

„Ich weiß nicht, ob ich besorgt bin. Wir müssen es auf alle Fälle lösen. Wir haben gezeigt, dass wir gegen diese Odense-Mannschaft Tore machen können, sind aber ein wenig von der Basis abgedriftet. Wir müssen es simpler angehen und mehr Pucks aufs Tor bringen“, so der SønderjyskE-Trainer.

Umstrittenes Führungstor

Der dänische Eishockey-Verband hatte Kenneth A. Nielsen und Martin Theiltoft Christensen erneut die Aufgabe als Schiedsrichter anvertraut. Ein wenig überraschend, nachdem sie weniger als 48 Stunden zuvor in den Schlusssekunden eine Hauptrolle gespielt hatten.

Wieder fiel die Entscheidung in einer strittigen Situation gegen SønderjyskE aus, als Luka Burzan in der 28. Minute das 1:0 erzielte. Die Fernsehbilder gaben nicht eindeutig her, ob der Odense-Stürmer den Puck oberhalb oder unterhalb der Querlatte ins Tor gelenkt hatte. So zählte der Treffer, auch nach Videobeweis.

Es lag allerdings nicht an den Schiedsrichtern, dass SønderjyskE keine Tore erzielen konnte. Der dänische Meister hätte sich gerne mehr Powerplay-Situationen gewünscht, doch gemessen an der einen Überzahl-Situation, die er hatte, hätte das nicht viel gebracht.

Kräfte vergeudet

SønderjyskE war im Powerplay schwach und vergab im Spiel fünf gegen fünf einige dicke Torchancen.

„Das Bild wäre vielleicht ein anderes gewesen, wenn wir die zwei Konterchancen im ersten Drittel umgesetzt hätten, aber in allen Belangen hat heute ein wenig gefehlt. Wir sind schlecht mit dem Puck umgegangen, haben uns in dumme Situationen gebracht und so unnötig Kräfte vergeudet“, meint Casper Stockfisch.

Odense spielte mit der 1:0-Führung im Rücken meistens clever und legte in den Schlussminuten zwei weitere Tore nach.

Odense Bulldogs - SønderjyskE (0:0,1:0,2:0) 3:0

1:0 Luka Burzan (27:27), 2:0 Brandon Estes (56:57), 3:0 Joakim Thelin (59:23).

Zeitstrafen: Odense 1x2 – SE 1x2 Minuten. Schiedsrichter: Kenneth A. Nielsen/Martin Theiltoft Christensen. Zuschauende: 1.723.