Eishockey

Schiedsrichterentscheidungen sorgen für erhitzte Gemüter

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SønderjyskE-Stürmer Cameron Brown im Duell mit Odense-Verteidiger Daniel Baastrup Andersen

Ein Matchball war für SønderjyskE zum Greifen nahe, doch die Odense Bulldogs haben mit zwei Toren in den letzten 67 Sekunden die Viertelfinalserie ausgeglichen.

Eine umstrittene Hinausstellung, ein fehlender Pfiff der Schiedsrichter und ein Gegentor, das nicht hätte zählen dürfen, alles innerhalb der letzten 67 Sekunden, sorgten beim amtierenden dänischen Eishockeymeister für Wut und Frust, als es vor 3.425 Zuschauerinnen und Zuschauern in Woyens eine 1:3-Heimniederlage gegen die Odense Bulldogs gab.

Die Hinausstellung für Gustav Nielsen 67 Sekunden vor Schluss war mehr als umstritten und nicht mit der Linie der Schiedsrichter in den 58 Minuten zuvor vereinbar, doch es war die Situation beim Bully danach, die in erster Linie für erhitzte Gemüter sorgte.

Challenge laut Regelwerk nicht möglich

„Odense hat beim Bully den Puck mit dem Schlittschuh gespielt, und der Bully hätte zweifelsohne wiederholt werden müssen. Die Situation hat zum 1:2 geführt. Für mich ein klarer Fehler, und das auch noch unmittelbar nach einer äußerst umstrittenen Hinausstellung eine Minute vor Schluss eines Playoffspiels. Ein hartes Schicksal für uns“, so SønderjyskE-Trainer Casper Stockfisch zum „Nordschleswiger“.

Schiedsrichter Kenneth A. Nielsen soll gegenüber SønderjyskE den Fehler entschuldigt haben, doch ihm seien die Hände gebunden. Laut Regelwerk ist ein Challenge für diesen Regelverstoß nicht möglich.

SønderjyskE kann sich mit gutem Recht von den Schiedsrichtern verschaukelt fühlen, nicht zum ersten Mal in der laufenden Saison. Kenneth A. Nielsen, Martin Theiltoft Christensen und ihre Linienrichter hatten im Oktober übersehen, dass Odense beim entscheidenden Tor in der Verlängerung einen Mann zu viel auf dem Eis hatte.

Die SønderjyskE-Spieler wurden von den Fans mit einem Tifo begrüßt.

Unterm Strich war es aber der richtige Sieger, an diesem Playoffabend in Woyens. Die Odense Bulldogs waren über 60 Minuten die bessere Mannschaft und verdienten den 2:2-Ausgleich in der Viertelfinalserie.

Odense macht den Sack nicht zu

Das 0:2 lag lange in der Luft, die deutlich überlegenen Gäste hätten im Mittelabschnitt sogar drei, vier oder fünf Tore machen müssen, machten aber den Sack nicht zu.

Der 1:1-Ausgleich fiel aus dem Nichts und weckte das Publikum. Cameron Brown hatte in der 53. Minute Pech bei einem Pfostentreffer, doch Odense setzte sich nach den dramatischen Schlusssekunden durch.

„Wir hatten das Spiel im ersten und dritten Drittel gut im Griff, überließen aber im Mitteldrittel dem Gegner die Initiative. Wir haben zu wenig aufs Tor geschossen, das haben wir in den anderen Spielen besser gemacht“, meint Casper Stockfisch.

Mit der 1:3-Niederlage hat der Titelverteidiger den Heimvorteil wieder abgegeben.

Heimvorteil bedeutet nix

„Dieser Heimvorteil bedeutet nix. Wir haben gezeigt, dass wir in Odense gewinnen können, und peilen am Sonntag in Odense den dritten Sieg an“, sagt Mathias Borring Hansen zum „Nordschleswiger“.

Der SønderjyskE-Torschütze konnte seinen Frust über die dramatischen Schlusssekunden nicht verbergen.

„Wir sind mit den Schiedsrichterentscheidungen nicht einverstanden. Wir befinden uns in den Playoffs, und dann wird eine Minute vor Schluss eines 1:1-Spiels solch eine Hinausstellung gepfiffen. Die Schiedsrichter sind, wie sie sind. Wir müssen einfach mehr Pucks aufs Tor bringen, dann werden wir auch die Spiele gewinnen, die für einen Halbfinal-Einzug erforderlich sind“, meint Mathias Borring Hansen, der vor Spielbeginn zum dänischen SønderjyskE-Spieler des Jahres gekürt wurde und auch Blumen für seinen 300. Einsatz in hellblau in Empfang nehmen konnte.

SønderjyskE - Odense Bulldogs (0:0,0:1,1:2) 1:3

0:1 Markus Jensen (22:06), 1:1 Mathias Borring Hansen (43:59/Ass.: Daniel Kønig Hansen, Cameron Brown), 1:2 Joakim Thelin (59:08/5 gegen 4), 1:3 Markus Oden (59:58).

Zeitstrafen: SE 4×2 – Odense 2x2 Minuten. Schiedsrichter: Kenneth A. Nielsen/Martin Theiltoft Christensen. Zuschauer: 3.425.