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Sønderjyske dämpft den großen Hype um deutschen OB-Trainer

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Maxime Soulas stört seinen Gegenspieler beim Abschluss.

Nicht nur Alexander Zorniger war nach dem 0:2 von OB gegen Sønderjyske enttäuscht, auch Popstar Andreas Odbjerg machte sich mit enttäuschter Miene auf den Heimweg. Die Vorfreude auf das „Kløften Festival“ war gesunken.

Andreas Odbjerg schüttelte beim Verlassen des Trainingszentrums von OB im Odenseer „Ådal“ den Kopf und murmelte seinem Kumpel irgendetwas mit „Håneret“ (das Recht zu spotten) zu.

Der dänische Popstar ist bekennender OB-Fan und hatte sich am Donnerstagnachmittag die Zeit genommen, das Testspiel seines Lieblingsvereins gegen Sønderjyske live anzusehen, bevor er am Abend einen Auftritt beim „Kløften Festival“ in Hadersleben (Haderslev) hatte.

Und Andreas Odbjerg hatte sich ganz offensichtlich auf freundschaftliche Sticheleien gegen die Sønderjyske-Fans vorbereitet, doch daraus wurde nichts. OB unterlag Sønderjyske 0:2. Die Laune des Popstars wurde auch nicht gerade besser, als ein freudestrahlender Sønderjyske-Kicker Tobias Klysner ihm ein „Wir sehen uns heute Abend“ auf den Weg gab.

Hype um Zorniger ist enorm

Nicht nur beim populären Musiker, sondern auch bei den vielen anwesenden Zuschauerinnen und Zuschauern bekam der große Hype um den neuen deutschen Trainer Alexander Zorniger einen Dämpfer.

„Der Hype um Zorniger ist enorm. Bei der ersten Trainingseinheit waren schon viele Leute da, beim ersten Testspiel waren es mehr als 1.000. Es ist nicht falsch, von Sternenstaub zu sprechen. Er kommt mit viel Intensität und einer Aura, die an Richard Møller Nielsen und Kim Brink erinnert“, sagt Martin Davidsen, Redakteur des OB-Podcasts „Stemmer fra Ådalen“.

Verhalten ist die Erwartungshaltung allerdings beim neuen deutschen Stürmer, Fiete Arp, denn zuletzt hatte man in Odense nicht immer Freude an seinen deutschen Spielern. Unrühmlich war beispielsweise der Abgang von Sven Köhler nach dem Superliga-Abstieg im Vorjahr.

Der Augustenburger Bjørn Paulsen kassierte für dieses Foul an Ivan Djantou die Gelbe Karte.

„Wir haben nicht alle Tage einen Spieler mit Bayern-Vergangenheit. Die Neugier ist groß, was er kann“, so Davidsen.

Fiete Arp war zweimal gefährlich, blieb aber beim Superliga-Aufsteiger ohne Torerfolg. Torgefährlicher waren da die Gäste, die mit zwei herausragenden Einzelaktionen zu einem nicht unverdienten 2:0-Erfolg kamen.

Olti-Solo auf hohem Niveau

Mads Agger erzielte kurz vor dem Seitenwechsel die 1:0-Führung, bevor Anders Bergholt zehn Minuten vor Schluss den Endstand herstellte. Der Sonderburger musste aber nur den Fuß hinhalten und den Ball ins leere Tor schieben. Ein anderer Sonderburger hatte den Treffer grandios vorbereitet.

Der unwiderstehliche Alleingang von Olti Hyseni übers halbe Spielfeld war auf einem sehr hohen Niveau und der Höhepunkt des Spiels. Solche Aktionen werden Sønderjyske kurz- oder mittelfristig eine zweistellige Millionensumme einbringen.

„Es war ein relativ ausgeglichenes Spiel, das von zwei Einzelaktionen entschieden wurde. Es war solide, dass wir hinten zu null gespielt und das Spiel gewonnen haben, obwohl wir die Karten gemischt haben“, so Sønderjyske-Trainer Thomas Nørgaard, der auf viele Spieler verzichtete, die in der vergangenen Saison zur Startelf gehörten.

Neun Spieler wurden geschont

Lirim Qamili, Daniel Gretarsson, Rasmus Vinderslev, Sefer Emini, Lukas Björklund, Marcus Bundgaard, Alexander Lyng, Dalton Wilkins und Simon Wæver fehlten auf dem Platz. Mitten im Transferfenster ist es naheliegend, in Wechsel zu spekulieren, doch Nørgaard wimmelt ab.

„Nein, das hat nichts mit einer Verkaufsperspektive zu tun. Wir nehmen die Saisonvorbereitung ernst und wollen kein Risiko eingehen. Kein Spieler wird eingesetzt, wenn er nicht fit ist“, so der Trainer, der aus der verkorksten Saisonvorbereitung im Winter seine Lehren gezogen hat.

„Im Winter gab es Dinge, die wir nicht kontrollieren konnten, aber auch Dinge, die wir besser machen konnten. Wir haben daraus unsere Lehren gezogen, aber es ist nicht so, dass wir irgendein Gespenst mit uns herumschleppen. Wir sind mit einem guten Gefühl aus der abgelaufenen Saison und auch mit einem guten Gefühl in die Saisonvorbereitung gegangen“, meint Thomas Nørgaard.

OB - Sønderjyske (0:1) 0:2

0:1 Mads Agger (44.), 0:2 Anders Bergholt (80.)

Sønderjyske: Nicolai Flø (46.: Benicio Peña) – Tobias Klysner (46.: Andreas Oggesen), Maxime Soulas (63.: Gustav Drest Wagner), Matti Olsen (46.: Magnus Jensen), Alberto Vogtmann (46.: Ebube Duru) – Albert Rrahmani (46.: Ivan Nikolov), Tobias Sommer (46.: Anders Hoeg), Mohamed Cherif (46.: Kristall Mani Ingason) – Mads Agger (46.: Anders Bergholt), Matthew Hoppe (46.: Ivan Djantou), José Gallegos (46.: Olti Hyseni).