Sport und Freizeit

Tondernhallen unter neuer Leitung: Mit klarer Richtung in die Zukunft

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Mads Pedersen übernimmt die Leitung des Sportzentrums der Kommune Tondern.

Nach einer schwierigen Übergangsphase mit Führungswechsel und finanziellen Herausforderungen will das kommunale Sportzentrum unter der Leitung von Mads Pedersen wieder Stabilität und neue Impulse gewinnen.

Im Sport- und Freizeitzentrum der Wiedaustadt beginnt ein neues Kapitel: Zum 1. Oktober 2025 übernimmt Mads Pedersen die Leitung der Tondernhallen. Der erfahrene Bildungsexperte ist eine Führungskraft mit mehr als 20 Jahren Leitungserfahrung. Er wird vom Vorstand als neuer Direktor eingesetzt – mit dem klaren Ziel, das Zentrum strategisch weiterzuentwickeln und wirtschaftlich zu stabilisieren.

Führungswechsel mit Vorgeschichte

Die Ernennung Pedersens erfolgt wenige Monate, nachdem sich der Vorstand der Tondernhallen Ende Mai im gegenseitigen Einvernehmen von der bisherigen Centerleiterin Lone Madsen getrennt hatte.

Madsen hatte die Leitung in einer besonders turbulenten Phase übernommen – im Herbst 2021, nachdem ihr damaliger Vorgesetzter der Unterschlagung bezichtigt worden war und der damalige Vorstandsvorsitzende zurückgetreten war. In dieser Übergangszeit übernahm Madsen Verantwortung, führte den Betrieb zunächst kommissarisch und wurde später zur offiziellen Centerleiterin ernannt. Sie begleitete zentrale Umstrukturierungen – unter anderem den Verkauf von Campingplatz und Jugendherberge zum 1. April 2024 an eine lokale Investorengruppe. Der damalige Chef des Sportcenters wurde inzwischen verurteilt.

Trotz dieser Schritte stand das Zentrum zuletzt unter finanziellem Druck: Ein Defizit von 1,8 Millionen Kronen im Jahr 2023 veranlasste den Kommunalrat, eine politische Lenkungsgruppe ins Leben zu rufen. Das Gremium, dem unter anderem Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) angehört, soll Wege aufzeigen, wie die Tondernhallen wirtschaftlich tragfähig aufgestellt werden können.

„Die Bedingungen während der Übergangsphase waren nicht einfach – umso wichtiger ist es, die geleistete Arbeit von Lone Madsen anzuerkennen“, betonte Morten Kirk, Vorsitzender des Vorstands, damals. Gleichzeitig kündigte er bereits eine Neuausrichtung an, die jetzt mit der Ernennung Pedersens konkret wird.

Ein neuer Mann mit Weitblick – und Bodenhaftung

Mads Pedersen kommt aus dem Bildungsbereich – zuletzt war er Leiter einer Nachschule in Svendborg auf Fünen (Fyn) und davor bei den kommunalen Jugendinitiativen UU (Ungdommens Uddannelsesvejledning) und STU (Særligt Tilrettelagt Ungdomsuddannelse) tätig. Er bringt nicht nur Erfahrung in strategischer Führung und politischer Steuerung mit, sondern gilt auch als teamorientierter Kommunikator, der „auf Augenhöhe“ führt.

Der Vorstand erhofft sich von ihm eine Verbindung aus Menschlichkeit und unternehmerischer Klarheit. Pedersen selbst sieht die Tondernhallen als Ort mit großem Potenzial – weit über den Sport hinaus: „Ich möchte die Hallen als kulturelles und soziales Zentrum weiterentwickeln. Sie sollen ein Ort sein, an dem sich Menschen begegnen, gemeinsam aktiv sind und sich zu Hause fühlen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Sprache.“

Was bedeutet das für die Region?

Die Tondernhallen sind mehr als nur ein Sportzentrum mit Schwimmhalle, Sportplätzen und Veranstaltungen. Sie sind ein zentraler Treffpunkt im Alltag vieler Menschen – auch für die deutsche Minderheit in der Region. Sportvereine, Schulen, Senioren- und Kulturgruppen nutzen die Räume regelmäßig. Entsprechend groß ist der Einfluss der Leitung auf das gesellschaftliche Leben vor Ort.

Die Ankündigung wirtschaftlicher Konsolidierung geht daher mit dem Anspruch einher, das Angebot auszubauen und zugänglicher zu machen – für alle Bevölkerungsschichten. Der Vorstand setzt dabei auf eine kommerziell tragfähige Strategie, ohne den Gemeinwohlcharakter des Hauses zu verlieren.

Die bereits geplanten Veranstaltungen und Aktivitäten sollen wie angekündigt stattfinden. Ein erstes Ziel Pedersens wird es sein, die Balance zwischen wirtschaftlicher Robustheit und lebendigem Gemeinschaftsleben zu finden – keine leichte Aufgabe, aber eine, die für die Zukunftsfähigkeit der Tondernhallen wohl entscheidend ist.

Steckbrief des neuen Direktors