Sommer in Nordschleswig

„Es sieht richtig gut aus“: Klostermarkt startet mit Rückenwind und Feuerwerk

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Der Aufbau läuft und die Stimmung ist beim Vorsitzenden Jakob Tästensen bestens.

Beim traditionsreichen Volksfest in Lügumkloster sprüht das Feuerwerk bereits am Donnerstag seine Funken – dank cleverer Datenauswertung. Das Angebot an Marktständen und kulinarischen Erlebnissen wächst. Der Vorsitzende Jakob Tästensen freut sich auf vier tolle Tage.

„Es sieht richtig gut aus“, sagt Jakob Tästensen, Vorsitzender des Klostermarkts auf dem Marktplatz in Lügumkloster, wo die Sonne an diesem Morgen hervorlugt.

Auf dem grünen Gras im Ortskern läuft der Aufbau der Fahrgeschäfte, die sich für den Ansturm während des Klostermarkts von Donnerstag, 7., bis Sonntag, 10. August, rüsten. Zudem brummt es im Umfeld, da zum Beispiel Bierwagen anrollen.

Während sich die Karusselle in den Vorjahren erst ab Freitag drehten, können sich Marktfans erstmals bereits ab Donnerstag, 20 Uhr, auf verschiedene Art durch die Lüfte schwingen oder im Kreis drehen lassen.

Auch bei dem traditionellen Feuerwerk gibt es eine terminliche Premiere, da es von Sonntag auf Donnerstag vorgezogen wird. Dies geschieht nicht nur aus einer Laune heraus, sondern auf der Grundlage von Telekommunikationsdaten aus dem Jahr 2024. Mit diesen gekauften anonymisierten Informationen kann der Verein sehen, wie viele Handys mit den Mobilfunkmasten verbunden sind.

Sonntags gehen die Marktfans früh nach Hause

„Das hat uns gezeigt, dass am Sonntag die Kurve gegen 17 Uhr knickt und die Gäste nicht wiederkommen“, erläutert Tästensen. „Donnerstags sind aber durch die Legat-Ausschüttung und den Gauklergottesdienst viele Menschen im Ort. Daher lassen wir es an dem Abend krachen“.

Am Sonntag ist dann früher Schluss, da die Karusselle um 18 Uhr ihren Dienst einstellen und nicht wie üblich bis zum späten Abend weiterfahren.

Die Wurzeln von „Kloster Mærken“ reichen in die Zeit der Mönche zurück und Änderungen sind beim Klostermarkt immer ein empfindliches Thema, wie Jakob erläutert. „Für einige muss es bleiben, wie es immer gewesen ist und wir dürfen nicht an den Traditionen rütteln. Wir haben aber auch viele positive Rückmeldungen bekommen.”

Veränderungen in kleinen Schritten

Jakobs Handy ist in diesen Tagen ein wichtiges Werkzeug.

„Wir dürfen nicht zu sehr im Suppentopf rühren und müssen langsam vorgehen“, erläutert er. Eine Weiterentwicklung sei aber erforderlich. Es gebe viele Interessen unter einen Hut zu bekommen. Der Verein stecke die Rahmen ab, die dann von den verschiedenen Restaurants und Akteurinnen und Akteuren ausgefüllt werden, die jeweils ihr eigenes Geschäft haben.

Bei den Krämerinnen und Krämern zeichne sich eine positive Entwicklung ab. Im vergangenen Jahr wurde das Handelsvolk mit seinen Ständen von der Schlosswiese abgezogen und ausschließlich in die Ortsmitte verlagert, um Lücken in der „Verkaufs-Zeile“ in den dortigen Straßen zu umgehen.

„Die Nachfrage bei den Krämerinnen und Krämern ist gestiegen und wir sind jetzt auf den zur Verfügung stehenden 450 Metern komplett ausverkauft“, freut sich Tästensen.

Zudem ist in der Streetfood-Ecke das kulinarische Angebot ausgebaut worden und es sind weitere Sitzplätze entstanden. Nicht nur dort, sondern auch auf dem Kaiserplatz gibt es ein ansprechendes neues Zelt, in das der Verein investiert hat.

Auf der Schlosswiese tut sich auch etwas

Hier geht es zu den verschiedenen Aktivitäten.

Unter der Regie von Bent Jessen, der jeweils mittwochs die Aktion „Kick den Reifen“ für betagte Fahrzeuge auf dem Marktplatz durchführt, verwandelt sich die Schlosswiese am Sonnabend und Sonntag von 9 Uhr bis 16 Uhr in eine Anlaufstelle für Fans von Oldtimern. Zudem werden dort landwirtschaftliche Geräte positioniert und ein Markt mit Ersatzteilen ist vorgesehen.

Übte der Tiermarkt früher eine enorme Anziehungskraft in der gesamten Region aus, so hat sich der tierische Teil des Klostermarkts im Wandel der Zeit jedoch erheblich reduziert. Das trifft auch für die Kleintier-Abteilung zu. Dabei würden die verschiedenen Restriktionen auch eine Rolle spielen, so Tästensen.

Mehr Ehrenamtliche als benötigt werden

Beim Aufbau der Marktkulissen packen etwa 50 Freiwillige an. „Wir haben mehr Interessenten, als es Arbeit gibt. Das ist ein Luxusproblem und die Unterstützung ist groß“, sagt Jakob.

Der 41-jährige Systemspezialist für Prozessanlagen im Bereich der Meiereibranche hat sich erneut Urlaub genommen, um sich ganz den Vorbereitungen zu widmen. „Es gefällt mir. Ich bin seit Sonntag quasi ständig hier auf dem Platz gewesen“, so der Vorsitzende. Er schickt wegen der Rückendeckung einen dankbaren Blick in Richtung seiner Frau Sabrina, die zu Hause alles managt.

Zahl der Besuchenden aus der Talsohle heraus

Sabrina und Jakob Tästensen in einem der neuen Markt-Zelte

Auch finanziell laufe es gut, da im vergangenen Jahr ein Gewinn von etwa 150.000 Kronen erwirtschaftet wurde.

2024 lockte der Klostermarkt etwa 25.000 Gäste an und mit diesem Zuspruch bahnt sich eine Wende an. „Das hat uns positiv überrascht. Die Zahl lag zwischendurch vielleicht bei 10.000 bis 15.000.“

Das Wetter hat trotz Regen bisher keine Probleme bereitet und die Prognosen sehen für die kommenden vier Tage gut aus. „Fürs Wochenende wird schönes Wetter gemeldet. Das ist fantastisch“, so Jakob, während er einen Mann grüßt, der mit zwei Hunden über den Platz schlendert.